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Künstliche Intelligenz wird den Menschen nicht ersetzen können (Foto: iStockphoto)
KI AI New Work

Künstliche Intelligenz braucht kreative Intelligenz

KI wird unseren Arbeitsalltag immer stärker bestimmen. Diese Entwicklung stellt die meisten Unternehmen vor große Herausforderungen. Denn die zunehmende Mensch-Maschine-Kooperation wird nur dann erfolgreiche Ergebnisse produzieren, wenn sich die künstliche Intelligenz (KI) der Maschinen optimal mit der kreativen Intelligenz (KI) der Mitarbeiter verbindet, erklärt Innovationscoach Jens Möller.

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Im Angesicht der rasanten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz scheinen menschliche Mitarbeiter in Zukunft schlechte Karten zu haben. Je mehr sie versuchen, mit der KI auf der Ebene rein rationaler, repetitiver und operativer Tätigkeiten zu konkurrieren, desto eher werden sie sich aufgrund der Überlegenheit der Maschinen überflüssig machen.

Für Unternehmen, die diese vorhersehbaren Entwicklungen ignorieren oder bewusst forcieren, um ihre Mitarbeiter unter Druck zu setzen, werden schwierige Zeiten anbrechen. Denn eine Rivalität zwischen Maschinen und Menschen führt am Ende nur zu Frust, Resignation und Produktivitätsverlusten. Eine Gefahr, vor der in jüngster Zeit auch viele Experten und Tech-Größen warnen – allen voran Tesla-Chef Elon Musk und Googles Chef-Ingenieur Ray Kurzweil.

Auch interessant: Künstliche Intelligenz als Herausforderung für Führungskräfte

Maschinen werden nie so kreativ sein wie Menschen

Um zukünftig erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen und ihre Mitarbeiter einen neuen, komplementären Weg einschlagen. Es gilt, sich auf Fähigkeiten zu fokussieren, die Computer noch gar nicht oder nicht gut genug beherrschen. Dazu gehören Kompetenzen, die in den meisten Unternehmen bis vor Kurzem oft noch belächelt oder sogar unerwünscht waren: Einfühlungsvermögen, Neugierde, Leidenschaft und Kreativität.

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Gerade Letztere wird in der Arbeitswelt der Zukunft das unschlagbare Alleinstellungsmerkmal des Menschen sein. Intelligente Maschinen und Algorithmen werden immer schneller rechnen als wir – aber sie werden nie so kreativ sein. In unserer Kreativität aber keimt all das Innovationspotenzial, das Entwicklung und Fortschritt überhaupt erst möglich macht. Der Erfolg in der Zukunft wird also in hohem Maße davon abhängen, wie gut es uns gelingt, den "High-Tech", der schon heute unseren Alltag bestimmt, mit "High-Touch" zu ergänzen.

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Wie bitte?

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Kreative Köpfe gesucht

In Zukunft benötigen Organisationen vor allem Mitarbeiter mit ausgeprägten gestalterischen Fähigkeiten. Mitarbeiter, die den Status quo hinterfragen, unentdeckte Potenziale erkennen, Menschen und Maschinen miteinander vernetzen und außergewöhnliche Ideen entwickeln.

Künstliche Intelligenz in all ihren unterschiedlichen Formen und Ausprägungen kann diese komplexen menschlichen Aufgaben heute noch nicht einmal ansatzweise übernehmen. Ohne kreative Menschen, die wissen, wie man sie sinnvoll einsetzt, sind digitale Assistenten, Chatbots oder kooperative Roboter also völlig nutzlos. Unternehmen sind daher gut beraten, der "kreativen Intelligenz" ihrer Mitarbeiter endlich einen hohen Stellenwert einzuräumen und sie gezielt zu fördern.

Damit das gelingt, muss sich vor allem etwas in den Führungsetagen der Unternehmen verändern. Denn mit einer Mitarbeiterführung aus dem Industriezeitalter, die auf Effizienz, Fehlervermeidung und Abteilungsdenken ausgerichtet ist, lassen sich keine Rahmenbedingungen für kreatives Arbeiten schaffen.

Es wird daher Zeit für einen neuen Führungsstil, bei dem Spiel, Kreativität und Empathie im Mittelpunkt stehen. Jack Ma, Gründer der weltgrößten Handelsplattform Alibaba, forderte auf dem World Economic Forum 2018 in Davos sogar, unser gesamtes Bildungssystem auf genau diese künstlerisch-kreativen Fähigkeiten auszurichten. Andernfalls werden wir in Zukunft große Probleme bekommen, so Ma.

Künstliche Intelligenz wird den Menschen nicht ersetzen

Bevor eine neue Generation von kreativen Azubis und Studenten in die Unternehmen strömt, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Bis dahin sind die Unternehmen selbst dafür verantwortlich, die kreative Intelligenz ihrer Mitarbeiter optimal zur Entfaltung zu bringen. Das erreichen sie, indem sie ein offenes und experimentierfreudiges Umfeld schaffen, in dem Mitarbeiter bestmögliche Lösungen für ihre Kollegen und Kunden finden.

Künstliche Intelligenz wird den Menschen dabei nicht ersetzen, sondern ihn entlasten und unterstützen. Das belegt auch eine Studie des Marktforschungsinstituts Gartner. Sie geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 durch künstliche Intelligenz weltweit 2,3 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen werden.

Die Angst, dass künstlich-intelligente Kollegen den Menschen bald verdrängen, ist also absolut unbegründet. Vielmehr ist davon auszugehen, dass Mitarbeiter und Maschinen bereits in naher Zukunft immer enger zusammenarbeiten werden. Das größte Potenzial werden daher Unternehmen entwickeln, die genau das verstanden haben und nach der Formel "künstliche Intelligenz (KI) x kreative Intelligenz (KI) = Mehr Erfolg" arbeiten!

Auch interessant: Fluch & Segen: Was wir von künstlicher Intelligenz erwarten können

Über den Autor: Jens Möller ist Innovationscoach, Autor und Speaker. Er ermutigt Menschen und Unternehmen dazu, ihr kreatives Potenzial zu erkennen, zu entwickeln und erfolgreich für sich zu nutzen.

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