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Shudu Gram Cr Cameron James Wilson 01
Das virtuelle Supermodel Shudu Gram ist das Werk des Fotografen Cameron James-Wilson (Bild: Instagram/Shudu Gram, Fotograf: Cameron James-Wilson)
Social Media Influencer

Konkurrenz für Lil Miquela: das VR-Supermodel Shudu Gram

Mode und Technologie sind längst nicht mehr auf Lichtjahre entfernten Planeten zu Hause. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele: Drohnen statt Models auf dem Laufsteg von Dolce & Gabbana oder die virtuelle Influencerin Lil Miquela, die Aufträge von Luxuslabels wie Prada an Land zieht. Mit Shudu Gram ist jetzt ein neues Phänomen aufgetaucht: das erste Supermodel aus dem Computer.

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Das Bild, mit dem Shudu Gram auf einen Schlag über 210.000 Likes auf Instagram erreichte, zeigt das Supermodel mit grell geschminkten Lippen in Knallorange. Es ist ein Re-Post von Fenty Beauty, der Kosmetikmarke von Sängerin Rihanna. Und ein klassischer Fall von "consumer generated content", sprich: digitaler Fan-Post.

Doch Shudu Gram ist nicht einfach nur irgendein Model aus London, das auf Beauty-Produkte einer Pop-Prinzessin in Technicolor abfährt. Sie scheint nicht nur zu schön, um wahr zu sein; sie ist es auch.

Computer-generated Supermodel

Anders als Lil Miquela, die virtuelle Influencerin, die man bei genauerem Hinsehen als Fake enttarnen kann, ist Shudu Gram sehr realistisch gezeichnet. Möglich macht dies die 3D-Software DAZ3D. Shudus Erfinder, der britische Mode- und Beautyfotograf Cameron James-Wilson, achtet bei jedem neuem Bild darauf, jedes noch so kleine Detail perfekt zu inszenieren. Laut eigenen Angaben sitzt er an einem Bild seiner Kunstfigur schnell mal drei Tage - die Planung des Settings und der Pose nicht einberechnet.

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"I am just a creative person, and to me she is what the most beautiful woman in the world would look like." Cameron James-Wilson gegenüber "Harper's Bazaar"

Dass es sich bei Posts auf den sozialen Netzwerken nicht um eine 1:1-Abbildung der Realität handelt, weiß jeder, der sie selbst nutzt.

In einem Interview mit Harper's Bazaar äußerte sich James-Wilson zu seinen Bewegtgründen, ein virtuelles Supermodel zu schaffen: "Wir leben in solch einer gefilterten Welt, in der 'real' immer mehr zu 'fake' wird. Ich wollte eine Fantasie zum Leben erwecken und damit genau den entgegengesetzten Weg gehen." Alles, was auf bildstarken Plattformen wie Instagram veröffentlicht wird, wurde zunächst sorgfältig selektiert. Wer ein Selfie hochlädt, ohne vorher zig Bilder aufzunehmen und diese zu beschneiden, verstößt gegen ein ungeschriebenes Gesetz.

Er habe Shudu Gram ausschließlich als Ausdruck seiner Kreativität geschaffen, sagt der Fotograf gegenüber High Snobiety. "Ich glaube nicht, dass sie oder andere virtuelle Persönlichkeiten sich in der Realität durchsetzen."

Die Inspiration hinter Shudu Gram ist übrigens eine Mischung aus mehreren Frauen - und einer Puppe, der South African Princess Barbie von Mattel.

Shudu Gram polarisiert

Während Shudu Gram zunächst viel Zuspruch auf Instagram und auch die ein oder andere Anfrage für ein Shooting bekommt, kippt die Stimmung nach dem Re-Post von Fenty Beauty. Plötzlich fragen die User: Was erlaubt sich ein weißer, männlicher Fotograf eigentlich? Warum castet er keine echten dunkelhäutigen Frauen? Für Cameron James-Wilson ist die Sache klar: Shudu Gram ist als Hommage an schwarze Frauen gedacht. Außerdem könne er mit seiner 3D-Arbeit die Diversität von virtuellen Charakteren, zum Beispiel in Videospielen, vorantreiben.

Wenn Shudu Gram mit dazu beiträgt, dass sich nicht-weiße Frauen in der Mode- und Beautywelt etablieren, sollte die Kritik schnell verstummen. Und sie dürfte nicht mehr lange das einzige VR-Supermodel bleiben.

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