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eSports LEAD 03/18 Gaming

Kicker.de: Das Portal für Videospiel-Wettkämpfe

Seit fast 100 Jahren erscheint der "kicker" und verkörpert wie kaum ein Magazin in Deutschland die Faszination für Sport, vor allem für Fußball. 2014 startete der Verlag ein gesondertes Portal für Videospiel-Wettkämpfe. Wie weit kann man eine Marke dehnen, ohne dass die Fans missmutig werden?

(Bild: Screenshot kicker.de)
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LEAD: Herr Wittmann, Sie leiten beim "kicker" die Sparte Digitale Medien. Seit April 2014 betreiben Sie im Haus auch ein Portal für E-Sport. Warum haben Sie diese Entscheidung getroffen?

Werner Wittmann: Alles begann eigentlich schon ein Jahr vorher, durch den Kontakt zu e-Games Media, einer Agentur, die sich auf E-Sport spezialisiert hatte. Wir wollten das zunächst einmal im Haus diskutieren, uns mit dem Thema befassen. Wir haben überlegt: Mit wem wollen wir zusammenarbeiten? Wer liefert uns Inhalte, die zu uns passen?

LEAD: Wie wurden die Pläne aufgenommen?

Wittmann: Von der Vermarktung bekamen wir positives Feedback. Man konnte sich gut vorstellen, dass das bei uns funktioniert. Dort hat man das Thema als eine Art Türöffner gesehen, für Sponsoren, Kunden und generell im Digitalbereich. Man sah darin die Möglichkeit, neue Zielgruppen anzusprechen, die wir sonst nicht erreicht hätten.

LEAD: Der "kicker" erschien vor fast einem Jahrhundert zum ersten Mal auf Papier. Kaum ein anderes Magazin in Deutschland verkörpert so sehr die Faszination für "echten" Sport, vor allem Fußball. Und dann plötzlich E-Sport.

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Wittmann: Heute sieht man, dass immer mehr Fußballvereine mit E-Sport-Teams in den Markt drängen, immer mehr Unternehmen treten als Sponsoren auf. Vor fünf Jahren war das anders, da musste noch ziemlich viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, auch bei uns im Haus. Aber wir sind zu dem Schluss gekommen: Da entsteht etwas, was für unsere Marke durchaus spannend sein kann.

LEAD: Wie waren die Reaktionen aus der Szene?

Wittmann: Es wurde sehr positiv aufgenommen, dass eine renommierte Marke wie der "kicker" in die Berichterstattung über E-Sport einsteigt. Ich kann mich noch an die ersten Online-Kommentare erinnern. Neben viel Lob hieß es schnell: Macht doch nicht nur FIFA oder Pro Evolution Soccer, sondern auch ein bisschen mehr über Spiel XY.

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LEAD: Gibt es Grenzen bei der Berichterstattung?

Wittmann: Am Anfang waren natürlich die Sportspiele für uns am relevantesten, FIFA passte sehr gut zu uns, dann auch NHL oder Madden. Im Laufe der Zeit wurde das Feld weiter, im Vordergrund stand immer der Wettbewerbscharakter. Alles integrieren wollen wir aber nicht. Wir haben uns zum Beispiel entschieden, Egoshooter größtenteils außen vor zu lassen. Dass wir irgendwelche Rankings mit Headshots veröffentlichen, ist nicht in unserem Sinne. Wir können uns wollen aber auch nicht ausblenden, dass Turniere mit diesen Spielen stattfinden. Dann berichten wir ausschließlich ergebnisorientiert: Welche Spieler waren bei den Turnieren erfolgreich?

LEAD:Woher kommt die Expertise in der Redaktion? Haben Sie neu eingestellt?

Wittmann: Wir arbeiten eng mit eSport Studio zusammen, eine Agentur, die uns mit Text, Bild und Video beliefert. Manchmal liefert auch der eine oder andere Reporter aus dem Haus etwas zu. Die Inhalte werden in Abstimmung mit unserer Digitalredaktion erstellt, die auch für die Steuerung der Plattform zuständig ist. Hier war es uns wichtig, dass wir die redaktionelle Hoheit behalten und nicht Gefahr laufen, zu PR-lastig zu werden.

LEAD:Stichwort PR – Videospiele sind meistens von privaten Unternehmen gemacht. Ist es nicht generell Werbung, über deren Produkte zu berichten?

Wittmann: Wir bewerben nicht die Produkte, uns geht es um den Wettbewerb im E-Sport. Wenn aber zum Beispiel die Community gewisse Funktionen eines Spiels kritisch sieht, dann berichten wir auch darüber. Natürlich fördert man mit der Berichterstattung die Hersteller, allein dadurch, dass man die Namen nennt. Aber beim „echten“ Fußball verhält es sich genauso. Da geht es einerseits um den Wettbewerb zwischen den Mannschaften, aber man kann andererseits nicht berichten, ohne die Namen der Teams zu nennen: FC Bayern, Borussia Dortmund oder andere – das sind gleichzeitig ja auch Unternehmen.

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(Bild: Werner Wittmann)

LEAD:Hat sich das Engagement im E-Sport bislang ausgezahlt?

Wittmann: Die Investitionen haben sich noch nicht amortisiert, aber wir sind mit der Entwicklung zufrieden. Die Besucher auf dem E-Sport-Portal machen zwar insgesamt immer noch weniger als ein Prozent von all unseren Nutzern online aus, doch die Plattform wird wahrgenommen und zieht Werbekunden an. Wir wachsen stetig. In der Vermarktung haben sich bereits Kooperationen ergeben, so können wir zum Beispiel selbst Turniere veranstalten, über die wir berichten. Die sind derzeit noch relativ klein, mit 150 bis 200 Teilnehmern und 1000 Euro Preisgeld.

LEAD:Welches Potenzial sehen Sie noch beim E-Sport?

Wittmann: Da ist noch viel Luft nach oben. Man sieht das an den großen Events, in Frankfurt oder in Hamburg, auf denen sich Zehntausende Menschen tummeln. Aktuell schafft man es noch nicht, dass sich – wie in der Fußball-Bundesliga – jedes Wochenende die Stadien füllen. Aber je mehr Player am Markt teilnehmen und das Thema fördern, umso größer wird es auch.

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Zocken an Computer und Konsole. Kann das Sport sein? Mancher tut sich mit dieser Einordnung noch schwer. Fest steht: E-Sport wächst rasant. LEAD-Autor Bernhard Hiergeist erzählt über den Weg einer Branche, der vielleicht sogar bis zu den Olympischen Spielen führen könnte.

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