Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Christoph Magnussen Blackboat2
Foto: Christoph Magnussen / Blackboat
KI New Work LEAD 1/2019

KI wird die vollkommene Form der Digitalisierung bringen

Selbstbestimmt und frei arbeiten - das verspricht New Work. LEAD hat mit Christoph Magnussen, einem Experten für digitale Transformation, über E-Mail, Smartphones und KI im deutschen Start-up-Mekka Berlin Kreuzberg gesprochen.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Selbstbestimmt und frei arbeiten - das verspricht New Work. Aber nur, solange man die richtige Technologien und Tools nutzt. Was diese Tools können sollten und wie sie sich in Zukunft verändern werden – damit beschäftigt sich Christoph Magnussen. LEAD hat sich mit dem Experten für digitale Transformation auf eine Tasse Ingwertee getroffen und ein Gespräch über E-Mail, Smartphones und KI im deutschen Start-up-Mekka Berlin Kreuzberg geführt.

Es ist einer dieser warmen Tage in Kreuzberg, an denen man nur schlecht einen freien Platz vor einem der vielen Cafés findet. Denn, wer sich die Freiheit nehmen kann, flüchtet aus dem Büro in die Sonne. Einer, den genau diese Autonomie und Selbstbestimmtheit im Beruf antreibt, ist Christoph Magnussen. Der Start-uper und Unternehmensberater aus Hamburg kommt gerade von einer Aufnahmesession für den Podcast "On the Way to New Work" aus einem Berliner Studio. In dieser Reihe erörtern er und Michael Trautmann die Möglichkeiten neuer Tools und Methoden, um Arbeit zu verändern. Jetzt sitzt er in der späten Nachmittagssonne vor dem Görlitzer Park, trinkt Ingwertee und checkt Nachrichten auf seinem Smartphone.

Anzeige

"Mein Kerntreiber in allem, was ich tue, ist Freiheit", sagt der 37-jährige Mann, der selbst aus einem leistungsorientierten Unternehmerhaushalt stammt, und legt das Telefon beiseite. "Viele sehen in New Work nur, dass man Remote Office machen und von überall aus arbeiten kann – wie etwa hier in der Sonne", meint Magnussen. "Aber genau das muss man sich mit sehr viel Disziplin, Verantwortung und Respekt anderen gegenüber erarbeiten."

Denn man könne sich nicht selbst Freiheiten herausnehmen, wenn man dabei wiederum andere in deren Freiheit beschneidet. Um eine neue, freie Arbeitswelt zu schaffen, bedarf es aber nicht nur Respekt und Fairness, sondern auch die richtigen Tools: "New Work ist für mich das Zusammenfließen von Technologie, die uns ermöglicht, frei zu arbeiten. Die Technologie und die Verantwortung, damit weder sich noch andere zu beschränken, – das ist für mich New Work.“

Ctab Cover Contentbild
Die Zukunft des Arbeitens!

Jeder ist ersetzbar. Oder doch nicht? Unternehmen müssen umdenken. Das LEAD Bookazine 1/2019 zeigt Cases für erfolgreiches Employer-Branding und wie Karrierenetzwerke dabei helfen, beruflich gesehen zu werden. Außerdem im Heft: eine Anleitung für erfolgreiches SEO und die Wahl des richtigen Influencers.

Schon immer New Worker

Bereits vor der dem Abitur hat Christoph Magnussen selbstständig Partys organisiert, direkt nach dem BWL-Studium in St. Gallen baute er neben einer Social Media Agentur ein Re-Commerce Start-up auf, das in weniger als fünf Jahren von einer Million auf 31 Millionen Euro Umsatz gewachsen ist. Um das Unternehmen schneller zu entwickeln, lag sein Fokus darauf, die Produktivität der einzelnen Mitarbeiter mit Hilfe von Online-Collaboration Tools zu steigern, statt einfach nur mehr Leute einzustellen.

Das neue digitale Setup führte dazu, dass sich immer mehr befreundete Gründer bei ihm meldeten, um auch in ihren Unternehmen etwas Vergleichbares aufzusetzen. "Und so ist auch die Idee für meine Firma Blackboat entstanden", erklärt er. Dabei handelt es sich um eine Unternehmensberatung mit Technologie- und Cloud-Fokus, die dabei hilft, die digitale Transformation nicht nur umzusetzen und die Effizienz im Unternehmen nachhaltig zu steigern, sondern auch um das selbstbestimmte Arbeiten möglich zu machen.

Und die digitale Transformation ist noch lange nicht am Ziel, die Zukunft habe gerade erst begonnen: "Kollaborative Technologien und Tools wie eben die Cloud werden es uns erlauben, Arbeit in Zukunft noch effizienter zu erledigen und eben nicht mehr 24/7 online sein zu müssen. Dabei wird Technologie sich immer nahtloser in unseren Alltag einfügen", sagt der gebürtige Kieler. Man könne sich das vorstellen wie eine Fahrt mit dem Lift ins Büro. Diese sei längst nahtlos in den Weg ins Büro integriert: "Wir nutzen den Fahrstuhl intuitiv und denken nicht über dessen Funktionsweise nach. So wird es uns auch mit vielen neuen Technologien sein."

Mehr über New Work erfährst du in der aktuellen Ausgabe des LEAD-Magazins 01/19, das du auch online bestellen kannst.

Mit Hilfe digitaler Tools werde es möglich sein, Wertschöpfung in Zukunft noch massiv zu steigern, sagt er. Vor allem im Bereich der Kommunikation werde sich viel tun. Die E-Mail sei ein Relikt aus alter Zeit ("Old Work") - viel zu umständlich und vor allem langsam sei der Prozess des Versendens: "Da muss man erst eine Betreffzeile einfügen, die richtige Anrede finden, dann die Fußzeile und so weiter. Das kostet alles Zeit."

Das Bimmeln seines Smartphones lässt ihn kurz innehalten, eine Nachricht eines Angestellten aus Hamburg: "So eine WhatsApp-Message wie diese etwa ist viel schneller verschickt und die Kommunikation im Gruppenachat ist noch dazu transparent – genau das, was die E-Mail leider oftmals nicht ist." Transparenz sei neben hoher Geschwindigkeit eine wichtige Anforderung, die New Work-Tools erfüllen sollten: "Wenn man im gleichen Unternehmen am gleichen Projekt arbeitet, sollte man auch immer auf dem gleichen Stand sein, das geht nur mit Transparenz. Denn im besten Fall arbeitet man auf dasselbe Ziel hin."

Auch interessant: "Einen auf Google machen" wird auf Dauer nicht funktionieren

Work-Life-Blending ist das Stichwort

Seinem Kollegen im Chat habe er übrigens mit einem Emoji geantwortet, sagt er. Die Pikto- sowie Ideogramme oder auch Gifs seien eine ganz normale Art der Kommunikation in seinem Unternehmen Blackboat: "Diese Dinge oder auch kurze Videos machen Chats viel menschlicher und angenehmer."

Während im Beruf eben immer noch die E-Mail das Kommunikationsmittel der Wahl sei, würde man meist im Privaten auf etlichen Kanälen zu jeder Zeit verfügbar sein: "Das wird bald schon im Arbeitsalltag Einzug finden, muss aber aktiv durch uns selbst gesteuert werden."

Wenn wir in Zukunft also auch für Berufliches jederzeit auf etlichen Kanälen erreichbar sein werden, ist das dann das Ende der Work-Life-Balance bevor sie überhaupt richtig anfing?

"Wir müssen uns schon heute unsere Freiräume erkämpfen.“

"Work-Life-Blending ist hier das Stichwort", meint Magnussen. Schon heute sei das ein Thema, denn viele Menschen würden sich so sehr mit ihrer Arbeit identifizieren, dass sie diese bewusst in ihren Alttag einfließen lassen. "Wichtig ist hierbei nur, dass wir die Entwicklung selbst steuern und uns dieser Prozess nicht von einem anderen aufgezwungen wird", erläutert der Experte für Digitales das Work-Life-Blending und die Gefahr dabei. "Wir müssen uns eben schon heute unsere Freiräume erkämpfen."

Blending statt Balance, aber woher weiß ich denn, ob ich die Entwicklung noch selbst steuere oder nur auf Anfragen oder Erwartungen von Außen reagiere? Der kreative Unternehmer empfiehlt ein einfaches Experiment: "Stell dir vor, du schaltest für zwei Tage alle Benachrichtigungen auf deinen digitalen Geräten ab. Fühle ganz ehrlich in dich hinein – und wenn dir die temporäre Deaktivierung unmöglich erscheint, hast du ein Problem.“

​ KI ist auch nur ein Tool

Wieder vibriert sein Mobiltelefon - es zeigt Magnussen, dass er bald gen Bahnhof aufbrechen muss, um seinen Zug von Berlin nach Hamburg zu erwischen. "Das Smartphone ist mein wichtigstes Tool", sagt der Unternehmer. Man könne damit nicht nur kommunizieren, sondern auch schnell und unkompliziert von überall aus qualitativ hochwertige Videos oder Podcasts produzieren, hat Zugang zu seinen Archiven wie Projekten und sämtliche Apps seien nur einen Touch entfernt.

Ziemlich smart, doch es wird in Zukunft noch viel klüger werden. Denn künstliche Intelligenz wird immer relevanter, auf dem Arbeitsmarkt ist sie teilweise sogar gefürchtet. "Künstliche Intelligenz ist auch nur ein Tool, dass unsere Fähigkeiten erweitern wird – noch radikaler als dies das Smartphone im vergangenen Jahrzehnt getan hat", sagt Magnussen. Momentan sei die Thematik KI so weit, wie es das Internet Mitte der 90er war, meint er. Was sich durch den Einsatz einer fortgeschrittenen künstlichen Intelligenz verändern würde, könne man sich heutzutage noch gar nicht vorstellen. "Ich glaube aber, dass die KI weiter im Hintergrund eingesetzt wird und viele Evolutionsschritte relativ unbemerkt vonstattengehen. Sicher ist, dass jeder Bereich unseres Lebens von KI auf irgendeine Weise beeinflusst werden wird."

"Wenn KI die Fähigkeiten des Menschen erweitert, ist das die vollkommene Form der Digitalisierung.“

Fürchten müsse man sich aber nicht, denn "hat man sich vor dem Computer oder dem Smartphone fürchten müssen?", fragt er. "Unbedingt notwendig ist aber, dass wir optimistisch in die Zukunft schauen und versuchen, Veränderungen im Voraus zu erkennen und entsprechend zu handeln."

Christoph Magnussen bezahlt bar, per Karte oder App ist das in diesem kleinen Café gar nicht möglich. Dann spricht er eine Notiz in sein Smartphone und steckt es in die Tasche. "Allein schon die sehr simple Speech-to-Text-Anwendung, die in jedem Smartphone eingebaut ist, ist eine perfekte KI-Anwendung, die nur durch den Menschen funktioniert“, sagt er. Sie spare nicht nur unfassbar viel Zeit, sondern ermöglicht sogar Menschen, die nicht tippen können, schriftlich zu kommunizieren. "Wenn KI die Fähigkeiten des Menschen erweitert und ihm das Leben dadurch einfacher macht, ist das die vollkommene Form der Digitalisierung."

Auch interessant: "Mitarbeiter wollen an etwas Größeres glauben"

Ctab Seo Contentbild
An die Spitze optimieren!

Was steckt hinter SEO? Wissen. Das LEAD Bookazine 1/2019 enthält eine praxisnahe Anleitung mit den Grundlagen zur Suchmaschinenoptimierung. Zusammen mit semantischer Suche und dem ein oder anderen kleinen Trick kann schon viel bewirkt werden.

Digital-Experte Christoph Magnussen verrät fünf Tipps wie du dein Büro fit für den digitalen Wandel machen kannst.

1. Smartphone Only

Das schlaueste digitale Tool ist für Christoph Magnussen das Smartphone: "Wenn ich meine ganze Arbeit an einem Gerät erledigen kann, kann ich mich auf meine eigentlichen Aufgaben - wie Teams zu leiten oder kreative Ideen zu entwickeln - konzentrieren." Damit das Tool optimal genutzt werden kann, bedarf es der richtigen Apps. "Sind diese installiert, kann ich unkompliziert von überall aus arbeiten und die Welt so sehen, wie sie meine Kunden oder Partner täglich erleben."

2. Gruppenkommunikation-Tools einsetzten

WhatsApp-Gruppen, Slack, Microsoft Teams – diese Kommunikationswege helfen dabei, die Arbeit zu digitalisieren: "Wenn wir die Möglichkeit haben, einfach und transparent zu kommunizieren, macht uns das sehr viel schneller", sagt Magnussen. Feed-Kommunikation sei ein stark unterschätztes Tool, um Gruppen, Projekt-Teams oder Freelancer digital und ortsunabhängig zusammen zu bringen.

3. Ab in die Cloud

"Wir müssen lernen, uns von lokalen Speicherplätzen zu lösen. Es gibt heutzutage einfach keinen Grund mehr, meine Daten lokal zu speichern und dabei Gefahr zu laufen, sie zu verlieren", sagt Magnussen. Besser und sicherer sei auf jeden Fall Cloud Storage. Dazu empfiehlt der Digitalexperte Tools wie O365 und G Suite, die es einem ermöglichen, kollaborativ mit anderen Mitarbeitern zusammen zu arbeiten.

4. Cloud Collaboration

Keine separaten Versionen vom gleichen Dokument mehr: Tools wie O365 und G Suite ermöglichen es, einfach und gleichzeitig mit mehreren Personen an einem Dokument zu arbeiten. So müsse man nie wieder etwas herunter- oder hochladen oder hin und her mailen, all die Dinge, die für Friktion gesorgt und den Arbeitsfluss gestört hätten, fielen somit weg, sagt Magnussen. "Ich arbeite ja nicht einfach nur digitaler, sondern ich arbeite schlauer, kollaborativer und viel schneller als je zuvor."

5. Eigene Einstellung hinterfragen

Digitale Arbeit und vor allem digitale Zusammenarbeit sei, genau wie New Work auch, eine Haltungsfrage. Man setzt sich dabei mit Technologien auseinander, die dabei helfen sollen, Arbeit effizienter und besser zu machen. "Ich muss bereit sein, Veränderungen anzugehen und nicht weiter immer den gleichen Arbeitsmodus ausleben wie ein Pferd mit Scheuklappen", erläutert der Unternehmensberater. "Das bedeutet aber auch, Technologien und Methoden objektiv zu analysieren und nicht jedem neuen Trend hinterher zu jagen."

Newsletter & Messenger

Mit dem LEAD Newsletter und dem LEAD Tech Newsletter immer top informiert zu allen Themen des digitalen Lebens. Egal ob beruflich oder privat. In deiner Inbox oder per Messenger.

Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote