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KI Trends 2018

Der Hype verblasst, der Alltag beginnt

Auch wenn wir es noch nicht merken: KI wird 2018 in so gut wie jeden Bereich unseres Lebens eindringen. Was bedeutet das? Die Venture Capital Datenbank CBInsights hat tausende KI-Unternehmen weltweit analysiert und einen Report veröffentlicht. LEAD fasst die Ergebnisse zusammen.

Foto: Getty Images
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Eine KI für jedermann

Man lernt nie aus: Das gilt auch für Maschinen. 2018 sind sie so vielseitig gebildet wie noch nie. CBInsights prognostiziert, dass gerade Hightech-fremde Industrien KI für sich entdecken werden, da in diesen Märkten viele, noch nicht algorithmisch erfasste Datensätze existieren. So könnte es 2018 das erste, von einer künstlichen Intelligenz gebraute Bier geben. Das russische Unternehmen DeepFish trainiert eine KI mit Radartechnologie, um Fischschwärme im Meer besser identifizieren zu können. Selbst in der Cannabiszüchtung spielt KI mittlerweile eine Rolle: Die Firma DeepGreen analysiert den Gesundheitszustand seiner Pflanzen, die Website Weedguide entwickelte dank künstlicher Intelligenz eine Suchmaschine, die Usern passende Rauchempfehlungen gibt. Hersteller bieten immer mehr Do-It-Yourself-Kits an. Ob rein als Hobby oder um tatsächlich Geld zu verdienen: KI wird zum Technologiestandard.

Die Großen gewinnen - mal wieder

Eine einfache ökonomische Regel besagt: Bei einem Überangebot sinken die Preise. Wenn KI zur Normalität wird, bedeutet das demnach, dass auch die Kosten für ihre Entwicklung sinken. CBInsights erwartet, dass Investoren sich künftig aus einem Meer an Firmen gezielt KI-Projekte aussuchen werden, in die sie investieren. Amazon, Google, Salesforce und Microsoft könnten zusätzlich für Disruption sorgen, indem sie die Entwicklung hausintern statt über Startups weitertreiben. Kleinere Anbieter werden dadurch erneut den Kürzeren ziehen. 

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Automatisierung vernichtet Jobs - und schafft welche

Automatisierung vernichtet Arbeitsplätze, warnen KI-Gegner. Jein. Während bislang vor allem Jobs in der verarbeitenden Industrie verlorengingen, entstanden oft am gleichen Ort neue High-Tech-Stellen, vor allem zur Steuerung, Wartung und Kontrolle der Maschinen. Allerdings macht sich langsam auch ein zweiter Trend bemerkbar: In den vergangenen Monaten stieg die Anzahl an Arbeitsplätzen im Niedriglohnsektor in Unternehmen, die ihre Arbeitsprozesse verstärkt automatisieren. Einfacher Grund: Maschinen sind eben nicht perfekt. Gestiegene Erwartungen im Servicebereich oder in der Produktentwicklung lassen Lücken entstehen, die eine Maschine trotz Schnelligkeit und Präzision nicht immer füllen kann. Wird ein Arbeitsschritt in der Herstellungskette umgestellt, müssen auch Computerprogramme erst entsprechend neu trainiert werden. Dies verhindert die komplette Automatisierung. Beispiel Amazon: In den gigantischen Lagerhallen des Handelsriesen sorgen Roboter für den Transport der Waren. Die exakte Sortierung und Zusammenstellung der Produkte nach Bestellungen übernehmen hingegen weiterhin menschliche Mitarbeiter. Die Anzahl der Bestellungen pro Amazon-Kunde stieg zuletzt von Jahr zu Jahr; Verbraucher bestellen immer weniger auf einmal, dafür häufiger.

Gleichzeitig fallen der Automatisierung auch besserbezahlte Stellen in Anwaltskanzleien, Redaktionen, Agenturen, Ämtern und Bildungseinrichtungen zum Opfer. Neue Software ermöglicht eine fehlerfreie Bearbeitung, Analyse und Aufbereitung von Daten innerhalb weniger Minuten, die sonst mehrere Verwaltungsbeamte in einer Woche erledigen. Selbst Programmierer sind nicht immun. Mittlerweile existieren Startups, die ihre künstliche Intelligenz quasi auf Selbstheilung programmieren. Bedeutet: Die Software lernt, Bugs im eigenen Code zu fixen und Codes automatisch in andere Programmierersprachen zu übersetzen. 

Weltmacht China

Die Dominanz ist eindeutig: 48 Prozent aller globalen Investments in KI-Startups gingen 2017 an chinesische Firmen. Zum Vergleich: 2016 waren es noch 11,3 Prozent. Unterstützt wird die Forschung von der chinesischen Regierung, die den Einsatz neuer Technologien im Bereich Militär, Landwirtschaft, Gesundheit oder Logistik diktiert. Die meisten Startups werden zwar immer noch in den USA gegründet, überholt werden diese jedoch gerade bei der Anzahl angemeldeter Patente, die auf KI setzen. Allein im Bereich Deep Learning meldete China vergangenes Jahr sechs Mal so viele Patente an wie die USA. Die am stärksten wachsenden Bereiche sind hierbei KI-Chips und Gesichtserkennung. Letztere kommt besonders dem Überwachungsapparat der Volksrepublik zugute. 55 chinesische Städte haben bereits flächendeckend Überwachungskameras installiert, die mit Identifikationssoftware ausgestattet sind. Das chinesische Startup Megvii ist dank Gesichtserkennungs-KI im Besitz von Daten von 1,3 Milliarden Menschen. Kunden des chinesischen Großhändlers Alibaba können via Gesichtserkennung in ausgewählten Läden bezahlen. Chinas bestes Forschungslabor ist seine eigene Bevölkerung. 

Alexa, hablas español?

Sprachassistenten waren eines der Topthemen auf der diesjährigen Consumer Electronics Show in Las Vegas und sind die Schaltzentrale des Internets der Dinge. Während immer mehr Marken ihre elektronischen Ökosysteme Wlan-zugänglich und kompatibel mit Alexa, Bixby, Google Home & Co. konzipieren, haben die Hersteller der Home-Assistenten eine ganz andere Baustelle: Die meisten sind nicht multilingual. Amazon möchte Alexa 2018 in rund 80 Ländern vertreiben. Flüssig ist die Sprach-KI aber bislang nur in Englisch, Deutsch und Japanisch. Google Home versteht immerhin noch zusätzlich Französisch. Wer Siri auf dem HomePod anspricht, kann das im Moment ausschließlich in Englisch. Experten erwarten, dass 2018 der Kampf der Techfirmen um den nicht-englischsprachigen Markt beginnt. Google könnte hier im Vorteil sein: Sein Sprachassistent für Android ist bereits auf acht Sprachen erhältlich, darunter auch auf Spanisch, einer der größten, noch unerschlossenen Sprachregionen. China dürfte schwieriger zu knacken sein: Hier hat Alibabas Mandarin sprechender Home-Assistent Tmall Genie einen klaren Heimvorteil.

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