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Kann die fortschreitende Digitalisierung nicht helfen, vermisste Kinder aufzuspüren? (Foto: Fotolia)
Marketing Werbung Automatisierung

Kann Werbung Leben retten?

Automatisierte datengetriebene Werbeaussteuerung genießt einen schlechten Ruf und wird als aufdringlich und wenig nützlich empfunden. Ari Levenfeld, Chief Privacy Officer bei Sizmek, erklärt, wie dieselbe Technologie auch eingesetzt werden kann, um Leben zu retten und Eltern wieder mit ihren vermissten Kindern zu vereinen.

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Zahlreiche digitale Innovationen liegen Geschäftsideen zugrunde, die in den USA entwickelt wurden. Als erstes fallen einem Facebook und Google ein, aber auch die Optimierung und Aussteuerung von Online-Werbung stammt aus Übersee.

Für Marketer sicherlich kein Neuland, denn auch in Deutschland hat sich programmatische Werbung in großen Teilen durchgesetzt. Allerdings hat die automatisierte datengetriebene Werbeaussteuerung immer noch einen schlechten Ruf und besonders Endkunden empfinden irrelevante Anzeigen als aufdringlich und wenig nützlich. Was viele nicht wissen: Dieselbe Technologie kann auch eingesetzt werden, um Leben zu retten und Eltern wieder mit ihren vermissten Kindern zu vereinen.

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Bis zum 1. Oktober wurden circa 11.300 Personen vermisst gemeldet

Vermisste und entführte Kinder sind ein weltweites Problem. Ein Großteil der Vermissten taucht nach einigen Tagen oder Stunden wieder auf, allerdings ist die Anzahl der Vermisstenmeldungen erschreckend hoch: Laut offiziellen Zahlen des BKA wurden bis zum 1. Oktober 2018 circa 11.300 Personen vermisst gemeldet, die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Tagtäglich werden allein in Deutschland zwischen 200 und 300 Kinder als vermisst gemeldet.

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In den Vereinigten Staaten sind die Zahlen noch höher: Alle 90 Sekunden wird ein Kind als vermisst oder entführt gemeldet. Im Jahr 2017 ergaben sich laut FBI so über 400.000 Fälle. Kann die fortschreitende Digitalisierung hier nicht helfen?

Das dachten sich auch amerikanische Technologieunternehmen und Online Publisher und gründeten zusammen mit dem FBI und dem National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC) die gemeinnützige Allianz, die Federation for Internet Alerts (FIA). Mit Hilfe von programmatischer Werbung und in Kombination mit Geo-Targeting sollen vermisste und entführte Kinder gefunden werden.

Amber Alert
Amber Alert (Foto: FIA)

​ Wenn Publisher, Polizei und Adtech-Branche zusammenarbeiten

Die NCMEC hat bereits im Jahr 1996 das Informations- und Nachrichtensystem Amber Alert eingeführt, um Suchmeldungen an angeschlossene Radiostationen zu senden. 992 Kinder konnten seitdem gerettet werden. In Zeiten von Mobile First geht die Organisation FIA nun einen Schritt weiter. Mit Hilfe programmatischer Werbung können nicht nur hyperlokale Anzeigen, sondern auch Suchmeldungen ausgesteuert werden.

Am Ort der Entführung oder Vermisstenmeldung wird mittels Geo-Targeting ein Alarm aktiviert, um Menschen über den Vorfall zu informieren und im besten Fall dazu zu bewegen, aktiv an der Suche teilzunehmen bzw. Hinweise an die zuständigen Behörden weiterzuleiten.

Um eine schnellstmögliche Benachrichtigung zu gewährleisten, haben die Mitgliedsunternehmen der FIA gemeinsam eine programmatische Infrastruktur für die Auslieferung von Werbung entwickelt. Dafür wurden Publisher gebeten, Teile ihres Mediainventars zu spenden, damit das FIA-System Amber Alerts in Form von Display-Anzeigen ausspielen kann.

Sobald ein Vorfall gemeldet wird, erstellt die FIA einen Alarm, der den Namen des Kindes und alle Informationen über den mutmaßlichen Entführer (Marke und Modell seines Autos, sein Nummernschild und andere Identifizierungsmerkmale) enthält. Die Warnung wird durch FIA-Geo-Targeting für den spezifischen Bereich, in dem der Vorfall aufgetreten ist, bereitgestellt, und die Warnungen werden auf mobilen Geräten und Computern hyperlokal angezeigt.

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Sturmwarnung (Foto: FIA)
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Wie bitte?

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In einem kurzen Video wird erklärt, wie das System funktioniert. FIA hat einen "Alert Hub" bei Amazon Cloud. Mit Angaben von öffentlichen Stellen wird über Kindesentführung, Tornado-Warnungen und ähnliches informiert. Die Alerts werden den Nutzern in den betroffenen Regionen sofort angezeigt - egal, welches Device sie nutzen.

Werbetechnologie als Vorbild für Krisenwarnsysteme

Trotz des manchmal zweifelhaften Rufs von Display-Anzeigen und den damit verbundenen Targeting-Möglichkeiten, ist die FIA ein durchweg positives Beispiel für die Verwendung von datengetriebener Werbeaussteuerung. Die Arbeit der FIA wurde auch bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Cannes-Löwen und dem Webby.

Aufgrund der positiven Resonanz erweitert die FIA ihre Alerts um andere Arten von zeitkritischen und potenziell lebensrettenden Warnmeldungen. Zu den neuen Anwendungen der FIA-Technologie gehören beispielsweise die Hinweise zu Evakuierungen bei Naturkatastrophen, die von US-Bundesbehörden veröffentlicht werden. Auch Lebensmittelrückrufe und Wasserkontaminationswarnungen werden derzeit geprüft.

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Über den Autor: Ari Levenfeld ist Chief Privacy Officer bei Sizmek und verfügt über mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung in der AdTech-Branche und den Schwerpunkten Data Governance, Policy und Inventarqualität. In seiner Funktion bei Sizmek ist Ari verantwortlich für die Einhaltung der gesetzlichen und branchenspezifischen Standards und Vorschriften.

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