Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Zeichnung
Nicht nur in Deutschland sollen Agenturen die Plattform nutzen, um Nachwuchs-Kreative zu finden (Bild: „Creativity Has No Borders​“)
Initiativen gegen rechts diversity New Work

Unternehmen profitieren von neuen Perspektiven

Endlich angekommen, möchten viele Geflüchtete in Deutschland selbstbestimmt leben. Das heißt, unabhängig von staatlichen Hilfen eigenes Geld verdienen. Unterbesetzte Unternehmen von der BVG bis hin zu Werbeagenturen profitieren von den motivierten Quereinsteigern.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Sie sind studierte und erfahrene Informatiker, Mediengestalter oder Rechtsanwälte. Der Krieg machte sie zu Flüchtlingen. In manchen Fällen warten sie monate- oder sogar jahrelang auf Arbeitsgenehmigungen.

Wir kennen das alle – so ganz ohne Perspektive wird man mutlos. Und nicht nur die geflüchteten Menschen wollen arbeiten, auch Unternehmen brauchen Mitarbeiter. Busfahrer bei der BVG zu werden, ist ein harter Job. Der gelernte Rechtsanwalt Nawar Al Jairudi aus Syrien will ihn trotzdem machen. Er blickt auf eine lange Karriere in seinem Heimatland zurück und ist bereit, in Deutschland nochmal ganz von vorn anzufangen.

„Ein Teil dieser Initiative zu sein, hat mein Leben drastisch verändert"

Mohamad Mustapha kam im April 2014 nach Hamburg. In seiner Heimatstadt Damaskus hatte er gerade die Schule abgeschlossen, als der Krieg ihn vertrieb. Inzwischen ist er als Stipendiat der Miami Ad School auf dem besten Weg in die Werbebranche. Zusammen mit Managing Direktorin Ina Behrendt, der Initiative „Papel & Caneta“ und einem wachsenden Team gründete er „Creativity Has No Borders“.

Anzeige

„Ein Teil dieser Initiative zu sein, hat mein Leben drastisch verändert: Vom Kritzeln großer Träume auf Papier bin ich jetzt zum Arbeiten mit internationalen Kreativagenturen gekommen“, sagt Mohamad. Agenturen wie beispielsweise elbkind beteiligen sich mit ihrer Expertise und übernehmen pro bono das Betreuen der Social-Media-Kanäle. Mohamad – „Mo“ – wirkt als Aushängeschild und als bestes Beispiel, wie die neuen Perspektiven aus anderen Ecken der Welt in Deutschland ankommen.

Die Gründerin Ina Behrendt sagt: „Diese Plattform ist mir eine absolute Herzensangelegenheit. Mein Grundgedanke damals war: Wow, da sind so viele talentierte und passionierte kreative Refugees. Sie möchten gern ihre Expertise und Erfahrung einbringen und auf der anderen Seite braucht die Kreativ-Branche dringend talentierten Nachwuchs.“

Auch interessant: Konstruktiv gegen rechte Hetze

Was Mo kann, können viele andere Kreative aus Syrien und der Welt genauso.

Poster21
(Bild: „Creativity Has No Borders​“)

Aktuell wird an der Webseite und dem Team-Setup gebastelt. Nicht nur in Deutschland sollen Agenturen die Plattform nutzen, um Nachwuchs-Kreative zu finden. Die Idee: Werbeagenturen laden kleine Kreativ-Challenges auf der Webseite hoch.

Geflüchtete reichen ihre anonymisierten Portfolios ein. „Alles was zählt, sind die tollen Arbeiten. Allein daran werden die Kreativen gemessen, ohne ‚borders‘, sprich Vorurteile“, sagt Ina Behrendt.

Wer aufgrund seiner Kreativität überzeugt, wird zum Vorstellungsgespräch eingeladen. „Wie danach die Zusammenarbeit aussehen kann, muss von Fall zu Fall geklärt werden“, sagt Creative Director Andy Tran von elbkind. Das selbst multikulturelle Team dahinter agiert als Vermittler zwischen Geflüchteten und Agenturen. Denn was Mo kann, können viele andere Kreative aus Syrien und der Welt genauso.

Für alle Unternehmen, die nicht zur Kreativbranche gehören, ist das „NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ eine gute Anlaufstelle.

Mit Informationen zu Rechtsfragen, Praxis-Tipps und Erfahrungsaustausch unterstützen die „Willkommenslotsen“ kleine und große Betriebe in ganz Deutschland. Sie vermitteln geflüchtete Menschen über das Jobcenter.

Zum Netzwerk gehört auch die Initiative „ZukunftPlus“, die ebenfalls Arbeitssuchenden mit Rat und Tat zur Seite steht. Für Unternehmen, die mit geflüchteten Menschen arbeiten wollen, stehen also genug kompetente Ratgeber zur Verfügung.

In Österreich engagiert sich die Initiative „Ausbildung statt Abschiebung“ für das Vermitteln von Jobs an Geflüchtete.

Außerdem gibt es auch Online-Jobbörsen für Geflüchtete, die aktuelle Vakanzen auflisten: Bei „Careers4Refugees“ und „Workeer“ können „engagierte Arbeitgeber“ ihre offenen Stellen ausschreiben. „Work for Refugees“ vermittelt Jobs nach persönlicher Beratung.

Inzwischen haben 25 Prozent der seit 2015 in Deutschland angekommenen Geflüchteten einen Job. Wenn es so weiter geht, hätte in fünf Jahren rund die Hälfte aller Zuwanderer eine Arbeit.

Viele Geflüchtete sind Quereinsteiger, weil die Qualifikationen aus ihrem Heimatland hier nicht anerkannt werden.

Sie fliehen vor einem Krieg, kommen als Anwalt in ein fremdes Land, lernen eine neue Sprache und versuchen sich als Busfahrer. So viel Einsatz kann jedes deutsche Unternehmen nur bereichern.

Auch interessant: Initiativen gegen rechte Hetze: Keine Geschäfte mit Nazis

Teaserbild Neu
Minimal-Onliner oder Technik-Enthusiast?

Tinder ersetzt die Bar, Alexa die Sekretärin. Die digitale Welt ist mit der realen Welt längst eins geworden. Nur will die Realität nicht jeder wahrhaben. Wie souverän bewegst du dich im vernetzten Leben?

Teilen
Jederzeit top informiert

Die wichtigsten LEAD Nachrichten per Messenger oder Newsletter

Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote