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Alle machen Fehler - auch Chatbots. Wie man diese verbessert, zeigt Matthias Mehner. (Grafik: Uli Kurz)
WhatsBroadcast Messenger Matthias Mehner

Ist das Innovation oder kann das weg?

Mit Furcht vor dem Fortschritt kommen wir als Gesellschaft nicht weiter. Deutsche haben Angst vor Robotern, künstliche Intelligenz und Co. Heute schreibt LEAD-Kolumnist Matthias Mehner über die Skepsis vor neuer Technologie.

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Letzte Woche schrieb ich ja schon über die Angst. Angst vor Robotern die uns die Jobs wegnehmen und Eisenbahnen, die uns vergiften. Heute nun Teil zwei der Gründe, warum Deutschland nicht so richtig aus der Hüfte kommt: Die Skepsis vor neuer Technologie.

Wir Deutschen machen gern alles besser – aber selten etwas ganz neu. Warum? Genau! Neu ist nicht immer besser, sagte schon mein erster Chef damals zu mir. Stimmt! Aber…

"Warum brauch ich das denn überhaupt - ging doch auch bis jetzt ganz gut ohne!"

Neue Technologien sind zu Beginn oft wenig nützlich, haben technische Defizite oder es fällt uns einfach kein passender Nutzen dazu ein. Meistens fehlt es der breiten Masse, genau wie den Unternehmen, an Weitblick oder Phantasie, was man mit den neuen Spielsachen so anfangen könnte. Frei nach Henry Ford "Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde."

Sind Siri und Co das neue Mobiltelefon?

So ähnlich verhält es sich auch gerade bei Themen wie Sprachassistenten. Es ist nicht ganz so schlimm wie bei der Angst vor Chatbots – aber rund 44 Prozent der Befragten einer Studie über Sprachassistenten sehen "keine Vorteile für mich". Frank Zimmer brachte letzte Woche in seinem Artikel über Die Deutschen und ihre Sprachassistenten das Beispiel mit Mobiltelefonen in den 90er Jahren. "Damals schworen viele Deutsche niemals ein Mobiltelefon anzurühren, da es unnötig sei."

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Heimcomputer haben keinen Nutzen!

Aber nicht nur die breite Masse ist skeptisch, wenn es um Innovationen geht. Auch Experten liegen sehr oft und gern in die eine ("Hype") oder andere ("Schrott") Richtung daneben. Besonders wenn es nicht nur um Innovation, sondern um Revolution geht, sind wir gern blind. Stiftung Warentest schrieb 1984 über den Heimcomputer: "Die Enttäuschung ist vorprogrammiert" und "Wir prüften sieben Modelle und suchten verzweifelt nach sinnvollen Einsatzmöglichkeiten. Unser Fazit: Wer auf die elektronische Aufrüstung seines Heimes verzichtet, büßt keine Lebensqualität ein.

Stiftung Warentest Computer
(Bild: Stiftung Warentest)

From Zero to Hero: Technologien werden erstmal gern belächelt und zerstören dann ganze Unternehmen

Ich persönlich mag das Beispiel von dem Computer und der Schreibmaschine. Professor Clayton M. Christensen, so jemand wie der Albert Einstein der "disruptiven Innovation" und Autor von "The Innovator's Dilemma" (Lesebefehl!) erklärt an Hand dieses Beispiels, wie neue Technologien immer erst nur für eine kleine Gruppe nützlich sind. Den Ansprüchen der breiten Zielgruppe und schon gar nicht der Profis, genügen sie nicht und werden daher am Anfang eher belächelt. Auch der PC wurde am Anfang gerade von Profis abgelehnt. So wollten zum Beispiel Sekretärinnen lieber weiter mit Schreibmaschine als mit Computer ihre Texte tippen. Diejenigen, die sich nie an den Computer gewöhnen wollten und an ihrer Schreibmaschine festhielten, verloren irgendwann an Produktivität und später ihren Job. Computer wurden immer besser – die Schreibmaschine nicht.

Innovative Lösungen entwickeln sich ständig weiter und setzen sich irgendwann durch

Am Anfang sind also alle neuen Technologien, den schon vorhandenen Werkzeugen unterlegen. Aber innovative Technologien entwickeln sich ständig weiter und setzen sich irgendwann durch. Sie werden bald auch höchsten Ansprüchen genügen und alte Technologien vollständig ablösen.

Auf eine solche Entwicklung setze ich bei Chatbots im Kundenservice, bei Sprachassistenten, selbstfahrenden Autos oder künstliche Intelligenz. Sogar an Flugtaxis und Paketdienst- Drohnen glaube ich. Einfach, weil es das Leben und Arbeiten in Zukunft besser machen wird. Fragt sich nur wann? Heute werden diese Technologien noch belächelt – aber wir werden das alles noch erleben. Unternehmen, genau wie Arbeiter, Lehrer, Ingenieure, Busfahrer, Ärzte, Marketing People usw. sollten sich dessen immer bewusst sein.

Wer zuletzt lacht, lacht am Besten…

Über den Autor

Matthias Mehner ist Vice President Strategy & Innovation bei WhatsBroadcast. Für LEAD schreibt er über das Thema Messenger.

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