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I Pad Pencil
Stiften gehen: Mit der zweiten Generation hat Apple nun erstmals einen wirklich praktischen und nützlichen Pencil entwickelt (Foto: Apple)
Apple iPad Kreativität

iPad Pro: Kreativ-Workstation der Zukunft?

Apple hat seinem neuen iPad nicht nur jede Menge Power spendiert, sondern präsentiert es als Kreativarbeitsplatz der Zukunft. Stefan von Gagern hat es im Einsatz und verrät in LEAD was es kann, warum es sich lohnt und warum ein zusätzliches Macbook Pro immer noch nicht Schnee von gestern ist.

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Als Adobe im Herbst auf seiner Kreativkonferenz MAX Photoshop ohne Abstriche auf dem iPad Pro mit Phil Schiller von Apple zeigte, kündigte sich schon an, das bald ein dazu passendes iPad Pro folgen würde. In New York war es kurz darauf beim Apple-Event soweit, als man das neue iPad Pro als das ultimative Kreativgerät ankündigte: Es besteht eigentlich nur aus Bildschirm, satt Leistung mit dem A12XBionic-Chip und soll mit neuem Apple Pencil und bis zu 1 Terabyte Speicher neue mobile Workflows beflügeln.

Eigentlich gibt es ja zwei neue iPad Pros: Das größere 12,9“ Zoll Modell war beim Vorgänger etwas klobig - und daher selten zu sehen. Der Neuauflage tut die Schrumpfkur gut: Es fühlt sich an wie die richtige Größe, um darauf kreativ zu werden, bleibt aber so mobil, dass es als Dauerbegleiter taugt. Beim kreativen Arbeiten ist das Mehr an Platz ein großes Plus: Hier gelingen in Zeichen-Apps und bei Retuschen schwungvolle Pinselstriche und Vektoren einfach besser. : Durch das 25 Prozent verringerte Volumen wirkt das größere iPad Pro immer noch handlich und leicht. Das Display ist ebenfalls besonders wichtig. Kunstwerke wie Zeichnungen, Illustrationen oder Fotos bringt ein gutes Display zum Leuchten. Hier kann das neue, hochaufgelöste Display im 2018er Modell voll überzeugen. Es ist schlicht und einfach mit kräftigen Farben und großem Farbraum nicht nur der beste Bildschirm den man in einem iPad je gesehen hat - sondern der beste mobile Bildschirm überhaupt.

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Kleine Updates, große Stärke: Der neue Pencil

Für viele Kreative ist der Apple Pencil bei weitem kein Gimmick, sondern oft der Grund überhaupt zum iPad Pro zu greifen. Der Erstling war schon ein guter Wurf, aber einige Mankos: Zum Aufladen musste hinten eine Kappe abgenommen werden (die viele früher oder später verloren haben, oder gleich von Anfang an in der Schachtel ließen) und dann wurde er in den Lightning-Port zum Aufladen eingesteckt. Das sah nicht nur seltsam aus, es gab es keine Lösung wie und wo man den Apple Pencil mitnimmt.

Wer sich das neue iPad Pro zulegt, muss zwar auch einen neuen Apple Pencil kaufen - er ist nicht kompatibel zum alten iPad Pro und der Stift davon läuft auch nicht am 2018er-Modell, aber die Investition lohnt sich. Der neue Apple Pencil wird magnetisch an der Seite des iPad Pro nicht nur gehalten - er wird dabei gleich drahtlos aufgeladen. Beim “Andocken” zeigt er auf dem Bildschirm des iPad Pro in Prozent seinen Ladezustand. Genau so einfach funktioniert das Bluetooth-Koppeln: Einfach ans iPad schnappen lassen, fertig.

Das klingt alles nach simplen Verbesserungen, hat aber eine enorme Wirkung: Der Apple Pencil bleibt immer griffbereit und aufgeladen. Wird das iPad Pro aufgeladen, wird auch der Apple Pencil aufgeladen. Ja mit der Zeit vergesse ich sogar, dass er überhaupt geladen werden muss - denn er hat dank der praktischen Drahtlos-Ladefunktion immer 100 Prozent Akkuladezustand. Damit er besser am Gerät hält, ist er an einer Seite abgeflacht. Damit hält er nicht nur besser am iPad Pro, sondern er liegt irgendwie auch besser in der Hand als der komplett runde Vorgänger.

Zeichnen und Illustrieren wirkt so gut wie beim Vorgänger, aber noch etwas verfeinerter. Hier stand ein Bleistift als Vorbild Pate. Genial und einmalig ist dabei die Idee das Schraffieren durch schräges Auflegen der Zeichenspitze möglich zu machen. Viele Apps wie Adobe Photoshop Sketch, Alias Sketchbook oder Procreate unterstützen diese Art flächig zu zeichnen.

I Pad Pro Creative Sketch 10302018
Das iPad Pro eignet sich hervorragend für Illustrationen und Skizzen.

Der neue Apple Pencil zeigt sich vor allem auf dem großen 12,9” Display als sehr natürliche Zeichenerfahrung - so echt, dass man teilweise fast vergisst, dass man digital unterwegs ist. Und das nicht nur beim Zeichnen: Bei Bildbearbeitung in Lightroom CC macht sich der Apple Pencil bei Maskierungen für selektive Korrekturen sehr gut. In Adobe Line gelingen damit sehr präzise Vektorkurven. Einen großen Teil davon trägt sicher auch die nochmal gesteigerte Prozessorpower des A12X Bionic Chip bei, die Pinselstriche und alle Eingaben sehr flüssig umsetzt - und das jetzt schon, obwohl die Entwickler sicher erst anfangen die neue Power in ihren Apps zu nutzen.

Photoshop ohne Abstriche

Mit den aktuellen Kreativ-Apps sind die Möglichkeiten mit dem iPad Pro längst nicht erschöpft: Adobe hat 2019 Photoshop fürs iPad Pro angekündigt. Zwar kommt der Bildbearbeitungs-Klassiker mit einer neuen, für Touch-Bedienung optimierten Oberfläche, aber darunter arbeitet die gleiche Codebasis wie am Desktop. Dazu wird 2019 ein komplett neu entwickeltes Zeichenprogramm, derzeit unter dem Namen Project Gemini folgen. Damit sind nicht nur natürliche Ölgemälde und Aquarelle neben Bleistiftskizzen und allen möglichen Maltechniken möglich, sondern gleichzeitig können die Werke mit Vektorzeichnungen kombiniert werden. Die beiden Apps läuten zusammen mit Lightroom und dem Video Editor Adobe Premiere Rush die nächste Generation von Apps ein. Die Grundidee lautet Profi-Ergebnisse mit intuitiver Bedienung zu kombinieren.

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Photoshop kommt auf dem iPad Pro mit einer neuen Oberfläche aber bewährter Code-Basis.

Mobiler Schnittplatz

Nicht nur beim Zeichnen und Bildbearbeitung überzeugt das iPad Pro, auch als mobiler Schnittplatz für Videografen und YouTuber ist es sinnvoll: Apps wie Adobe Premiere Rush gehen genau den Schritt weiter, der bisher bei Apples iMovie vielen gefehlt hat. Hier ist der Videoschnitt mit mehreren Spuren möglich. Künstliche Intelligenz hilft beim Aussteuern von Dialogen mit der Hintergrundmusik. Das iPad Pro schafft hier mehrere Spuren mit 4K-Auflösung ohne ins Schwitzen zu kommen. Voiceover-Aufnahmen sind dank Stereo-Mikrofonen im iPad Pro ohne Zusatzhardware in sehr guter Qualität möglich - und warum nicht gleich auf einem Mobilgerät schneiden, wenn die Videos später auch hauptsächlich da konsumiert werden?

Auch hier macht der Apple Pencil als Maus-Ersatz beim Trimmen einen präzisen Job. Daneben lohnt sich der Kauf des neuen Smart Keyboards - einer Kombi aus iPad Pro Hülle und Tastatur. Beim Schnitt und in vielen Kreativprogrammen lassen sich damit Tastaturkürzel aufrufen - ein großer Zeitsparer. In Procreate lassen sich zum Beispiel die Pinselgrößen durch Drücken der Spacetaste das Schnellmenü einblenden oder mit Optionstaste die Pipette Aufrufen.

Premiere Rush Cc
Premiere Rush CC macht Videoschnitt einfach und intuitiv möglich.

Und auch Musiker oder Sounddesigner werden mit dem neuen iPad Pro viel Spaß haben - ob als mobiler Effektprozessor oder Soundstudio. Mit dem neuen USB-C Anschluß sind zwar Adapter oder neue Kabel notwendig, aber Hardware wie Sound-Interfaces oder Midi-Keybooards wie das iRig Keys I/Olassen sich ohne zusätzliche Stromversorgung direkt anschließen. USB-C zeigt sich auch bei Video durch den einfachen Anschluß von externen Monitoren oder beim Aufladen des iPhones praktisch. Fotografen freuen sich über den flotten Import direkt von der DSLR-Kamera - Videografen können so große Filme schneller aufs iPad übertragen. Damit alles ran passt, macht sich ein Multi-Adapter für USB-C schnell bezahlt.

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Der USB-C Port wurde oft kritisiert, macht die Anschlussmöglichkeiten aber vielfältiger.

Kreative Workstation ja, Macbook-Ersatz nein

Das iPad Pro 2018 kann als mobiler Kreativ-Arbeitsplatz voll überzeugen, vor allem wenn Techniken für natürliches Zeichnen, Retuschieren oder Videoschnitt mit Touch-Eingabe oft auf der täglichen To-Do Liste stehen. Der Apple Pencil ist im zweiten Anlauf an den richtigen Stellen verbessert und kann jetzt seine Stärken als omnipräsentes Zeichentool voll ausspielen. Bleibt noch die oft gestellte Frage, ob das Pro das Macbook Pro künftig überflüssig macht. Hier kommen die Unterschiede zwischen iOS und MacOS ins Spiel, die bei einigen Produktivitätsaufgaben immer noch da und für den Profialltag zu groß sind. So bleibt auch das neue iPad Pro eine sinnvolle Ergänzung, die sich nicht nur wegen dem intuitiven Zeichnen lohnt.

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