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Kuerzel Joerg Heinrich
(Bild: 123rf.de)
Jörg Heinrich Social Media Internet

Internet-Deutsch, Deutsch-Internet

Das Internet war schon immer eine Fundgrube für Abkürzungen und für einen ganz speziellen Slang, der durch Chats und Foren, durch Instagram und Snapchat geistert. Aber die Sprache ändert sich täglich. LEAD übersetzt 50 Internetkürzel, die 2018 wichtig sind.

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Populäre Kürzel wie XOXO ("Hugs and Kisses"), BFF ("Best Friends Forever") oder Chillaxing ("Chillen und Relaxen") kennt fast jeder. Aber: Die Internetsprache ändert sich täglich, und es kommt ständig neuer Slang dazu.

143: Die drei Zahlen stehen für "I Love You" – die eins für einen Buchstaben ("I"), die vier für vier Buchstaben ("Love"), und die drei für drei Buchstaben ("You"). Wer eine 143 auf seinem Display liest, schickt eine 1432 zurück ("I Love You too"), oder bei Nichtgefallen eine 183 ("I Hate You").

53X: Wer sich die beiden Zahlen und den Buchstaben genau anschaut, der sieht, worüber hier etwas verdruckst geschrieben wird: Let’s write about Sex.

Askhole: Die neugierige Variante des altbekannten "Asshole". Wer seinen Mitsurfern unentwegt Löcher in den Bauch fragt, und dabei entschieden nervt, ist ein "Frageloch".

ASL: Klärt im Internet die drei wichtigsten Punkte auf einmal. Die Frage nach "Age/Sex/Location"("Alter/Geschlecht/Wohnort") zeigt, ob vor dem weiteren Chatten zumindest die wichtigsten Fundamentaldaten stimmen.

BISLY: ("But I still love you"): Das Versöhnungsangebot nach einem Streit im Chat oder im IRL, im "richtigen Leben". "Aber ich liebe Dich doch immer noch."

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Creeper: Wer im Internet immer nur Profile stalkt, aber nie selbst schreibt, ist ein "Grusler".

CU46: ("CU for Sex"): Wer nach der 53X nicht schreiend den Chatroom verlässt, kann mit der CU46 zum nächsten Schritt übergehen.

CxO: CEO, CIO, CFO, CTO oder CMO – wer blickt bei den zahllosen Bezeichnungen für den "Chief Executive Officer"und seine Kollegen noch durch? Wer "CxO" schreibt, packt die komplette Chefetage mit einem x als Platzhalter in drei knappe Buchstaben.

DBEYR ("Don't believe everything you read"): Das Kürzel für den modernen Medienskeptiker. Glaub bloß nicht alles, was Du liest.

Debbie: Quasi die "Schackeline" des englischen Sprachraums. Eine Debbie hat sogar noch weniger Ahnung als ein kompletter Neuling ("Newbie").

DILLIGAS: ("Do I look like I give a Shit?"): Eines der längsten aktuellen Kürzel im Netz – falls dich das interessiert.

Dweet: Kein Rechtschreibfehler, sondern ein "drunken Tweet", ein missratener Tweet unter Alkoholeinfluss.

FLBP: ("Future Lower Back Problems"): Im Moment klingt ein Thema noch irrsinnig wichtig – doch schon bald wird sich kein A…. mehr dafür interessieren.

GLAWD: ("Good luck and well done"): Das hört man gern im Netz. Job gut erledigt, und viel Glück fürs nächste Mal.

Hangry: ("Hungry + Angry"): Die Kombination aus Hunger und Ärger wünscht man seinem ärgsten Feind nicht.

IRL: ("In real Life"): Steht fürs wahre Leben, für die oft mysteriöse und gefährliche Welt außerhalb des Cyberspace.

Jheeze: ("Jesus"): Vergleichbar mit OMG ("Oh mein Gott") und "Wow", klingt aber lässiger.

KMU: ("Keep me updated"): Drei Buchstaben reichen für die Bitte „Halt mich auf dem Laufenden".

LSHIDMT: ("Laughing so hard I drop my Taco"): Die fortgeschrittene Version von ROFL ("Rolling on the Floor laughing"). Jetzt fällt beim Sturz auf den Teppich vor lauter Lachen auch noch der Taco aus der Hand.

LYLAS: ("Love you like a Sister"): Mädchen-Zuneigung 2018, quasi der Nachfolger von BFF. "Ich liebe Dich wie eine Schwester."

MWAH: Romantik-Kürzel, das für einen Kuss steht. Denn wer sich durch die Luft ein Bussi zuwirft, macht "MWAH".

Netflix and chill: Immer noch häufig verwendet, hat mit Filmen und Serien aber nur sehr am Rande zu tun. Wer seinen Crush zu "Netflix and chill" nach Hause einlädt, will den Fernseher möglichst schnell ausschalten und zum gemütlichen Teil übergehen.

NPZ: ("No Problems"): Geht’s noch kürzer? Kein Problem, für Internetslang reichen oft drei Buchstaben. Vokale werden eh überschätzt.

NSFW: ("Not safe for Work"): Steht für Ferkelkram, der auf dem Bürocomputer nicht unbedingt auftauchen sollte. Nicht geeignet für die Arbeit, für Chefs und Kollegen.

O RLY: ("Oh really!"): Keine nette Bemerkung, muss aber manchmal sein. Wer im Internet mit sinnlosen Infos zugetextet wird, lässt ein überaus herablassendes „Ach was!“ fallen. Alternativen sind "NO WAI!" und "YA RLY!"

Peepz ("People"): Gern benutzte Bezeichnung der Leute im Internet für andere Leute.

PLUR: ("Peace, Love, Unity, Respect"): Das freundlichste Internetkürzel 2018. Ist leider noch nie in den Tweets von Donald Trump aufgetaucht.

POETS: ("Piss off early, tomorrow's Saturday"): Klingt poetisch, ist aber das neue TGIF ("Thank God it’s Friday"). Lass uns schnell hier abhauen, denn morgen ist endlich Samstag!

POIDH: ("Picture, or it didn't happen"): Im Internet wird viel behauptet. Wer einem Aufschneider nicht glaubt, fordert Beweise: "Zeig mir ein Bild, oder Du hast gelogen!"

POTY: ("Post of the Year"): Maximales Lob im Netz für einen Beitrag, der so brillant ist, dass er zum "Post des Jahres" taugt.

PREGGO: ("Pregnant"): Wer sich im IRL mit anderen Peepz trifft, kann schwanger werden.

QQ: Traurig sein – dafür braucht es im Netz nur zwei Buchstaben, die für zwei Augen mit Tränen darunter stehen.

Ship: ("Relationship"): Es geht immer noch kürzer. "Ship" hat nichts mit Seefahrt zu tun. Es handelt sich vielmehr um die verbliebenen vier Buchstaben von "Relationship". Dabei muss es aber nicht unbedingt um eine "Bezi" gehen. Man kann zum Beispiel auch Rockstars "shippen": "I ship Noel Gallagher so hard."

Sis: ("Sister"): Jungs haben schon lange ihren besten Kumpel, ihren "Bro", der nicht zwangsweise der gleichen Familie entstammen muss (im Gegenteil). Die "Sis" ist die Mädchen-Variante.

SOZ: ("Sorry"): Tut uns leid, wenn dieses Kürzel nicht mehr viel mit dem Original zu tun hat.

Stan: Wer sich total für ein Thema begeistert, ist kein Fan mehr, sondern ein "Stan" – wie im gleichnamigen 2000er Eminem-Song über einen obsessiven Fan.

STBX: ("Soon-to-be Ex"): Vier Buchstaben, und das Ende einer Bezi. Gestern noch verliebt, morgen schon der oder die Ex.

SUM1: ("Someone"): Und wieder drei Buchstaben gespart, das Internet liebt es effizient. Hat jemand was dagegen?

Swipe right: ("Nach rechts wischen"): Das "Ja" aus Tinder ist längst zum universellen Kürzel für Begeisterung und Zustimmung geworden. Wer etwas gut findet, wischt nach rechts.

TL;DR: ("Too long; didn’t read"): Geduld und Muse sind nicht unbedingt die Kernkompetenz der Generation Internet. Wer sich nicht durch einen ausufernden Text kämpfen will, antwortet mit "Zu lang, hab's nicht gelesen". In Unternehmensdokumenten, vor nicht allzu wichtigen Passagen, taucht "TL;DR" auch schon mal auf.

WAGWAN: ("What’s going on?"): Untypischerweise keine Lautmalerei von "Was ist los?". WAGWAN stammt aus dem jamaikanischen Patois-Dialekt.

Wasted: Wer betrunken ist oder sonstige berauschende Substanzen konsumiert hat, hat danach mächtig Kopfweh und fühlt sich "verschwendet".

WATN: ("Where are they now?"): Bezieht sich eigentlich auf längst vergessene Kinderstars aus Film und Musik. Heute steht "Und was ist aus ihnen geworden?" aber eher für "Vergiss es, ist morgen schon Schnee von gestern" (siehe FLBP).

Wexting: Wexter leben gefährlich. Denn die Kombination aus "Walking" und "Texting", mit dem Blick stur auf dem Smartphone-Bildschirm, kann beim Überqueren einer Straße tödlich enden.

WIIFM: ("What's in it for me?"): "Und was hab ich davon?" Beliebte Abkürzung, wenn der Sinn eines Vorschlags nicht ganz klar ist.

WoMoBiJo: ("Working Mother with a big Job"): Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen – die WoMoBiJo schafft es vorbildlich.

WUT: Hat nichts mit Zorn zu tun, sondern ist die moderne Variante von "What", die 25 Prozent Buchstaben spart. In den USA und Großbritannien verzweifeln Lehrer bereits an Sätzen wie "Wut is wrong with u?", die ihre Schüler in Aufsätze schreiben.

WYL: ("Whatever you like"): Ganz wie Du magst – wird gern auch mit etwas schnippischem Unterton geschrieben.

Yak shaving: Das Rasieren eines Yaks – beschreibt völlig sinnlose Tätigkeiten, bevor die eigentliche Arbeit endlich beginnt.

Youie: Eine der zahllosen Selfie-Varianten, die durchs Netz geistern. Ein "Youie" ist ein "You-Selfie", also das Selfie einer anderen Person.

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