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Online Suche Mit Kii Stock 157727257
Google, Bing und Co. sorgen in den Weiten des World-Wide-Webs für Orientierung – und sind zugleich mächtige Mittler zwischen Content-Anbietern und -Nutzern (Foto: iStock)
Suchmaschine Google KI

Intelligentere Online-Suchen mit KI & Co.

Vor fast genau 25 Jahren - am 20. April 1994 - startete mit dem WebCrawler die erste Volltextsuche im Internet. Zu diesem Anlass hat Michael Frenzel vom eco - Verband der Internetwirtschaft e. V. mit zahlreichen Experten über die Zukunft der Web-Suche gesprochen.

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Wer suchet, der findet – die biblische Redewendung gilt auch online: Fast alle Internetnutzer (91 Prozent) verwendeten im ersten Quartal 2018 Suchmaschinen, um Informationen zu Waren und Dienstleistungen zu erhalten. Google, Bing und Co. sorgen in den Weiten des World-Wide-Webs für Orientierung – und sind zugleich mächtige Mittler zwischen Content-Anbietern und -Nutzern.

Diese Rolle wird aktuell neu definiert: "Künstliche Intelligenz und Suchanfragen mittels gesprochener Sprache revolutionieren zurzeit die Onlinesuchen", sagt Alexander Rabe, Geschäftsführer des eco - Verbands der Internetwirtschaft e. V. und begrüßt die Unterstützung durch die smarten Assistenten. "Machine Learning führt dazu, dass die Suchen immer besser werden und Nutzer immer zuverlässiger das Ergebnis erhalten, das für sie die höchste Relevanz hat", so Rabe weiter.

Suchst du noch oder lässt du suchen?

Die smarten Suchassistenten sind das Ergebnis einer langjährigen Entwicklung von Such-Technologie. In der Anfangszeit des Internets vermittelten noch Spezialisten in Seminaren das notwendige Know-how, um eine Keyword-Suche durchzuführen. Doch bereits 1994 entwickelte Brian Pinkerton an der University of Washington den WebCrawler, der am 20. April des Jahres startete und erstmals eine Volltextsuche auf zunächst 4.000 Webseiten ermöglichte.

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Seit 1995 die Suchmaschine Altavista und 1997 Google online gingen, ist den Nutzern die Bedienung von Suchmaschinen in Fleisch und Blut übergegangen. Die vergangenen zwei Jahrzehnte waren davon geprägt, dass Nutzer Suchanfragen selbst durchführten. Das wird sich ändern, dessen sind sich Branchenkenner weitgehend einig. Auf der eco Akademie Veranstaltung mit dem Titel "Suchen Sie noch oder lassen Sie suchen?" kamen am 20. März 2019 rund 25 Experten für Online-Suchen zusammen, um ein Bild von der Suche der Zukunft zu entwerfen.

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KI ermöglicht mit weniger Aufwand bessere Suchergebnisse

Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning werden beispielsweise die Bildung von Keyword-Clustern automatisieren, sagt Benjamin Kirsche, Lead Digital Marketing & Analytics bei denkwerk GmbH in Köln. "Dem Menschen bleibt die Aufgabe, die richtigen Keywords im Kontext der Suche auszuwählen, so dass nicht immer nur der gleiche Content auf der ersten SERP (Search Engine Result Pages) gezeigt wird." Die Internet-Suche würde dadurch deutlich einfacher, effizienter und weniger zeitaufwändig.

Den Trend zur Kontext-Suche bestätigt auch Christian Vollmert, Geschäftsführer des Such-Spezialisten luna-park GmbH. "Insbesondere die Suche nach 'in der Nähe von' verzeichnet einen starken Anstieg. Das wird sich durch Sprachsuchen noch verstärken." Für lokale Ökonomien liegt darin eine neue Chance. Sein Ratschlag für die Praxis: Die Customer-Journey unter Berücksichtigung von KI & Co. sollte in den Mittelpunkt gestellt werden.

Suchergebnisse durch SEO künftig schwerer beeinflussbar

Bereits jetzt ist zu beobachten, dass Search Engine Advertising (SEA) im Vergleich zur Search Engine Optimization (SEO) an Bedeutung gewinnt. Bis zur Hälfte der klickstarken ersten Ergebnisse sind heute Anzeigen, deren Klickrate insbesondere bei Mobile zu Lasten von organischen Suchergebnissen steigt. In der Kommerzialisierung der Suche erkennt Patrick Hünemohr, Geschäftsführer der Greven Medien GmbH & Co. KG, einen weiteren aktuellen Trend.

Dabei steht eine dramatische Veränderung der Suche noch bevor. In den Entwicklungslabors von Google heißen die Arbeitsschwerpunkte Micro-Moments und KI. Dahinter steht die These von Ray Kurzweil, Director of Engineering bei Google, 2029 würden Computer über eine mit dem Menschen vergleichbare Intelligenz verfügen. Erste Einsätze von KI startete Google 2015 mit dem Einsatz von Smart Reply, einem Service, der automatische Vorschläge für Gmail-Antworten erstellte.

Heute verfügen Nutzer der Google-Suchmaschine bereits über eine Milliarde Voice-fähige Endgeräte. Das Marktforschungsunternehmen Comscore prognostiziert, dass im Jahr 2020 jede zweite Suchanfrage per Sprachbefehl erfolgen wird. Dennoch werden Sprachergebnisse möglicherweise schon wieder bald überholt sein. Da alle Assistenten eine Displayvariante erhalten werden, sei damit zu rechnen, dass auch die Suchergebnisse bald als Video ausgegeben werden, meint Hünemohr.

KI ermöglicht es heute bereits, Video-Inhalte zu erkennen, die passende entsprechende Stelle im Video zu identifizieren und in der Suche korrekt anzuzeigen. Über eine entsprechende Technologie verfügt Christian Schrumpf, Gründer und CEO des Bremer Start-ups Spaactor. Sie ermöglicht es, sämtliche deutschsprachigen Radio- und TV-Quellen nach Stichworten zu durchsuchen und Fundstellen punktgenau auszuliefern. Gerade weil viele Suchen auf Gehörtem basieren, bietet diese Technologie viel Potenzial.

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​Haftung, Datenschutz und Medienregulierung

Bei aller Begeisterung für die Möglichkeiten durch die neuen Such-Technologien, bleiben aus juristischer Sicht aktuell jedoch viele Fragen noch unbeantwortet. Bestellvorgänge bei reinen Sprachassistenten entsprechen beispielsweise nicht den aktuellen verbraucherrechtlichen Anforderungen, wie Kilian Kost, Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei Wilder Beuger Solmecke ausführt. Verträge können faktisch nicht wirksam abgeschlossen werden. Für den Verkäufer besonders unangenehm: es könnten sogar Unterlassungsansprüche der Mitbewerber entstehen.

Auch der Datenschutz stellt zusätzliche Hürden auf. Problematisch sei eine etwaige Übertragung des Gesprochenen in die USA. Für Lutz Keppeler, Fachanwalt für IT-Recht und Partner bei Heuking Kühn Lüer Wojtek, ist das gesprochene Wort sogar noch sensibler als das geschriebene Wort in Sachen Datenschutz, auch wenn es nur gegenüber digitalen Sprachassistenten gesprochen wird.

Dieter Frey, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, räumt hingegen mögliche Bedenken aus, nur eine Antwort auf eine Suche könne zum Fall für eine Medienregulierung in Deutschland werden. Dies sei kein Regulierungs-Problem, solange noch mehrere Assistenten im Wettbewerb zueinander stünden. Ob Alexa, Siri, Google, Cortana oder Bixby – Internet-Nutzer stehen in Zukunft vor der Wahl: Wer bietet die schönste Such-Antwort im ganzen Web?

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Der eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. ist mit über 1.100 Mitgliedsunternehmen der größte Verband der Internetwirtschaft in Europa. Seit 1995 gestaltet eco maßgeblich das Internet, fördert neue Technologien, schafft Rahmenbedingungen und vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber der Politik und in internationalen Gremien.

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