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HR-Managerin Pia Schuschies und Software Engineer Can Kutlu Kinay (Foto: unu)
Start-up International New Work

Start-ups: Warum gutes Onboarding für Expats wichtig ist

Viele Start-ups suchen digitale Spezialisten oder streben eine Internationalisierung an - und könnten Expats gut gebrauchen. Das Berliner E-Mobility Start-up unu hat deshalb ein eigenes Konzept entwickelt, um ausländischen Fachkräften den Jobeinstieg in Deutschland zu erleichtern.

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Anders als viele Deutsche meinen, ist ihr Land bei Expats nicht sehr beliebt. Das ergab eine neue Umfrage der Firma Internations, die Expat-Communities betreut – und in der Deutschland auf einem der hintersten Plätze landete. Die Gründe: Die ausländischen Arbeitskräfte finden keine deutschen Freunde, hadern mit der Sprache und der mangelhaften digitalen Infrastruktur. Das ist für ein Land mit Fachkräftemangel fatal, unzählige Unternehmen suchen verzweifelt nach qualifizierten Arbeitnehmern.

Manche Start-ups versuchen deshalb, über die Landesgrenzen hinaus potenzielle Mitarbeiter anzusprechen. Ein Beispiel: Unu – ein Berliner E-Mobility Start-up, das Elektroroller herstellt und internationale Kunden betreut - und das mit 70 Mitarbeitern aus 15 verschiedenen Nationen schon sehr international aufgestellt ist.

HR-Managerin Pia Schuschies erklärt: „Unsere Gründer kommen aus und lebten in verschiedenen Ländern und haben deshalb auch einen internationalen Kontaktkreis.“ Englisch sei deshalb Teamsprache – was den Internationals, die noch kein Deutsch sprechen, den Einstieg sowieso ungemein erleichtert.

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Die ersten Schritte in Deutschland

So erging es auch Can Kutlu Kinay. Der 32-Jährige stammt aus Istanbul und arbeitet seit drei Jahren bei unu als Senior Software Engineer – ein Beruf, der bei deutschen Arbeitgebern schwer gefragt ist. Auf unu aufmerksam geworden ist Kutlu Kinay, der mit seiner Familie schon länger auswandern wollte, über Freunde.

„Es gab einen mehrstufigen Bewerbungsprozess, bei dem alles eigentlich glatt gelaufen ist“, erzählt er. Doch nachdem er die Stelle antreten wollte, wurde es kompliziert: Visa-Prozesse, Behördengänge, Wohnungssuche. Dabei stand ihm Schuschies zur Seite und unterstützte die Familie bei den Abläufen.

Die HR-Managerin kümmert sich darum, dass alle internationalen Neuzugänge mit Informationen und passenden Dokumenten ausgestattet sind. Sie begleitet die Neuen auch bei Behördengängen – dabei sieht sie sich vor allem als emotionale Stütze: „Viele sind sehr aufgeregt und nervös. Sie haben Angst, dass etwas nicht klappt oder schief läuft.“ Bisher sei es aber immer gut verlaufen.

Auch interessant: Warum gutes Onboarding für neue Mitarbeiter wichtig ist

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HR-Managerin Pia Schuschies und Software Engineer Can Kutlu Kinay (Foto: unu)

Damit Schuschies beim Onboardingprozess nicht alleine ist und die Neuen gleich eingebunden werden, gibt es bei unu das Buddy-System, bei dem erfahrene Kollegen als Mentor fungieren: Jeder neue Mitarbeiter bekommt einen Buddy zugeordnet, der allgemeine Fragen klärt – auch alltägliche, also nicht auf den Job bezogene Anliegen. Dabei wird darauf geachtet, Deutsche mit Internationals zu matchen.

Der Buddy kümmert sich dann am ersten Tag auch darum, den Neuen in die Tools einzuweisen und das interne Wiki zu zeigen. Von den Kollegen wird das Buddy-System gerne angenommen. „Sie fühlen sich geehrt, wenn sie ein Buddy sein dürfen und werden von uns auch gecoacht“, sagt Schuschies.

Bei Kutlu Kinay kam das gut an: „Ich habe mich gleich am Anfang gut aufgehoben gefühlt, man hat sich um mich gekümmert und meine Fragen beantwortet.“ Vor seinem Umzug habe er versucht, die Sprache zu lernen und sich damit auseinandergesetzt, wie das Leben in Deutschland geregelt ist: Gesundheitswesen, Kinderbetreuung, Schulsystem, aber auch, welche beruflichen Möglichkeiten es für seine Frau gibt.

Auf die Unternehmenskultur kommt es an

Durch die Unterstützung habe er in seinem neuen Job keinen Kulturschock erlebt. „Obwohl es eine große Veränderung war, habe ich von Anfang an gut reingepasst und es hat sich nicht angefühlt wie eine große Umstellung.“

Schuschies erklärt: „Wir haben eine internationale Teamkultur, uns verbinden unsere Werte, die wir für unser Unternehmen definiert haben. Diese Werte sind universell gültig und beziehen sich auf jeden Kulturkreis. Es geht hier zum Beispiel um Authentizität, Mut oder kreatives Lösen von Problemen."

Darauf sei auch das Einstellungsverfahren ausgerichtet: "Wir achten beim Bewerbungsprozess darauf, nur Menschen einzustellen, die sich auch mit unseren Werten identifizieren können, alles andere – Charakter oder kulturelle Unterschiede - tritt dann in den Hintergrund.“

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Kutlu Kinay bevorzugt deshalb auch Start-ups als Arbeitgeber: „In großen Unternehmen gibt es feste Strukturen, an die man sich erst anpassen muss“ – und die würden es insbesondere Internationals schwer machen, sich einzuleben.

Auch dass sich seine Kollegen um ihn gekümmert haben, findet Kutlu Kinay wichtig. „Viele Expats wie ich sind für den Job nach Deutschland gezogen, sie müssen erst wieder ein soziales Netzwerk aufbauen.“ Kollegen seien dann die erste Anlaufstelle.

Dankbar ist er auch, weil diese ihm beim Kampf gegen die Windmühlen der Bürokratie geholfen haben: „Wenn man sich registrieren lassen möchte, braucht man eine Wohnung; aber die Wohnung bekommst du nur, wenn du registriert bist.“

Hilfe zur Selbsthilfe

Schuschies rät anderen Firmen deshalb, ihre internationalen Neuankömmlinge bei diesen Prozessen nicht alleine zu lassen: „Man sollte alles so genau wie möglich dokumentieren: Steuersystem, Versicherung, Wohnungssuche. Wir haben auch einen Welcome Guide für Berlin, damit sie sich nicht verloren fühlen. Das ist Hilfe zur Selbsthilfe.“

Das gleiche gelte auch für die Arbeitsprozesse - ein internes Wiki und regelmäßiges Coaching der Kollegen sei wichtig, damit die Wissenshoheit nicht nur bei einer Person liege.

Start-ups, die sich internationalisieren möchen, empfiehlt sie, Werte für die Teamkultur festzulegen und nur dazu passende Bewerber einzustellen. „Man muss aber auch bereit sein, die neuen Leute aufzunehmen und eine offene Kultur zu leben.“ Attraktiv für internationale Bewerber sei auch ein transparentes Compensations-Modell und eine Stellenausschreibung auf Englisch.

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