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David Lange Adlicious 1
David Lange, Co-Gründer und MD von adlicious (Foto: adlicious)
Agentur Ethik Unternehmenskultur

Initiativen gegen rechte Hetze: Keine Geschäfte mit Nazis

Seit der rechtsextremen Demo in Chemnitz zeigen immer mehr Unternehmen klare Haltung gegen rechte Hetze. Ob Spendenaktionen, öffentliche Statements oder auf Gegendemos mitlaufen: Eine Agentur hat sich ihr Engagement besonders viel kosten lassen.

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Eine sechsstellige Summe kostete das „Nein“ zu diesem Auftrag. Die Programmatic-Advertising-Agentur „adlicious“ aus Hamburg zeigte schon 2017 klare Kante. Zur Bundestagswahl sollten Online-Ads für die AfD gestreut werden. Nach kurzer Recherche erkannten die Werber, dass die Anfrage von einer Briefkastenfirma aus dem rechten Umfeld stammte und lehnten ab – „schnell und einstimmig“, wie David Lange, Co-Gründer und MD von adlicious, berichtet.

„Natürlich hätten wir das Budget gut gebrauchen können, um unser weiteres Wachstum zu finanzieren. Aber schon bei der Gründung von adlicious war klar, dass immer das langfristige Wohl der Firma über kurzfristigen Effekten Vorrang haben soll.“

Mehr zm Thema: Sonderurlaub für Chemnitz: Wie Agenturen und Unternehmen jetzt Haltung zeigen

Umsatzeinbußen durch ethische Entscheidungen

Auch Stacheldraht-Hersteller „Mutanox“ aus Berlin weigerte sich 2015, eine halbe Million mit Grenz-Zäunen zu verdienen. Die ungarische Regierung wollte den Draht nutzen, um Menschen auf der Flucht aufzuhalten.

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2014 entschied sich der britische Sportartikelhersteller „Lonsdale“, seine Logo-Shirts nicht mehr an einschlägige Läden zu verkaufen. Diese werden von Neonazis gerne in Kombination mit Bomberjacken getragen, sodass nur der mittlere Teil des Schriftzugs zu sehen ist: NSDA. Mit dem Verkaufsstopp an Nazi-Shops nahm die Firma zeitweise bis zu 75 Prozent Umsatzeinbußen in Kauf.

Solche Entscheidungen tun weh, tragen aber langfristig zur Markenbildung bei. Wenn es nicht die ethischen Gründe sind, die Manager schließlich überzeugen, dann ist es vielleicht Glaubwürdigkeit, Transparenz und gesellschaftliche Verantwortung.

Wie das aussieht, wenn diese Werte in Frage gestellt werden, konnte man im Mai dieses Jahrs bei Facebook beobachten. Das EU-Parlament befragte Firmengründer Mark Zuckerberg intensiv und öffentlich zu den firmeninternen Datenverarbeitungs-Praktiken. Kürzlich unterzeichneten Facebook und Google einen Code of Conduct der EU zum Umgang mit Fake News.

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Politische Positionierung kann ein wirtschaftliches Risiko bedeuten

Auch der BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft) startete eine Digital-Trust-Initiative, die einen Code of Conduct Programmatic Advertising enthält. Damit wird Qualität und Transparenz der Dienstleistung eingestuft. „adlicious“ hat diesen schon 2016 unterschrieben.

Die ethischen Entscheidungen, mit wem Geschäfte gemacht werden, bleiben allerdings immer noch den Werbetreibenden überlassen. Politische Positionierung kann ein wirtschaftliches Risiko bedeuten. Ausbleibende politische Positionierung kann einer Marke besonders in Zeiten wie diesen aber auch langfristig schaden.

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