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Loreley Influencer 1600
© Wiesbaden112.de/Sebastian Stenzel
Social Media Instagram Influencer

Selfie-Jäger am Abgrund

Zweieinhalb Stunden bei Dunkelheit mit gebrochener Schulter 20 Meter unter dem Loreley-Plateau am Felsen hängen: Das war der Preis für die Selfie-Idee eines jungen Frankfurters. Eventuell wird es noch teurer für ihn.

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60 Einsatzkräfte, ein Hubschrauber, eine Rheinfähre und natürlich ein Rettungswagen: So hoch war der Aufwand für das Selfie eines 31-Jährigen aus Frankfurt. Der Mann wollte sich am späten Montagabend 132 Meter über dem Rhein auf der Loreley in Szene setzen. Was dann passierte, umschrieb ein Polizeisprecher nach Auswertung der Kamera so: "Auf einem oder zwei der Bilder ist der Mann noch zu sehen. Auf dem nächsten aber nur noch der Felsen“.

Offenbar trat er rückwärts auf Kante zu, verschätzte sich dabei und stürzte 20 Meter in die Tiefe. Allerdings hatte er Glück im Unglück: Er überlebte den Sturz mit nur einer Schulterverletzung, er hatte sein Smartphone dabei und - auf dem Land nicht selbstverständlich - er hatte Netzempfang und konnte den Notruf alarmieren. Der Akku reichte sogar noch, um mittels Taschenlampenfunktion die Feuerwehr auf sich aufmerksam zu machen. Aber spätestens dann wurde es richtig teuer.

Beleuchtung aus der Luft

Die Einsatzkräfte brauchten mehr Licht und mehr Leute. Auf der gegenüberliegenden Rheinseite wurde ein Feuerwehrteam alarmiert, das auf Bergung in extrem steilem Gelände spezialisiert ist. Um Männer und Gerät zur Loreley zu bringen, musste die Rheinfähre eine Extraschicht einlegen.

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Weil in Rheinland-Pfalz auf die Schnelle kein geeigneter Polizeihubschrauber zur Verfügung stand, leistete Hessen Amtshilfe und schickte einen Helikopter vom 100 Kilometer südlich gelegenen Flugplatz Egelsbach an die Loreley, um das Gelände über dem Rheintal kreisend auszuleuchten.

Insgesamt dauerte der Einsatz zweieinhalb Stunden. Dann war der Fotograf mitsamt seinen roten Sneakers mittels Seilwinde aufs das Plateau gehievt. Die Kosten für die Rettungsaktion sind noch nicht bekannt. Notfall-Experten vermuten aber, dass der Unglücksrabe aus Frankfurt nur dafür aufkommen muss, wenn ihm Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann.

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