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Google Android 9 Pie Foto 2
(Foto: Google)
Android Google Michael Gronau

In aller Eile: Google und Samsung drängeln sich vor Apple

Google und Samsung unter Druck: Im September präsentiert Apple neue iPhones, eine neue Watch und sein überarbeitetes Betriebssystem iOS 12. Kurz vor dem Event hat Google das iOS-12-Pendant Android 9 Pie vom Stapel gelassen und die Südkoreaner kommen Apple eilig mit gleich drei neuen Gadgets zuvor.

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Sie lieben sich, sie hassen sich. Einerseits pflegen Apple und Samsung langjährige Geschäftsbeziehungen bei Komponenten für neue iPhones, andererseits lässt der Konzern aus Südkorea keine Gelegenheit aus, dem Unternehmen aus Cupertino eins auszuwischen. Jüngst erst waren es neue diverse Werbespots der „Ingenious“-Reihe, die das neue iPhone aufs Korn nahmen. Zu langsam, kein Kopfhörer-Anschluss, schlechtere Kamera – die Konkurrenz wurde gleich in mehreren Werbespots schlechtgemacht.

Und aktuell will Samsung dem mächtigen (und auf dem Smartphone-Markt) einzigen ernsthaften Mitbewerber wieder einmal die Schau stehlen. Anfang bis Mitte September wird Apple gleich drei neue iPhone-Modelle und eine neue Apple Watch Series 4 präsentieren (LEAD berichtete). Das genaue Datum des Events steht zwar noch aus – laut Berechnungen des Portals cnet könnte es der 12. September sein – doch Samsung ist trotz weltweiter Sommerferien mit einem eigenen Event vorgeprescht.

Gezeigt wurde dabei unter anderem das neueste Smartphone Samsung Galaxy Note9, das – natürlich – wieder besser als das nächste große OLED-iPhone mit vermutlich 6,4“-Display sein soll.

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Auch in anderen Apple-Segmenten wildern die Südkoreaner gern: Neben dem Note9 wurden die smarte Uhr Galaxy Watch und der smarte Speaker Galaxy Home vorgestellt, Konkurrenten für die in Kürze zu sehende neue Apple Watch Series 4 – und für den HomePod von Apple, der allerdings bereits seit 18. Juni in Deutschland verfügbar ist.

Auch sonst legt Samsung seine Events zur Präsentation neuer Smartphone-Modelle immer gerne ins Frühjahr, während Apple-Kunden bis zum Herbst auf neue iPhones warten müssen.

Alles immer früher als der Hauptkonkurrent vorstellen: Bedeutet das gleichzeitig auch, dass die Schnellschüsse bessere Produkte als das Apple-Lineup bringen?

LEAD fasst zusammen, was die neuen Samsung-Geräte, die unter Android laufen, leisten (und was nicht).

Gutverdienende Gamer werden das neue Note9 lieben

Die Note-Reihe von Samsung wurde seit dem ersten Launch 2011 bis zu 143 Millionen Mal verkauft. Das Galaxy Note9 ist nun das neueste Smartphone-Flaggschiff der Südkoreaner. Zielgruppe sind „alle, die mehr erreichen wollen“. Das Note9 verfügt über 6 oder 8 GB RAM, einen Exynos-Prozessor mit acht Kernen und über eine optimierte Dual-Kamera mit adaptiver Blende. Samsung lässt alle Bilder analysieren, gibt den Usern anschließend Tipps, um Fehler bei Aufnahmen künftig zu vermeiden und bietet Support für die Szenen-Erkennung.

Erhältlich ist das Gerät mit bis zu 512 GB internem Speicher, der mittels SD-Karte sogar auf bis zu 1 TB aufgestockt werden kann. Die Batterie bietet mit 4000 mAh extrem viel Saft. Eine Schnell-Ladefunktion ist integriert. Für den Sound sorgen jetzt Stereo-Lautsprecher.

  • Samsung Galaxy Note9 Foto 1
    Das Samsung Galaxy Note9 mit S-Pen (Foto: Samsung)
  • Samsung Galaxy Note9 Foto 4
    Das Samsung Galaxy Note9 mit S-Pen (Foto: Samsung)

Der dazugehörige Stylus, S-Pen genannt, wird ab sofort via Akku angetrieben – und kann jetzt auch Fotos auf dem Smartphone auslösen. Dies ermöglichten andere Zubehörprodukte wie der Adonit Snap2 schon länger. Auch die Fernsteuerung von Präsentationen erlaubt der neue S-Pen jetzt. Samsung vertraut weiter auf den Stylus, während Apple bekanntlich seinen Pencil nur für die größeren Screens des iPad (Pro) vorsieht, nicht aber für iPhones.

Das Note9 spielt auch mit Samsungs Desktop-Lösung DeX zusammen, ist aber an dieser Stelle auf gerade mal fünf Apps begrenzt. Um das Note9 als Desktop-Ersatz zu nutzen, benötigen User noch immer eine externe Dockingstation mit separater Kühlung.

Samsung fokussiert sich aber aufgrund des größeren Screens und der großen 1-TB-Speicherleistung vor allem auf Gamer. Gutverdienende Gamer. Denn preislich startet das Note9 bei 999 Euro und unterstreicht damit noch einmal den Trend zum hochpreisigen Smartphone, den Apple im letzten Herbst mit dem iPhone X (ab 1149 Euro) erfolgreich einläutete. Das iPhone X ist bis heute das monatlich meistverkaufte iPhone-Modell weltweit, obwohl Apple die 1000-Euro-Schranke deutlich überschritten hatte. Das größte iPhone-X-Modell kostet sogar 1319 Euro.

Dafür gibt es dann aber auch keine Notch (Kerbe am oberen Bildschirmrand) wie beim iPhone X. Die Südkoreaner vertrauen den bekannten Balken, die den Screen begrenzen.

Erhältlich ist das Note9 in Schwarz, Orange, Lavendel und Blau. Starttermin: 24. August. Damit dürfte Samsung zwischen zwei und vier Wochen schneller als Apple mit seinen drei neuen iPhones sein.

Samsung hat jetzt auch einen Home-Assistenten

Damit nicht genug. Auch Samsung steigt jetzt ins Geschäft mit den smarten Speakern ein. Hier dominieren allerdings Amazons Alexa und Google Home den Markt, nicht so sehr der HomePod, der in den USA nur auf einen Marktanteil von sechs Prozent kommt, aber auch deutlich später als die Konkurrenz in den Handel kam.

Samsung nennt sein neues Lautsprecher-Gadget schlicht Galaxy Home. Es ist größer als der HomePod, kommt in schwarz und „vielleicht in anderen Farben daher“ und setzt bei der Sprachsteuerung auf Bixby. Der hauseigene Samsung-Sprachassistent gilt bisher als Flop. Die Südkoreaner haben aber wohl monatelang an der Technik gefeilt und sind zum Start mehr als optimistisch, dass Bixby endlich mehr „Verständnis“ bei User-Anfragen zeigt.

Smarte Uhren: aus Gear wird Watch

Auch die neue Galaxy Watch könnte ein Kaufanreiz für die Android-Fraktion sein. Samsung hat zunächst einmal eine Umbenennung vorgenommen: Aus der Gear-Reihe wird schlicht die Watch-Reihe. Das frische Modell der smarten Uhr verfügt nun ähnlich wie die Apple Watch Series 3 über ein LTE-Modul. Anders als Apple setzt Samsung weiterhin auf das runde, klassisch anmutende Design.

Die wasserdichte Uhr mit Wassersportmodus zum automatischen Auswerfen von eindringenden Wassertropfen, ausgestattet mit den bekannten Sport- und Gesundheits-Funktionen, wird mit 42 mm und 46-mm-Zifferblatt-Diagonale angeboten. Als Farben stehen Schwarz und ein Rosé anmutendes Gold zur Auswahl.

Samsung Galaxy Watch
Die Samsung Galaxy Watch (Foto: Samsung)

Die Akkulaufzeit gibt Samsung mit fünf bis sieben Tagen je nach Modell an. Realistischer dürften bei Trainingseinheiten zwei bis drei Tage sein. Die Preise beginnen bei 309 Euro. Es geht rauf bis 399 Euro für die Version in 46mm mit LTE. Damit bewegen sich die Modelle im Preis-Segment der Apple Watch.

Mit drei Android-basierten Geräten wendet sich Samsung an seine Kunden und profitiert mittelfristig auch von der Einführung des neuen Betriebssystems Android 9 Pie.

Generell gilt: Hardware-technisch zeigt Samsung den neuesten Stand, ist aber auch dafür bekannt, eher zu wenig Update-Support für seine Geräte bereitzuhalten. Das reine Android wird so gesehen weniger zum Problem. Vielmehr wird es dadurch ausgebremst, dass Hersteller wie Samsung Funktionen teils aussetzen oder eben in ihrem Sinne anpassen. Das gleiche Gerät mit einem puren Android würde so gesehen natürlich deutlich besser und schneller laufen.

Android 9 Pie: Hardware-Anbieter warten auf die Freigabe

Android 9 Pie (Pie steht für „Kuchen“, da Google sein Betriebssystem gern nach Süßigkeiten benennt) ist zum Start auch nur für die hauseigenen Google-Pixel-Smartphones vorgesehen. Bis zum Herbst sollen dann auch andere Anbieter Android 9 Pie erhalten, darunter neben Samsung auch Sony, Xiaomi, Oppo und HMD (Nokia).

Pie setzt vor allem auf künstliche Intelligenz und will Android-Usern die Bedienung ihrer Geräte nochmals deutlich erleichtern. Das beginnt dabei, dass Pie erkennen soll, wenn ein User seinen Kopfhörer aufsetzt, es wird dann sofort eine seiner beliebtesten Musik-Playlists automatisch starten. Im Fokus stehen außerdem Vorschläge für smarte und intelligente Aktionen. Dazu führt Android 9 Pie im Hintergrund Nutzeranalysen durch, um vorauszuahnen, was User in Kürze planen.

Ebenso hat sich Google bei Pie von Apples Feature „Bildschirmzeit“, das mit iOS 12 im September kommt, inspirieren lassen. Bei Google heißt diese Funktion „App-Timer“. An dieser Stelle lässt sich festlegen, wie lange man eine App maximal nutzen möchte. Grafiken und ein Dashboard informieren zudem, was der User wie häufig am Tag nutzt.

  • Google Android 9 Pie Foto 3
    Das Dashboard zur Appnutzungsverfolgung (Foto: Samsung)
  • Google Android 9 Pie Foto 1

Egal ob du Android oder iOS nutzt, der Herbst beschert allen Usern also zahlreiche Neuerungen. Der Kampf der Systeme, iOS gegen Android bzw. iPhone vs. Galaxy geht in die nächste Runde. Sie lieben sich, sie hassen sich. Fortsetzung folgt. Mal früher im Jahr, mal später…

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