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Huridocs
Die Schweizer NGO Huridocs zählt zu den Gewinnern der "Artificial Intelligence Impact Challenge" von Google. (Bild: Huridocs)
KI Google Künstliche Intelligenz

Huridocs: Deshalb bekam die NGO eine Million US-Dollar von Google

Wie können wir künstliche Intelligenz (KI) zum Wohle der Gesellschaft einsetzen? Das wollte Google mit seiner "Artificial Intelligence Impact Challenge" herausfinden. Überzeugt hat unter anderem die Schweizer NGO Huridocs, die Menschenrechtsbewegungen die Arbeit erleichtern möchte.

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Vergangenes Jahr hatte Google dazu aufgerufen, Vorschläge basierend auf KI zur Lösung von sozialen, ökologischen und humanitären Herausforderungen einzureichen. Die Impact Challenge, die im Rahmen der Google "AI for Social Good"-Initiative eingeführt wurde, richtete sich an Vereine, Forschungseinrichtungen und Sozialunternehmen. Über 2.600 Bewerbungen aus 119 Ländern gingen bei Google ein, 40 Prozent davon stammten von Unternehmen ohne Vorkenntnisse im Bereich der KI.

Google prüfte die Ideen auf Machbarkeit, Wirkungspotenzial, Skalierbarkeit und den verantwortungsvollen Einsatz von KI. Nun hat der Technologie-Riese die 20 Gewinner verkündet, darunter ist auch die in Genf ansässige NGO Huridocs - Human Rights Information and Documentation Systems.

LEAD hat mit dem Geschäftsführer Friedhelm Weinberg sowie mit Natalie Widmann, Projektleiterin und Expertin für Maschinelles Lernen, gesprochen.

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LEAD: Die Vision von Huridocs ist es, dass Menschenrechtsbewegungen das volle Potenzial von Information und Technologie nutzen...

Weinberg: Genau. Wir wurden 1982 gegründet, als mehr als 100 MenschenrechtsverteidigerInnen zusammenkamen, da sie das Sichern und Nutzen von Informationen als essenziell für den Schutz der Menschenrechte ansahen. Dies und die oftmals schwierige Arbeit unserer Partner weltweit inspiriert uns bis heute – auch wenn sich das Feld für Daten und Technologie in fast vier Jahrzehnten unglaublich verändert hat.

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LEAD: Und Sie möchten diese Organisationen mit technischen Neuerungen unterstützen?

Weinberg: Wir arbeiten mit Menschenrechtsorganisationen weltweit daran, Informationen effektiv, schlau und sicher einzusetzen. Unsere Partner vertreten Opfer von Menschenrechtsverletzungen vor Gericht, engagieren sich in den Vereinten Nationen für normative Verbesserungen oder führen Kampagnen, um die Situationen bedrohter Gruppen sichtbar zu machen. Dafür brauchen sie glaubwürdige Informationen, die sie sicher verwalten können und aus denen sie neue Erkenntnisse ziehen können.

LEAD: Wie genau kann Ihre Organisation dabei helfen?

Widmann: Huridocs unterstützt Menschenrechtsorganisationen mit Beratung, Technologieentwicklung und beim Zugang zu öffentlichen Informationen. Wir verwenden Methoden der natürlichen Sprachverarbeitung und des Maschinellen Lernens, so können etwa Gesetzesurteile oder Resolutionen der Vereinten Nationen nach Themen, dem Abstimmungsverhalten der einzelnen Länder oder beteiligten Richtern durchsucht und analysiert werden.

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"Wir arbeiten in einem Sektor, der reich an Engagement und Herzblut ist, aber in dem die Gefahren und Strukturen andere sind."

LEAD: Wo liegen die Herausforderungen?

Weinberg: Es ist uns wichtig, eng mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten, ihre Ideen, aber auch ihre Probleme sind, was uns antreibt. Gleichzeitig fordern sie – zurecht – dass wir als Experten an der Schnittstelle von Menschenrechten und Technologie nicht nur Fragen stellen, sondern Lösungen präsentieren. Wie wir wirklich co-kreieren ist das Spannendste, aber auch das Schwierigste an unserer Arbeit.

LEAD: Nun zählen Menschenrechtsorganisationen ja nicht zum normalen Kundenstamm...

Weinberg: Wir arbeiten in einem Sektor, der reich an Engagement und Herzblut ist, aber in dem die Gefahren und die Strukturen andere sind. Das braucht Empathie, politisches Gespür und manchmal Geduld – aber keineswegs eine weniger professionelle Herangehensweise.

LEAD: Wie wird Huridocs das Preisgeld in Höhe von einer Million US-Dollar von Google nutzen?

Weinberg: Wir werden insbesondere zum Maschinellen Lernen hinarbeiten und zwar mit dem Ziel, öffentlich verfügbare Informationen wirklich zugänglich zu machen. Das heißt, wir werden Daten aus Dokumenten – etwa aus internationalen Gerichtsentscheiden – auslesen und einfacher auffindbar machen.

LEAD: Warum ist das nötig?

Widmann: Manche unserer Partner verbringen Stunden damit, einem Dokument Kategorien zuzuordnen, relevante Information daraus zu extrahieren oder Verlinkungen zwischen Urteilen und den Gesetzestexten, auf die sie sich beziehen, herzustellen. Mit dem Projekt der "Google AI Impact Challenge" wollen wir maschinelle Lernverfahren nutzen, um Menschenrechtsorganisationen diese Arbeit zu erleichtern. Zum Beispiel können automatisch Metadaten extrahiert, ähnliche und relevante Dokumente vorgeschlagen oder Themen erkannt werden.

LEAD: Inwieweit ist künstliche Intelligenz hierfür unabdingbar?

Widmann: Die Algorithmen helfen nicht nur dabei, Informationen aus Dokumenten herauszufiltern, sondern bilden die technische Grundlage für die Kollaboration zwischen Organisationen. Wir werden internationale Menschenrechtsorganisationen und Institutionen zusammenbringen, um neue Möglichkeiten und Kollaborationen für den Austausch von Wissen und Daten zu schaffen.

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Über das Uwazi-Projekt von Huridocs

Uwazi ist ein Open Source Tool, an dem Huridocs seit über drei Jahren arbeitet. Mit der AI Impact Challenge will die Organisation Techniken entwickeln, die sie auch in Uwazi als Features zugänglich machen wollen - insbesondere damit nicht so technikverrückte Menschenrechtsverteidiger das Potenzial nutzen können.

Über die Impact Challenge

Neben der finanziellen Unterstützung von einer Million US-Dollar wird Huridocs auch die Möglichkeit erhalten, Kredite und Beratungen von Google Cloud sowie ein Coaching von Googles KI-Experten wahrzunehmen. Darüber hinaus können alle 20 Gewinner an einem sechsmonatigen Programm vom Google Developers Launchpad teilnehmen.

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