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(Grafik: Uli Kurz)
How to Podcast Software

How to: Zencastr

Podcasten in einem virtuellen Studio? Das geht inzwischen ganz gut - und ist ein weiterer Schritt in Richtung Professionalisierung. Deshalb heute im How to: die Software Zencastr.

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Was ist Zencastr überhaupt?

Im weitesten Sinne: ein virtuelles Tonstudio. Mit einem Zugangslink kann man beliebig viele Leute in dieses virtuelle Studio einladen und dann mit ihnen sprechen. Jeder Teilnehmer wird auf einer einzelnen Tonspur aufgezeichnet. Nach Abschluss der Aufzeichnung werden die Spuren separat in eine Cloud hochgeladen (in meinem Fall: Dropbox). Wenn man will, kann man Zencastr aber auch gleich die komplette Postproduktion vornehmen lassen. Man erhält dann neben den einzelnen Tonspuren auch eine fertige Datei, in der die Tonspuren zu einer fertigen Datei zusammengemischt sind.

Die Bedienung ist nahezu selbsterklärend. Das macht Zencastr auch für Podcast-Einsteiger sehr angenehm. Keine Pegel, keine komplexen Fachbegriffe, einfach einloggen und loslegen.

Die Postproduktion ist problematischer

Die Software läuft (ebenfalls eigene Erfahrungen) ausgesprochen stabil. In rund 80 damit produzierten Podcast-Folgen ist ein einziges Mal zu dem Problem gekommen, dass die Tonspuren nicht in die Cloud hochgeladen wurden - mit der bedauerlichen Folge, dass die komplette Aufnahme wiederholt werden musste. Aber von diesem einen Mal abgesehen: keine Probleme bisher.

Problematischer ist da schon die Postproduktion. Häufig gibt es Probleme, wenn sich zwei Stimmen überlagern. Dann kommt es zu Verschiebungen, die ganze Passagen unbrauchbar machen können.

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Ich bin inzwischen - leider - dazu übergegangen, bei Podcast-Aufnahmen, bei denen mein Gast und ich auch mal durcheinanderreden, die automatische Postproduktion gar nicht mehr zu nutzen. Das ist schade. Man kann zwar die Tonspuren manuell bearbeiten, der Aufwand dafür ist aber entsprechend höher. Das Problem existiert schon eine geraume Zeit und ist von Zencastr anscheinend nicht in den Griff zu kriegen.

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Die technischen Voraussetzungen

Zencastr ist optimiert für Chrome und funktioniert auch mit Firefox. Zum Leidwesen der Mac-User: kein Safari! Zudem funktioniert die Software auch nicht auf mobilen Endgeräten. Was zwar nirgendwo offiziell steht, aber meine persönliche Erfahrung ist: Mit Bluetooth-Geräten wie beispielsweise Apples AirPods verträgt sich Zencastr auch nicht.

Ansonsten gibt es keine Voraussetzungen, die man nicht auch bei ganz normaler VoIP-Telefonie beachten müssen: Je schneller das Netz, um so besser. Und ein Mikro erhöht die Klangqualität gleich ganz erheblich.

Was kostet das?

Bisher gibt es Zencastr in zwei Varianten. Die kostenlose Basis-Version erlaubt Aufnahmen mit bis zu zwei Gästen und insgesamt acht Stunden pro Monat. Die Postproduktion wird nach verbrauchter Zeit abgerechnet. Man kauft ein Guthaben und kann das dann verbrauchen.

Die zweite Variante kostet 20 Dollar im Monat (günstiger bei jährlicher Abrechnung) und hebt diese Beschränkungen weitgehend auf. Zehn Stunden Postproduktion sind dabei ebenfalls enthalten. Zudem gibt es die Möglichkeit, statt als mp3 auch als wav-Datei in besserer Qualität auszuspielen. Demnächst soll es noch eine Network-Variante für 250 Dollar im Monat angeboten werden, aber die kommt wirklich nur für Profis mit entsprechend hohem Aufkommen in Frage.

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Zencastr vs. Soundtrap

Vor zwei Wochen habe ich hier an dieser Stelle Soundtrap vorgestellt. Das Tool klingt nach größerem Funktionsumfang, kann also mutmaßlich deutlich mehr als Zencastr. Allerdings funktioniert die Transkription ins Deutsche noch nicht und es gibt auch keine kostenlose Basis-Variante. Nur eine Testversion mit insgesamt 5 Projekten und einigen Einschränkungen wird angeboten. Ich behalte das trotzdem im Auge, weil mich vor allem die Probleme bei der Zencastr-Postproduktion stören. Konkurrenz schadet ja zudem nie!

Jakubetz empfiehlt

Du willst podcasten und dabei auch mal mit weit entfernten Gästen reden oder Interviews machen? Dann ist Zencastr ein richtig gutes Tool. Aber natürlich handelt es sich dabei immer noch um eine VoIP-Lösung. Wenn du also Sachen mit einem "richtigen" Aufnahmegerät oder Mikrofon aufnehmen kannst, ist das in jedem Fall die bessere Idee. Man hört den Unterschied. Trotzdem liefert Zencastr in den meisten Fällen schon sehr ordentliche Audioqualität. Luft nach oben ist aber noch.

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