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How to VR Video

How to: VR

Virtual Reality (VR) erlaubt uns Dinge, von denen wir früher nicht mal geträumt hätten. Klingt toll, zumindest in der Theorie. In der Praxis ist VR eine ganz schön komplexe Sache. Grund genug, dem Thema eine Folge in der How-to-Reihe zu widmen.

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Es ist ja immer dasselbe: Viele neue Ideen und viele neue Begriffe sorgen gerne dafür, dass man alles durcheinander wirft. Im Fall von Virtual Reality und Augmented Reality passiert das besonders gerne und wenn dann auch noch die Themen 360 Grad und Interaktivität dazu kommen, ist das Durcheinander komplett (zum Thema 360 Grad findest Du alles Wissenswerte in der zurückliegenden Folge der How-to-Reihe). Deswegen erstmal eine kleine Definition:

Was ist Virtual Reality überhaupt?

Der Name sagt es ja schon: Man entführt den Nutzer in eine „virtuelle Welt“. Erste Grundvoraussetzung: Um die Illusion einer Welt schaffen zu können, muss man sie in 360 Grad darstellen. Ohne 360 Grad also kein VR. Das ist aber schon beinahe die einzige Gemeinsamkeit mit 360-Grad-Videos (oder Fotos).

Virtual Reality ähnelt eher der Programmierung eines Computerspiels als dem journalistischen Erzählen einer Geschichte. Natürlich kann und soll man dort ebenfalls Botschaften, Neuigkeiten, Inhalte unterbringen. Sonst wäre VR irgendwann nur noch ein nettes Spielzeug für Nerds. Aber die Art und Weise, wie man eine solche Geschichte bzw. eine virtuelle Realität konstruiert, ist eben eine ganz andere.

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Was aber auch zeigt: Ein VR-Projekt ist immer Teamarbeit. Weil dort Spezialisten für bestimmte Bereiche mitgenommen werden müssen. Es sei denn, du kannst filmen, fotografieren, Soundeffekte kreieren und sehr passabel programmieren zugleich. Dann kannst du dich gerne alleine an dein erstes VR-Projekt machen. Ok, mit ein bisschen Software kann man sich an rudimentärem VR auch selbst probieren. Wenn es groß und gut werden soll, bau dir als erstes ein gutes Team auf.

Warum soll man überhaupt VR machen?

Bei vielen multimedialen Themen gibt es auf diese Frage eher schwammige Antworten. Im Sinne von: kann man, muss man aber nicht. Beim Thema VR ist die Antwort sehr viel einfacher und deutlicher: weil man mit VR Dinge machen kann, die mit keiner anderen Technologie möglich sind.

VR ermöglicht potenziell den Bau buchstäblich fantastischer Welten. Kein Storytelling-Tool erlaubt so viel realistisches und großes Abenteuer. Unbestritten ist auch, dass man einen Kanal und ein Publikum bekommen kann, das bisher nicht erreicht wurde. Und wie immer in der digitalen Welt gilt: Wer früh kommt und sich einen Vorsprung gegenüber Mitbewerbern verschafft, profitiert davon sehr lang.

Und warum machen das dann immer noch so wenige?

Die Schattenseiten von VR sind schnell aufgezählt. VR ist teuer, aufwändig und komplex. VR eignet sich nur für mittel- bis langfristige Projekte und ist tages- oder auch wochenaktuell kaum einsetzbar. Auf User-Seite setzt VR ein bestimmtes Equipment voraus, das spontane und mobile Nutzung eher unwahrscheinlich macht. Eine VR-Brille hat man meistens halt nicht einfach dabei und spontan die Brille rausholen und anziehen klingt auch eher nicht nach einer typischen Nutzungssituation. Ganz davon abgesehen, dass gutes Equipment immer noch vergleichsweise teuer ist. Zwar gibt es inzwischen auch schon Brillen für 15 Euro, aber so richtig viel Spaß hat man damit nicht. Ab 100 Euro aufwärts sind gute Modelle zu haben, High-End-Brillen gehen schon auch mal an die 1000 Euro.

Die meisten VR-Brillen werden im Zusammenspiel mit einem Smartphone betrieben. Möchtest du mit einem Smartphone in virtuelle Welten abtauchen, solltest du darauf achten, dass die VR-Brille mit dem Handy kompatibel ist.

Daraus ergibt sich auch eine vorläufige Prognose für die Zukunft: Von einem echten Massenmarkt ist VR immer noch ein Stück entfernt. Ob es das jemals werden wird, ist durchaus umstritten. Angeblich soll der Verkauf von VR-Brillen weltweit bis 2021 um fast 60 Prozent auf dann rund 100 Millionen Stück steigen (Quelle: International Data Commission). Aber das ist eben nur eine Prognose, mehr nicht.

Was muss ich beachten?

Um ein erfolgreiches VR-Projekt auf die Beine zu stellen, brauchst du verschiedene Fertigkeiten der traditionellen TV-Produktion. Und noch einiges mehr.

Je nach Umfang des Projekts braucht man:

  • Programmierer
  • 3D-Modellierer
  • Motion-Capture-Experten
  • Animatoren
  • Raumklang-Experten
  • VR User Experience Designer
  • technische Projektmanager

Nicht erschrecken, das geht natürlich auch alles kleiner. Diese Aufzählung umfasst quasi den größtmöglichen Umfang. Trotzdem, wie man sieht: VR ist eine buchstäblich große Sache.

So viel zur Technik. Aber natürlich gibt es auch inhaltlich einiges, was bei VR neu und anders ist. Ein paar Beispiele:

  • VR bedeutet Kontrollverlust. Lineares Storytelling geht nicht oder nur sehr, sehr eingeschränkt. Lass das Publikum die Welt erkunden, in der es sich befindet. Du baust die Welt und vielleicht den Reiseführer, den Rest macht der Nutzer.
  • Das Tempo und das Nutzerverhalten bei VR ist sehr unterschiedlich zu TV. Einige User möchten sich umsehen, andere werden sich von der Geschichte leiten lassen wollen. Behalte im Kopf, dass es die eine Nutzungsweise nicht gibt.
  • Steuere das Maß an Interaktivität ganz bewusst: Mit zu wenig Kontrolle verpassen die Nutzer die Chance, ihre Welt zu beeinflussen; mit zu viel Kontrolle wird die Geschichte verwässert.
  • Setze Interaktivität gezielt und dezent ein. Guter Gradmesser ist die Frage bei jedem potenziellen Einsatz, ob die Interaktivität das Erlebnis steigert oder der Geschichte vielleicht doch eher im Weg steht.
  • Berücksichtige die Rolle des Benutzers in deiner VR-Erfahrung. Ist er eine Figur in der Geschichte oder eher ein unsichtbarer Beobachter?
  • Mit Dialogen, Musik und Soundeffekten kann man den Blick der Nutzer in der 360-Grad-Umgebung lenken. Räumliches Audio ist wichtig, um die Benutzer zu führen.

Für welche Plattform produziert man am besten?

Die Frage ist naturgemäß nicht so einfach zu beantworten. Während man beispielsweise bei Produktionen für Smartphones nur zwischen Android oder iOS wählen oder besser gesagt nicht wählen muss, gibt es bei VR-Projekten fünf Plattformen mit jeweils eigenen technischen Spezifikationen, die man berücksichtigen sollte. Neben iOS und Android sind das noch Oculus, Daydream und Steam VR.

Einen wirklich umfangreichen und spannenden Einblick in die Hintergründe und den Aufwand einer solchen Produktion gibt es übrigens beim WDR-Projekt über den Kölner Dom. Sehr lesens- und sehenswert!

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VR ist eine Nerd-Geschichte für einige wenige Freaks? Zur Widerlegung dieser Behauptung bitte hier entlang: eine Auflistung großartiger VR-Projekte aus allen möglichen Kategorien. Könnte sein, dass du dir danach sofort eine gute VR-Brille besorgst.

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