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Mobile How to Tools

How to: Mobile Reporting

Mobile Reporting - das ist zu einem echten Buzzword geworden in den vergangenen Jahren. Was kein Wunder ist: Jeder Smartphone-Besitzer hat ein Produktionsgerät in der Tasche, das potentiell ungeahnte Möglichkeiten bietet. Und schaut heute nicht auch jeder User erst mal auf sein Smartphone, bevor er irgendwas anderes macht? Deswegen: Die nächsten drei Teile unserer "How to"-Reihe beschäftigen sich mit dem Thema Mobile.

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Mobile first! Man muss nicht einmal Angehöriger der digitalen Avantgarde sein, um dieses Motto auszugeben. Mobile Endgeräte, vor allem natürlich das Smartphone, diktieren schon lange jede Agenda der Mediennutzung. Da liegt es nahe, auch die Produktion von Inhalten auf mobile Geräte zu verlagern. Was uns zu der Frage führt:

Warum eigentlich: Mobile Reporting?

Müsste man es schnell zusammenfassen, die Antwort würde lauten: schneller, effizienter, billiger. Und, auch das, praktischer. Jeder, der schon etwas länger im Geschäft ist, erinnert sich: Man musste damals (™) eine ganze Menge Kram mitschleppen, wenn man Fotos, Videos oder Audios für irgendwas herstellen wollte. Das alles wird heute ersetzt durch ein Smartphone. Und - zugegeben - etwas Zubehör. Was aber alles nicht so teuer und umständlich ist wie das frühere analoge Adäquat.

Das alles birgt nebenher noch einen weiteren angenehmen Aspekt: Man wird deutlich flexibler, man kann von jedem Ort, zu jeder Zeit produzieren. Und natürlich interagieren, was ja mittlerweile auch zum Standard für jeden geworden ist, der was mit Medien macht.

Was kann Mobile Reporting?

Grundsätzlich: alles. Ok, mit ein paar kleinen Einschränkungen. Natürlich haben beispielsweise Kameras von hochwertigen Smartphones eine Qualität, die es mit jeder DLSR aufnehmen kann. Aber das Objektiv wechseln, das geht eben dann doch nicht. Bevor ihr jetzt selber draufkommt: Natürlich kann man sich mittlerweile auch irgendwelche Linsen vor das Smartphone koppeln, aber ein wirklich überzeugendes Ergebnis habe ich bisher nicht gesehen. Auch bei den Mikros für Smartphones stößt man irgendwann an Grenzen. Wer wirklich audiophil ist, wird mit den Ergebnissen eines 50- oder 100-Euro-Mikros nicht so recht zufrieden sein.

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Auf der anderen Seite: Wer Inhalte in erster Linie für das (mobile) Netz produziert, braucht weder 300mm-Teleobjektive noch Studio-Mikros.

In erster Linie ist das Thema Mobile Reporting kein "entweder oder". Sondern ein "sowohl als auch". Bei der Frage nach dem richtigen Equipment muss man also zunächst wissen, für wen und was man produzieren will. Meine Prognose trotzdem: Man wird in 90 Prozent der Fälle zu der Erkenntnis kommen, dass die Möglichkeiten des Mobile Reporting ausreichen.

Genau das macht die Sache aber auch etwas komplexer, wenn es um die richtige Ausstattung geht. Man kann sich natürlich in eine Reihe verschiedener Formen ausbreiten, wie wir in der nächsten Folge noch sehen werden. Vorerst geht es nur mal um folgende Frage:

Was braucht man als Grundausstattung?

Natürlich braucht man ein Handy. Das steht hier nicht, weil ich euch diese Erkenntnis nicht zugetraut hätte. Sondern weil es beim Thema Smartphone immer wieder Grundsatzfragen gibt: Welche Preisklasse, welcher Hersteller, welches Betriebssystem? Neben den üblichen Geschmacksfragen gibt es dabei ein paar Sachen, die man bedenken sollte:

  • Speicher: Klar, in Zeiten der Cloud und des Streaming ist die Kapazität der Festplatte nicht mehr so rasend wichtig, zumindest nicht für den Durchschnittsnutzer. Will man allerdings intensiv mobil produzieren, dann sollte man an dieser Stelle nicht sparen. Gerade Videos, Fotos und Audios füllen eine Festplatte relativ schnell. Was bei iPhones, die keinen Steckplatz für weiteren Speicher haben, zum Problem werden kann. Als kleine Richtgröße: Ich arbeite aktuell mit zwei iPhones, beide haben einen Speicher von 64 GB.
  • Kamera: Wenn wir von Mobile Reporting sprechen, ist die Kamera das alles entscheidende Ding. Von ihr hängt letztendlich die Qualität von Videos und Bildern ab. Da könnt ihr machen, was ihr wollt: Irgendwann nutzt der tollste Filter nichts mehr, wenn die Kamera flauen Murks macht. Und ja, Kameras und Linsen sind eben doch auch eine Geldfrage. Von einem Billigteil dürft ihr gerade bei diesem Thema nicht viel erwarten. Ob es dann am Ende ein iPhone, ein Google Pixel oder ein Samsung wird, bleibt jedem selbst überlassen.
  • Betriebssystem: Android oder iOS? Die alte Debatte, auf die es keine endgültige Antwort gibt. Was die verfügbaren Apps angeht, gibt es wenig spürbare Unterschiede. Allerdings: Wenn ihr möglicherweise eine ganze Abteilung oder eine Redaktion ausstatten wollt, solltet ihr im Hinterkopf haben, dass manche Apps auf den verschiedenen Android-Versionen unterschiedlich sind (und auf manchen Endgeräten erst gar nicht laufen). Deshalb: Wenn Android, dann darauf achten, dass man identische Installationen verwendet. Alles andere führt schnell mal zu heillosen Durcheinander.

Wenn man die dann doch nicht so triviale Frage nach dem richtigen Smartphone geklärt hat, geht es um das Zubehör. Ziel: Mit möglichst wenigen Geräten für möglichst viele Situationen ausgerüstet sein. Dazu aber zwei Bemerkungen vorweg.

Erstens: Die eine, für alle Situationen perfekte Ausrüstung gibt es nicht.

Zweitens: Für alles, was über Standardsituationen hinausgeht, braucht man zusätzliches Equipment. Oder aber: Man verzichtet gleich aufs Smartphone und greift auf schweres Gerät zurück.

Was man also mindestens haben sollte: ein externes Mikrofon. Empfehlenswert sind sogenannte "Point & Shoot"- Mikros, die per Klinke oder Lightning angedockt werden. Sie sind klein, kompakt, vielseitig einsetzbar. Mit ihnen kann man fast jede Situation ordentlich meistern. Ansonsten bleibe ich bei meinem alten Credo: Gute und spezielle Mikrofone kann man gar nicht genug haben, weil jede Situation nun mal anders ist.

Bis vor Kurzem hätte ich einen Selfie-Stick und ein Stativ empfohlen. Wenn man Platz und Zeit sparen will: Inzwischen gibt es so etwas auch in Kombination.

Und schließlich (bitte nicht lachen, das ist ernst gemeint): eine ordentliche Powerbank. Weil vor allem Videos, aber auch andere Anwendungen ordentliche Akkufresser sind, ist so ein Akku beim intensiven Einsatz eines Smartphones sehr schnell leer. Wenn man dann noch (wie ich) zur leichten Panik neigt, hat man auch noch ein Reserve-Smartphone dabei, weil: Man weiß ja nie.

Welche Software muss aufs Handy?

Apps für Video- und Fotobearbeitung, aber auch für die Audioproduktion sind mittlerweile kleine Wunderwerke. De facto können die wirklich guten unter ihnen alles, was Programme für den Rechner auch können. Wie immer ist also die Frage: Was genau will man damit anstellen?

Wer wirklich nur aufnehmen und später an einem Rechner bearbeiten will, kommt theoretisch auch mit den Apps aus, die standardmäßig auf den diversen Smartphones installiert sind. Danach richtet sich die Auswahl auf den Schwerpunkt, den man setzen will.

Prima sind übrigens die Spark-Apps von Adobe, mit denen sich schnelle Inhalte fürs (soziale) Netz machen lassen. Theoretisch kann man inzwischen also sogar Share-Pics auf dem Handy machen und posten.

Und was kostet das alles?

Alles deutlich unter 1000 Euro ist ein bisschen Risiko. Alleine für Mikro, Powerbank, Stativ ist man schnell mal bei 150 Euro. Und Handy? Siehe oben: Hochwertige Smartphones liegen nun mal in einer Preisklasse von 700 Euro aufwärts.

Die gute Nachricht: Mit sehr viel mehr als 1000 Euro muss man beim Einstieg nicht rechnen. Dafür bekommt man wirklich gutes Equipment. Wer Zweifel daran hat: Mit dem iPhone ist unlängst erstmals ein ganzer Kinofilm gedreht worden.

Jabubetz empfiehlt: Mobile Reporting (Teil 1)

Point & Shoot: Ich arbeite mit einem Zoom IQ7. Es ist klein, kompatibel, hat eine sehr ordentliche Qualität, zwei verschiedene Aufnahmemodi (für Video und Audio) und noch ein paar andere hübsche Kleinigkeiten wie zum Beispiel eine analoge Pegelregelung. Und mit 99 Euro ist das Mikro auch preislich absolut in Ordnung. Zoom wirbt zudem mit einer kostenlosen App, die aus dem iPhone einen Field Recorder machen soll. Aber die App ist ziemlich gewöhnungsbedürftig und außerdem erleichtert es die Produktion nicht gerade, wenn man mit etlichen verschiedenen Apps hantiert.

Ähnlich gut, kleiner und kompakter, aber auch etwas teurer: das Shure MV 88 für circa 135 Euro.

Vorsicht übrigens bei allen Mikros, die weniger als 100 Euro kosten: Man kann natürlich schon mal Glück haben, aber im Regelfall bekommt man für einen solchen Preis kein wirklich brauchbares Ergebnis. Zumindest dann nicht, wenn man Wert auf ordentlichen Ton legt.

Daneben habe ich ein Bluetooth-Selfie-Stick-Stativ. Das ist wirklich eine praktische Sache, weil ich damit Stabilität ins Bild bekomme, ein Stativ habe – und mich auch nicht mehr mit dem leidigen Problem herumschlagen muss, dass das iPhone keine Klinke mehr hat. Gibt es in verschiedenen Ausführungen, eine High-End-Version, die auch für eine GoPro passend wäre, kostet 60 Euro. Braucht es aber nicht, ein solides Teil für 20 Euro reicht.

Meine Powerbank ist ein Anker, die vergleichsweise schwer und teuer ist (rund 60 Euro). Dafür hat sie so viel Kraft, dass einem der Strom definitiv nicht ausgeht. Selbst wenn man zwei Handys und ein Tablet dranhängt.

Christian Jakubetz ist Journalist, Berater (Jakubetz&Laban) und Dozent.

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