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Die nächsten beiden Teile unserer "How to"-Reihe beschäftigen sich mit dem Thema Mobile (Grafik: Uli Kurz)
Mobile How to Tools

How to: Mobile Reporting (II)

Mobile Reporting - das ist zu einem Buzzword geworden in den vergangenen Jahren. Was kein Wunder ist: Jeder Smartphone-Besitzer hat ein Produktionsgerät in der Tasche, das potentiell ungeahnte Möglichkeiten bietet. Und schaut heute nicht auch jeder User erst mal auf sein Smartphone, bevor er irgendwas anderes macht? Teil 2 der "How to"-Reihe zum Thema Mobile Reporting.

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Wenn man von Mobile Reporting spricht, dann denken viele zuerst einmal an das Thema Video. Nicht ganz zu Unrecht. Weil bei keinem Thema der Wandel hin zu mehr Mobilität deutlicher geworden ist als bei Videos. Sowohl für die User als auch für diejenigen, die den Content bauen. Deshalb heute im zweiten Teil des Themas "Mobile Reporting": Videos.

Videos – die waren früher mehr oder weniger eingesperrt in Fernseher. Wer was mit Bewegtbild sehen wollte, brauchte einen Fernseher. Wer Videos produzieren wollte, brauchte schweres Gerät. Und so rasend lange sind übrigens auch die Zeiten noch nicht her, in denen Videos auf dem Handy als Luxus für wenige Privilegierte galten.

Inzwischen ist Bewegtbild auf dem Smartphone Alltag (man traut sich ja eigentlich kaum mehr, eine solche Binse aufzuschreiben). Aber was heißt das schon noch, Bewegtbild? Mit dem klassischen TV hat das noch so viel zu tun wie ein oller Nokia-Knochen mit dem iPhone X. Inzwischen ist die Devise: Aus dem Smartphone für das Smartphone - und wenn es nur ein Fetzen von 15 Sekunden ist. Kann aber auch ein zweistündiger Livestream sein. Genau das macht die Angelegenheit so komplex. Und so spannend.

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Warum eigentlich: Mobile Video?

Ganz einfach: Weil nichts auf dem Smartphone so gut funktioniert wie ein Video. Ok, das ist jetzt vielleicht zu gewagt. Aber sagen wir mal so: Videos auf dem Smartphone sind guter Stoff. Schauen sich die Leute gerne an. Und vergleichsweise einfach und schnell zu produzieren ist das auch.

Ihr habt unlängst gelesen, dass Nachrichten-Videos gar nicht so toll laufen? Stimmt. Das genau zeigt übrigens auch die Problematik beim Thema Video: Ihr dürft alles machen. Aber lasst es um Himmels Willen nicht nach TV aussehen.

Wenn ihr das berücksichtigt, habt ihr beste Chancen, mit Videos ordentlich Publikum zu erreichen. Weil es einfach Sachen gibt, die kann man nur mit Bildern richtig gut beschreiben. Worte und Texte stoßen eben doch manchmal an ganz natürliche Grenzen. Oder habt ihr schon mal versucht, den Kroos-Freistoß in Worte zu fassen?

Davon abgesehen: Es gibt keinen Kanal mehr, der nicht massiv auf Videos setzt. Vor allen in den sozialen Netzwerken sind kurze Videos sowas wie die (gar nicht mehr so) neue Statusmeldung.

Umgekehrt ist das auch auf Produzentenseite so geworden: Wo man früher mal lange und aufwändige Produktionsschritte brauchte, kann man heute direkt in und mit Apps filmen oder streamen. Mobile Videos sind mehr und mehr zu Echtzeit-Mitschnitten geworden. Kaum passiert, schon online. Das erklärt vermutlich auch, warum man mobile Videos machen kann, ohne sehr viel mehr zu können, als auf einen Button in einer App zu klicken. Zugegeben, es schadet nicht, wenn man ein bisschen mehr draufhat als das richtige Knöpfchen zu erwischen. Das ändert aber nichts daran, dass die Produktion so einfach wie noch nie geworden ist. Und dass man potentiell enorm viel Reichweite mit eher simplen Mitteln generieren kann.

Was können Mobile Videos?

Auf diese Frage gibt es eine ähnliche Antwort wie letzte Woche: tendenziell alles. Aus technischen Gründen muss also niemand mehr für Videos im Netz etwas anderes verwenden als ein mobiles Equipment. Aber natürlich werden die Vorteile des mobilen Videos erst dann so richtig interessant, wenn man sie für mobile Plattformen und für Social Media produziert (häufig ist das ja auch beinahe deckungsgleich). Das vor allem deswegen, weil man sie ohne großen Aufwand und ohne langwieriges Editieren hochladen kann.

Da kommt man beinahe zwangsweise auch noch zu einem weiteren Punkt: Livestreaming. Vermutlich wird das Potential von Livestreaming immer noch ziemlich unterschätzt. Weil bisher ja auch die Livestreams überschaubar gut waren. Man hat halt eine Kamera dabei und lässt die so nebenher mitlaufen. Wäre das gute, alte Fernsehen ähnlich lieblos mit Live-Events umgegangen, es wäre bald wieder tot gewesen. Tatsächlich haben viele Livestreams im Netz mit Events noch nicht viel zu tun. Das könnte man aber schnell ändern. Meine ganz persönliche Vermutung: Das wird auch schon bald der Fall sein.

Was braucht man als Grundausstattung?

Auch hier wie in der letzten Woche nochmal der Hinweis: Jedes Video kann nur so gut wie seine Kamera sein. Das solltet ihr im Hinterkopf haben, wenn ihr euch für Equipment entscheidet. Ansonsten: Mikros und Stative. Siehe dazu auch den ersten Teil der "How to"-Reihe zum Thema Mobile Reporting.

Ich leiste mir ansonsten seit geraumer Zeit den Luxus eines Gimbals. Einfacheres Wort dafür: Stabilisatoren. Damit wir nicht in den Verdacht der Werbung kommen: Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Modellen, die in der Preisklasse zwischen 150 und 250 Euro liegen. Ich würde nicht behaupten wollen, dass es dort essentielle Unterschiede gibt.

Ein reines Spielzeug sind Gimbals nicht. Im Gegenteil: Nicht nur, dass man mit einem Gimbal mehr Stabilität in die Bilder bekommt, als wenn man sie aus der Hand dreht. Einen spürbaren Effekt haben Gimbals vor allem dann, wenn es um Bewegungen geht: Bei Schwenks oder Fahrten macht sich der Einsatz eines Gimbals sofort bemerkbar.

Glaubt ihr nicht? Schaut mal (das dort vorgestellte Modell ist übrigens das, das ich auch verwende):

Trotzdem, ein Hinweis noch: Den Umgang mit einem Gimbal muss man ein bisschen trainieren, damit man wirklich saubere Bilder hinbekommt.

Welche Software muss aufs Handy?

Zum ersten Mal in dieser Reihe, dass ein müdes "kommt drauf an" als Antwort kommt. Aber tatsächlich gibt es hier einen entscheidenden Unterschied zwischen iOS und Android: Für iOS gibt es ziemlich klare und unstrittige Empfehlungen. Bei Android hingegen habe ich immer den Eindruck, dass man hier über "best of the worst" debattiert.

Fangen wir also erst mal mit iOS an: "iMovie" ist hier immer noch das Maß aller Dinge, wenn man etwas aufwändigere Beiträge am Handy bauen will. "iMovie" ist ein vollwertiges Schnittprogramm, mit dem man ungefähr alles machen kann. Alt, aber echt bewährt.

Teuer, aber dafür sehr hochwertig: "Luma Fusion". Kostet knapp 22 Euro. Und ist auf dem Handy fast zu viel, dafür aber nahezu ideal auf dem iPad. Lohnt aber nur, wenn man wirklich aufwändige Geschichten machen will. Nachteil, ebenso wie bei "iMovie": gibt es bisher nur für iOS.

Für Android ist vermutlich "Filmic Pro" die erste Wahl, wenn man wirklich professionell produzieren will (ca. 13 Euro). Die App ist ähnlich hochwertig wie "Luma Fusion". Womit Vor- und Nachteil schnell zusammengefasst sind: Auch "Filmic Pro" lohnt sich nur für Menschen, die "richtig" schneiden wollen.

Ansonsten gibt es, der Vollständigkeit gesagt, noch eine ganze Reihe anderer Programme, die irgendwo zwischen 5 und 10 Euro liegen. Und natürlich lässt sich auch mit denen arbeiten. Aber so richtig umwerfend finde ich keines davon (schlecht aber auch nicht).

Man kann allerdings die Liga der "richtigen" Schnittprogramme schnell verlassen und zu Apps kommen, die wesentlich schlanker, aber auch deutlich eingeschränkter sind. Sie können im Prinzip nicht wesentlich mehr, als ein paar Clips aneinanderzureihen, grundlegend zu editieren und ein bisschen zu vertonen. In einigen Fällen reicht das völlig aus. Persönlich mag ich "WeVideo" ganz gerne, weil die App etwas mehr kann als solche reinen Clip-Maschinen. Trotzdem ist sie immer noch vergleichsweise einfach zu bedienen.

Ein paar Beispiele, ohne Wertung: Adobe Premiere Clip, Adobe Spark, Apple Clips. Die Idee ist immer die gleiche: möglichst schnell, möglichst einfach Bewegtbild machen, das vor allem in sozialen Netzwerken und auf Handys gut kommt. Angesichts dessen, dass sich solche Apps am Ende sehr ähnlich sind: keine Empfehlung für dies oder das. Haben sollte man sowas aber auf jeden Fall, schon alleine deshalb, weil es unsinnig ist, einen 45-Sekunden-Clip mit einem großen Schnittprogramm zu machen.

Und was kostet das alles?

Die Preisangabe hier bezieht sich tatsächlich nur auf das für Video notwendige Equipment, das Smartphone ist also schon rausgerechnet. Gimbal, Stativ, ein Allround-Mikro, ein paar Apps – das alles zusammen kostet, legt man Mittelwerte zugrunde, rund 300 Euro. Wie immer geht das alles natürlich auch ein bisschen billiger und erheblich teurer, aber mit diesem Geld sollte man ein sehr ordentliches und in jedem Fall ausreichendes Equipment bekommen.

Christian Jakubetz ist Journalist, Berater (Jakubetz&Laban) und Dozent.

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