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How to Kolumne Mikrofon

How to: Mikrofone - guter Ton ohne Kabel

Kabelloses Arbeiten und Anschließen von Geräten ist fast überall zur Selbstverständlichkeit geworden. Nur bei Videoproduktionen, speziell beim Mobile Reporting, sind verhedderte Kabel und mangelnde Bewegungsfreiheit immer noch täglich zu sehen. Lösungen dafür gibt es in diesem How to.

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Diesen Text hier schreibe ich an einer Bluetooth-Tastatur, Trackpad und Maus sind ebenfalls kabellos angedockt. Wenn ich nachher meine Kopfhörer benutze, brauche ich dafür kein Kabel. Es gibt längst auch für kleines Equipment Lösungen, mit denen man auf nervige und einschränkende Kabel mühelos verzichten kann. Wie so oft allerdings, wenn es um technische Anwendungen geht, gilt auch hier: Die alles umfassende perfekte Lösung gibt es leider nicht. Immerhin aber eine ganze Reihe interessanter und vergleichsweise einfach umsetzbarer Möglichkeiten.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Bei fast allen anderen Technik-Gadgets wäre die Antwort auf diese Frage simpel: Bluetooth ist die Lösung für (fast) alles. Bei Mikrofonen ist die Sache ein wenig komplexer. Das hat vor allem damit zu tun, dass die Reichweite von Bluetooth eingeschränkt ist. Und zwar so stark, dass die Technologie für Videodrehs nur teilweise verwendbar ist.

Bei den meisten Smartphones enden Bluetooth-Verbindungen nach rund zehn Metern. Das reicht vielleicht für eine statische Situation, der jemand vor der Kamera steht oder sitzt. Mehr aber auch nicht. Davon abgesehen ist die Datenübertragung bei Bluetooth vergleichsweise gering und damit für wirklich hochwertigen Ton nur eingeschränkt geeignet.

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Was also tun?

Einfache wie komplizierte Antwort: eine Funkverbindung verwenden, die eine größere Reichweite hat. Oder aber (genauere Erklärung später) eine Lösung, die gar keine Funkverbindung braucht.

Sogenannte Funkstrecken sind in der professionellen Videoproduktion schon lange gang und gäbe. Die Idee ist simpel: An einer Kamera wird ein Empfänger angebracht, an dem Protagonisten, der aufgezeichnet wird, ein Mikrofon und ein Sender. Das Mikrofon, meistens ein sogenanntes Lavalier (Ansteckmikrofon), ist klein, unauffällig und lässt sich anbringen, dass es weder im Bild stört noch denjenigen, der es trägt. Die maximale Reichweite solcher Funkstrecken liegt bei rund 100 Metern, je nach Umgebung. In jedem Fall aber mehr als genug für jeden halbwegs normalen Dreh.

Das Problem: Die meisten der gängigen Funkstrecken sind für den Einsatz mit einer DLSR-Kamera und damit für eine 3,5 mm-Klinke gedacht. Das bedeutet: Lösungen mit diversen Adaptern. Beim iPhone sogar noch einer mehr, weil du ja von Klinke noch auf Lightning musst. Daneben brauchst du häufig noch einen Adapter von Klinke auf Klinke. Dazu ebenfalls später mehr.

Ebenfalls zu bedenken: Die meisten der früheren Funkstrecken waren und sind für den Einsatz an eher schwerem Gerät gedacht. Das ist bei den Taschensendern noch nicht schlimm. Bei den Empfängern hingegen ist das problematisch, weil sie für Smartphone häufig zu schwer und zu klobig sind. Und schließlich: Große, professionelle Funkstrecken wie beispielsweise von Sennheiser liegen schnell mal in preislichen Größenordnungen von 500 bis 1000 Euro. Das lohnt sich für den professionellen Einsatz mit der DLSR durchaus. Für Smartphones sind solche Lösungen nicht wirklich nötig.

Interessanter sind da schon Funkstrecken, die tendenziell auf den Gebrauch mit Smartphones ausgelegt sind. Das Samson Go Mic Mobile beispielsweise wird mit Klinke, USB und Ligthning geliefert und funktioniert demnach bei allen gängigen Kameras und Smartphones. Eine ausgezeichnete Lösung ist auch das Rode Wireless Go, allerdings solltest du da noch ein Lavaliermikro dazukaufen; das mitgelieferte ist etwas klobig und unschön im Bild. Wer es ganz professionell liebt, dem empfehle ich das Sennheiser XSW-D Lavalier Set (gibt es auch ohne Mikro für knapp 300 Euro). Das ist allerdings in seiner Kategorie die teuerste Lösung (rund 350 Euro) und zudem brauchst du noch eine Kopplung zum XLR-Anschluss. Empfiehlt sich also alles nur für Fortgeschrittene. Einsteiger sind mit dem Rode Wireless Go deutlich besser bedient.

Und schließlich: Große, professionelle Funkstrecken wie beispielsweise von Sennheiser liegen schnell mal in preislichen Größenordnungen von 500 bis 1000 Euro. Das lohnt sich für den professionellen Einsatz mit der DLSR durchaus. Für Smartphones sind solche Lösungen nicht wirklich nötig.

Einen interessanten und ausführlichen Produktvergleich der beiden Funkstrecken findest du hier:

Die andere Lösung: Sennheiser Memory Mic

Ganz ohne Funktechnologien und Adapter kommt das Sennheiser Memory Mic aus. Weil es keine Daten auf einen Empfänger überträgt, sondern den Ton lokal speichert. Später kann diese Tonaufnahme mit dem Video via App synchronisiert werden. Vorteil: Man hat nur noch ein Gerät, muss nicht langwierig koppeln und verbinden und auch Reichweite ist theoretisch kein Problem mehr.

In der Praxis hakt es allerdings daran, dass man das Memory Mic nicht mit einem Windschutz versehen kann. Das Mikro ist zwar vergleichsweise wenig anfällig für Wind, die Ergebnisse sind trotzdem überschaubar gut. Wenn du also erwartbar viel draußen oder in lauteren Umgebungen unterwegs bist, würde ich auf die Vorteile des Memory Mic verzichten und eine andere Lösung suchen. Nettes Spielzeug für Prosumer, mehr aber auch nicht.

Die Crux mit den Anschlüssen

Grundsätzlich gilt: Mit Hilfe von Adaptern lässt sich (fast) alles mit allem verbinden. Man muss nur wissen wie. Und womit. Die gesamten Variationsmöglichkeiten hier aufzuzählen würde jeglichen Rahmen sprengen. Wichtig ist deshalb erstmal nur: Wenn du dich für etwas entscheidest, schau dir genau die Anschlüsse deines gewählten Geräts und deiner Kamera/deines Smartphones an. Es kann schon mal vorkommen, dass auf das erste Mal gleich alles zusammenpasst. Rechnen solltest du damit aber eher nicht.

Gehäuse für das Große und Ganze

Und wohin jetzt mit dem Ganzen? Wenn man alles nur denkbare Zubehör an ein Smartpone anschließen will, gibt es die Möglichkeit sogenannter „Rigs“ oder „Käfige“. Die sind zwar nicht zwingend teuer, aber wenn ich mir die anschaue, dann frage ich mich schon, wo eigentlich noch der Vorteil schneller und mobiler Videoproduktion mit dem Smartphone sein soll. Irgendwann nämlich – und das darf man sich als Merksatz ruhig mitnehmen – ist es dann fast schon wieder sinnvoller, über das große, professionelle Equipment nachzudenken.

Jakubetz empfiehlt

Die Ansprüche an den Ton sind gewachsen, ganz eindeutig. Deshalb wirst du an einer dauerhaften und mobilen Lösung nicht vorbeikommen. Sie sind inzwischen allerdings inzwischen in Preisklassen angekommen, die eine solche Investition möglich machen.

Mehr zum Thema: How to: Die richtigen Kopfhörer finden

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