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How to Live Streaming

How to: Livestream

Livestreams werden immer professioneller hergestellt. Viele reden darüber, aber wie man das wirklich gut macht, wissen sie nicht. Ein paar Tipps.

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Bevor du jetzt aufstöhnst und mitteilst, dass du selbstverständlich weißt, wie so ein oller Livestream geht: Klar weißt du das. Technisch gesehen gibt es im ganzen Netz kaum etwas, was simpler ist: Man drückt irgendeinen - meistens roten - Knopf und dann ist man live. Darum geht es in diesem Text logischerweise dann auch nicht. Sondern darum, wie man aus einem Livestream auch was Vernünftiges macht. Weil, du ahnst es: So richtig prickelnd ist das oft noch nicht, wenn live gestreamt wird. Was zur Frage führt:

Warum sind so viele Livestreams so langweilig?

Vermutlich kennt das der ein oder andere: Tolle Sache, so ein Livestream, denkt man sich, loggt sich ein, man geht on air – und plötzlich stellt man fest: Gar nicht so einfach, etwas halbwegs Brauchbares in die Kamera zu bringen. Das kann am Ereignis liegen. Nicht alles, was man selbst toll findet, muss auch andere interessieren. Das kann aber auch an einem selbst liegen. Selbstsicher und buchstäblich sehenswert vor einer Kamera zu agieren, das klingt so einfach. Die Zahl miserabler Livestreamer, YouTuber und Instagramer aber ist der tägliche Beweis dafür, dass dem nicht so ist.

Dazu kommt: Natürlich sind Livestreams und überhaupt das ganze Content-Zeug im Netz sehr viel einfacher und schneller zu produzieren als ihre analogen Vorgänger in den klassischen Medien. Das heißt aber nicht, dass man überhaupt keine Qualitätsmaßstäbe mehr kennt. Der Status quo bei Livestreams ist gerade der des frühen YouTube: wackelt, rauscht, sieht nach Amateurvideo aus, ist aber ok, weil, hey, „die Leute“ wollen das so. Allerdings gibt es für diese Idee dieselbe Antwort wie schon damals in den Anfangstagen bei YouTube: Nee, wollen sie nicht! Warum soll jemand ein wackliges, schlecht vertontes Video wollen? Weil er gerade im Netz ist?

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Also, gib dir bitte etwas Mühe, wenn du willst, dass sich jemand deine Streams anschauen soll. Die Ausrede „Haben wir es doch gewusst, Livestreams ziehen einfach nicht“ ist nämlich irgendwie so 2005.

Wann macht ein Livestream Sinn?

Immer dann, wenn es etwas zu erzählen und zu zeigen gibt. Livestreams leben nun mal von Bildern. Wenn du einfach nur irgendwo rumstehst, erhöht das die Chancen auf viele Zuschauer nicht gerade. Wenn es also nichts zu sehen gibt, machen die Leute genau, wozu sie in diesem Spruch immer aufgefordert werden: Sie bleiben nicht stehen, sie gehen einfach weiter.

Das kann alles mögliche sein: Events, Podiumsdiskussionen, Interviews – der Fantasie sind da wenig Grenzen gesetzt. Nur eines darfst du nicht: die Leute langweilen!

Reicht mir ein Smartphone für einen Livestream?

Theoretisch ja. Praktisch eher nicht. Schon alleine deswegen nicht, weil ein Stream ganz ohne weiteres Zubehör vermutlich eine sehr wacklige und schwer zu verstehende Sache wird (wie YouTube in den Anfangstagen). Weil wir gerade beim YouTube-Beispiel sind: Ich bin mir sicher, dass sich das Genre Streams in den nächsten Jahren erheblich professionalisieren wird. Das muss nicht gleich so sein wie im „großen“ TV, aber die Ähnlichkeiten werden zunehmen. So, wie wir heute auch auf YouTube zunehmend mehr professionell gemachtes Material sehen.

Bitte also immer mitnehmen: das Material, das ich schon in der Folge über Videos beschrieben hatte. Mikros, Stative, all das Zeug.

Muss ich einen Stream planen? Und wenn ja: was und wie?

Ja, du solltest planen. Unbedingt. Wenn du nicht gerade klassischer Reporter im Dauer-Außeneinsatz bist, dann ist das sogar sehr gut möglich. Davon profitierst nicht nur du alleine, sondern vor allem dein potenzieller User. Weil der sich im Zweifelsfall darauf einstellen und sich im Idealfall sogar darauf freuen kann, wenn du live gehst. Dazu muss er es aber erstens natürlich wissen und zweitens, wie das halt so ist: Man muss ihm den Mund schon ein bisschen wässrig machen.

Besonders bei Facebook sind die Streams gut und einfach planbar. Ein paar Sachen muss man dazu aber wissen:

  • Das Einplanen geht frühestens sieben Tage vorher und maximal bis zu zehn Minuten vor dem Video
  • Titel, Tags und der Ort können vorab definiert werden. In Zeiten des Algorithmus eine wichtige Info!
  • User können sich einen Reminder setzen

YouTube macht es seinen Usern besonders leicht: Hier findest du eine gute und schnelle Zusammenfassung, was du über das Livestreaming dort wissen musst. Das Prinzip ist allerdings ähnlich wie bei Facebook.

Bei Twitter läuft es so und bei Instagram so.

Nicht vergessen: Aus dem Livestream wird später eine Aufzeichnung, die jeweils in den Timelines etc. nachgesehen werden kann. Das geschieht beinahe automatisch, lediglich bei Instagram muss die Aufzeichnung explizit in einer Story geteilt werden – sonst ist alles weg.

Was mache ich eigentlich während des Streams mit den Usern?

TV-Reporter haben es einfach. Normalerweise machen sie ihr Ding, dann sind sie wieder weg, niemand stört sie. Der Livestreamer ist dagegen meistens alles auf einmal. Moderator, Kameramann, Tontechniker. Und gleichzeitig auch noch der, der die Fragen und Kommentare der Zuschauer beantwortet. Oder zumindest irgendwie auf sie reagiert.

Interaktion also ist angesagt. Das klingt allerdings leichter als es sich dann in der Praxis durchführen lässt. Und natürlich gibt es keine Pflicht, alles zu beantworten. Aber gerade die Interaktion mit den Zuschauern ist ja das Salz in der Suppe. Hab' also immer auch ein Auge auf die User-Kommentare. Dass du da manchmal spontan reagieren musst und dabei auch mal was schief geht, verzeihen dir die User. Die wissen ja, dass es sich hier nicht um eine gescriptete und gecastete Veranstaltung, sondern um echtes Leben handelt. Und da kann auch mal was schiefgehen.

Jakubetz empfiehlt

„Switcher Go“ heißt eine App, die es mit vergleichsweise einfachen Mitteln schafft, Livestreams auf ein anderes Niveau zu heben. Damit lassen sich vorproduzierte Beiträge einfügen. Der Umgang mit der App ist nahezu selbsterklärend (siehe Video hier) und deshalb auch für Einsteiger interessant.

Etwas komplexer, aber auch vermutlich vielfältiger, wenn auch noch nicht ganz ausgereift: Higgs.live. Dahinter steht ein Münchner Start-up, das eine Art virtuellen Regieraum bastelt. Am Ende sollen bis zu fünf Kameras (Smartphones) zusammengeschaltet werden und aus eben diesem Regieraum gesteuert werden können.

Interessante Idee vor allem dann, wenn man größere Veranstaltungen übertragen will. Naturgemäß wird es die App nicht kostenfrei geben können, aber trotzdem: Damit rücken „richtige“ Live-Übertragungen sehr viel näher als mit den bisherigen technischen Möglichkeiten. Interessenten an der App können sich zumindest schon mal registrieren lassen.

Ein Interview mit Jakob Bodenmüller, einer der Higgs-Gründer, hört ihr hier.

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