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How to Instagram LEAD 03/18

How to: Instagram

Ein ehemaliger Foto-Kanal ist der neue Mainstream: Aus Instagram ist in den letzten Jahren eine Plattform geworden, die neben Facebook vermutlich die größten Mengen an Usern erreicht. Und womöglich sogar die zukunftsträchtigeren. Weil Facebook bei den Jungen eher als etwas für die Alten gilt. Deshalb heute im Howto: Was machen wir eigentlich auf Instagram?

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Zuerst einmal eine Erinnerung, die schon ein paar Jahre alt ist und somit aus den Steinzeit-Tagen Instagrams stammt: Damals dachten insbesondere Journalisten das, was sie immer denken, wenn ein neuer Kanal im Netz populär wird – nämlich, dass man ihn ganz wunderbar für journalistische Zwecke in Beschlag nehmen könnte. Die Quittung folgte auf dem Fuß. Zumindest für die, die meinten, man könne da alles posten, was auf normalen Webseiten auch zu finden ist.

Irrtum, und deswegen gleich mal als erste Lektion dieses How-to:

Instagram ist was für Li-La-Laune-Bären!

Soll heißen: Poste dort nichts, was im Ansatz auch nur für mittelgute Laune sorgen könnte. Du darfst bei Instagram auch ganz banale Sachen bringen, gerne auch was Schönes, Geistreiches, Witziges – aber, um Himmels Willen, nichts, was die Stimmung etwas trüben könnte. Das ist im Übrigen gar nicht schlimm. Warum soll es nicht auch mal Plätze geben, in denen die Welt schön ist und niemand nervt? Erstens gibt es von solchen Plätzen gerade im (sozialen) Netz schon genügend und zweitens darf man davon ausgehen, dass den meisten Instagram-Usern durchaus bewusst ist, dass man hier die Welt durch einen rosa Filter sieht. Wenn du unbedingt den Party-Crasher spielen willst, solltest du mit einer knapp zweistelligen Followerzahl deines Accounts rechnen. Wir sind hier doch nicht bei Twitter!

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Filter Grundsätzlich ja, aber...

Ich habe es in diesem Text schon erwähnt: Der Instagram-User weiß sehr wohl, dass er sich in einer hübschen Scheinwelt aufhält. Das erklärt auch das folgende Paradox: Bei Instagram kannst du deine Bilder mit ein paar hübschen Filtern auch ganz ohne irgendwelche Kenntnisse so aufpäppeln, dass sie grandios aussehen. Wenn ein Bild, was anscheinend eher selten ist, auch ohne Filter grandios aussieht, schreibt der Insta-Nutzer gerne den Hashtag #nofilter dazu.

Was das in der Konsequenz bedeutet? Du kannst mit den Filtern und ein paar sehr einfachen Bearbeitungs-Optionen dein Bild so aufmotzen, dass die Sonnenuntergänge vor gleißenden roten Bällen stattfinden und die Landschaften so großartig sind, dass selbst semiprofesionelle Fotografen das nicht so hinbekommen.

Man kann es aber eben auch übertreiben und selbst ein Insta-sozialisierter Nutzer erkennt irgendwann, dass die Welt nicht so ist, wie du sie möglicherweise im Filter-Rausch zeigen willst. Überleg dir also, ob die wirklich jedes Bild zerfiltern willst. Oder ob die Option #nofilter nicht doch die Bessere ist. Zumindest dann, wenn deine Zielgruppe nicht gerade 13-jährige Gymnasiastinnen sind.

Hashtag: Immer!

Wäre man Kulturpessimist, man könnte an dieser Stelle beklagen, dass Instagram das Netzwerk für die endgültige Vertreibung des grammatikalisch korrekten Satzes und der letzten Überreste der deutschen Sprache ist. Stattdessen bestehen Texte unter den Bildern und Videos manchmal ausschließlich aus Hashtags. Was schon ok so ist, man will ja in erster Linie schauen und weniger lesen. Die regelmäßigen Leser dieser Howto-Reihe wissen allerdings auch, dass hier gerne zur Mäßigung aufgerufen wird. Dreißig Gaga-Hashtags unter einem Bild braucht wirklich kein Mensch und wenn du nicht gerade 13-Jährige ... siehe oben.

Grundsätzlich empfiehlt sich beim Thema Hashtags das, was ich schon in der "Twitter"-Folge geschrieben hatte. Zusammengefasst: Hashtags mit Hirn einsetzen, schauen, was es schon gibt – und im Zweifelsfall mit einem eigenen Hashtag ein Thema besetzen.

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Stories: Ja, aber...

Bitte denke dir den folgenden Abschnitt im Subjektivitäts-Modus (soll heißen: ich bin da befangen).

Stories sind das ganz große Ding auf Instagram. Die Idee und nahezu alles andere auch hat sich Instagram bei Snapchat geklaut. Stories kann man sich 24 Stunden anschauen, sind ziemlich einfach zu erstellen und im Grunde nichts anderes als ein paar aneinandergereihte Schnipsel, die im Idealfall sowas wie eine Geschichte erzählen. Manchmal erzählen sie auch einfach gar nichts.

Kurz gesagt: Persönlich bin ich von dem Format Stories nicht sehr überzeugt, aber das bin ich auch bei Snapchat und Facebook nicht. Was nichts zu bedeuten hat. Wer Stories machen will, soll sie gerne machen. Vermutlich ist es alters- und berufsbedingt, dass ich empfehle, nur dann etwas zu erzählen, wenn man etwas zu erzählen hat. Klar ist Instagram kein investigatives Nachrichten-Magazin und will in erster Linie Spaß machen. Aber stell es dir vor wie auf einer Party: Wenn jemand öde Geschichten am Fließband erzählt, wird es dich kaum trösten, wenn du dir sagst, dass das alles ja nur ein großer Spaß sein soll.

Das Format: Quadratisch, praktisch, nicht immer gut

Vermutlich ist das jedem schon mal passiert: Man hat ein wunderbares Foto, denkt sich, dass das bestimmt was für Instagram wäre, will es posten - und stellt plötzlich fest, dass es im quadratischen Instagram-Format gar nicht mehr gut ausschaut. Das hat damit zu tun, dass Fotos im Normalfall eben nicht quadratisch sind und man also einen Ausschnitt wählen muss. Oder man ändert das Format schon beim Upload, das ist technisch überhaupt nicht schwer.

Trotzdem schadet es nicht, schon beim Fotografieren im Kopf zu haben, dass das Standard-Format Instagrams das Quadrat ist. Das ist allemal besser, als wenn man hinterher mühselig noch etwas nachbearbeitet.

Apropos Bearbeitung: Man kann auch beim Upload noch einige rudimentäre Korrrekturen vornehmen. Auch hier gilt wie oben schon bei den Filtern beschrieben: Weniger ist manchmal mehr. Wenn dein Sundowner etwas arg übertrieben ist, merkt das auch ein mit Fotobearbeitung weniger vertrautes Gemüt. Und deine Geschichten und Bilder sind doch so gut, dass du sie nicht gewaltsam pimpen musst, oder?

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Videos: Immer mehr davon!

Die regelmäßigen Leser der Howto-Reihe wissen das: Videos sind in sozialen Netzwerken (Vorsicht, Binse!) unverzichtbar. Auch Instagram setzt zunehmend mehr auf das bewegte Bild. Dem Normal-User stehen dabei Videos mit einer Länge von maximal 60 Sekunden zur Verfügung. Daneben läuft mittlerweile auch das Projekt "IGTV", mit dem sich Instagram mehr oder weniger als YouTube-Konkurrent in Szene setzen will. Noch ist es naturgemäß zu früh, irgendetwas zu den Erfolgsaussichten zu sagen. Aber im Auge behalten sollte man das Thema ganz sicher. Auch wenn du jetzt nicht sofort damit anfangen musst, große Bewegtbild-Formate zu entwickeln.

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