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How to Sound Audio

How to: Guter Sound beim Vertonen

Wie bekommt man es hin, dass man nicht nur gute Inhalte, sondern guten Klang hat? Im heutigen How to geht es um praktikable und finanzierbare Lösungen.

(Bild: Unsplash)
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Es gehört zu den beliebtesten Anekdoten der Szene: Als eine der ersten Podcasterinnen Deutschlands vor rund 15 Jahren ihren später dann durchaus erfolgreichen Podcast startete, bestand ihr Equipment aus einem Field Recorder und einem Mikro (mit einem Smartphone aufzunehmen war damals schon alleine deshalb unüblich, weil es keine Smartphones gab). Um Ruhe zu haben und zudem etwas weniger Raumhall, setzte sie sich zum Aufnehmen in ihren Kleiderschrank. Ob die Geschichte stimmt, weiß ich nicht. Aber sie ist bezeichnend für den Stand der Podcasterei damals – und heute. Damals ging das schon irgendwie. Heute würde niemand mehr so produzieren, auch, weil Kleiderschränke auf Dauer eine unbequeme Lösung sind.

Das Problem bleibt trotzdem: Wenn du nicht gerade Zugriff auf ein Radio- oder Tonstudio hast, klingen deine Podcasts vermutlich auch so. Das Problem lässt sich durch gute Mikrofone und einen ordentlichen Rekorder teilweise lösen, aber eben nur: teilweise. Um einen trockenen, klaren und weitgehend hallfreien Klang hinzubekommen, brauchst du noch etwas mehr. Vor allem der Hall in normalen Räumen ist ein echtes Problem. Er ist auch der Grund, warum in jedem Studio beispielsweise mit Schaumstoff dafür gesorgt wird, dass so viel Raum-Hall wie möglich absorbiert wird (idealerweise der gesamte Hall).

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Aber wie bekommt man das hin?

Möglichkeit eins: Sprecherkabine

Klingt illusorisch und vor allem viel zu teuer? Ist es aber gar nicht. Zugegeben, eine große, hochwertige und fest installierte Kabine kostet schnell mal 5000 Euro, nimmt Platz weg und ist unflexibel. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten. Die günstigste und dennoch sehr brauchbare, die ich entdeckt habe, kostet rund 700 Euro, ist mobil einsetzbar und bietet alle Vorteile, die eine vollständige Kabine hat. Allerdings auch alle Nachteile. Sie nimmt Platz weg und eignet sich eigentlich nur für Situationen, in denen du selbst einen Text einsprechen willst. Zudem verweist der Hersteller zwar darauf, dass man die Kabine vergleichsweise schnell auf und wie der abbauen kann.

Aber dazu ist der Aufwand dann doch wieder zu groß. Weswegen sich eine solche Kabine nur für Menschen lohnt, die viele Audios aufnehmen und den Platz für eine eigene Kabine haben (auch wenn sie de facto gerade mal so groß ist, dass ein Mensch darin halbwegs bequem stehen kann).

Ergänzung am Rande noch: Man kann eine Kabine auch komplett selber bauen, das wird dann günstiger als ein fertiges Teil. Dazu brauchst du aber neben viel handwerklichem Geschick auch Zeit und Muße. Es würde zudem den Rahmen dieser Kolumne sprengen, hier noch eine entsprechende Bauanleitung einzubauen. Wenn es dich dennoch in den Fingern juckt, hier findest du jemanden, der das mal vergleichsweise günstig gemacht hat.

Möglichkeit zwei: ein mobiles Vocal Booth

Schwer zu erklären, was das ist. Am ehesten vielleicht so: Das sind bewegliche Einzelteile von Kabinenbestandteilen. Also beispielsweise leicht verschiebbare Wände. Oder eine Art Box, die das Gesicht eines Sprechers an drei Seiten umrahmt. Oder ein sogenannter Mic-Screen, eine Art Absorber und Diffusor, der direkt hinter dem Mikro angebracht wird.

Auch hier liegen die Vorteile auf der Hand: Solche Lösungen sind flexibel einsetzbar. Sie können in unterschiedlichen Räumen den jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden. Und: Sie nehmen keinen Platz dauerhaft weg.

Klar ist aber auch: Bei der Soundqualität wirst du gegenüber einer vollwertigen Kabine Abstriche machen müssen. Reine Abwägungssache, für was du dich entscheidest. Audio-Vollprofis werden höchstwahrscheinlich zur Kabine tendieren. Auf der anderen Seite: Mit ein bisschen Rumprobieren bekommst du es vermutlich schnell so hin, dass man bei deinen Aufnahmen nur noch dann einen Unterschied zur Kabine hört, wenn jemand mit feinen Ohren und einem guten Kopfhörer zuhört.

Die Kosten sind dabei übrigens nur ein untergeordnetes Argument. Klar sind solche Lösungen zumindest billiger als eine fest installierte Kabine für ein paar tausend Euro. Mit Einzelteilen wie Absorbern und Mic-Screens kommst du auch schnell auf den Preis, den du für eine mobile Kabine (rund 700 Euro) zahlen würdest. So oder so: Die Investition sollte es dir wert sein, der Klang deiner Audioaufnahmen wird hörbar besser.

Die Feinheiten: Software und Mikrofone

Wie man also sieht: Die Akustik eines Raumes, in dem man etwas aufnimmt, spielt eine große Rolle. Und wenn man sich wirklich gegen eine Kabine entscheidet, gibt es die eben beschriebenen Möglichkeiten, bei der Akustik einer Umgebung zumindest nachzuhelfen. Das steht hier deswegen noch mal so explizit, weil alles andere - Software beispielsweise oder die Verwendung hochwertiger Mikrofone - eine schlechte Raumakustik nicht verbessern können.

Einfacher Merksatz also für Audios: Je hochwertiger das Ausgangsmaterial, umso besser das Endergebnis. Umgekehrt kannst du schlechtes Ausgangsmaterial später bestenfalls noch ein bisschen glätten. Aber du wirst kein wirklich gutes Material mehr daraus machen. Aber natürlich spielen auch Software und Mikrofone eine Rolle für den guten Klang.

Speziell Mikrofone sind dabei überlebenswichtig. Weil umgekehrt auch klar ist: Selbst die beste Akustik in deiner Umgebung hilft dir nichts, wenn du ein schlechtes Mikro benutzt. Aber was genau ist gut, was schlecht? Darüber ließen sich lange Abhandlungen schreiben, zudem ist sowas immer auch Geschmackssache und von der jeweiligen Situation abhängig. Deshalb nur ein paar grundsätzliche Tipps:

XLR (das sind die alten, dreipoligen Stecker) ist besser als USB. Es würde etwas viel Platz in Anspruch nehmen, die Gründe dafür ausgiebig zu schildern. Deshalb nur schnell zusammengefasst: Niemand, der sich mit der Materie beschäftigt, würde etwas anderes behaupten. Unbestritten ist, dass man auch mit USB-Mikros inzwischen passable Ergebnisse hinbekommt. Und wenn man unterwegs ist und mobil aufnehmen will, sind USB-Mikros schon deshalb praktischer, weil man sich ein weiteres Kabel und möglicherweise ein Interface spart. Wenn du aber stationär arbeitest: XLR, selbst wenn USB bequemer ist.

Mit guter Software kannst du auch noch dann einiges rausholen, wenn du kein Tontechniker. Bei einigen DAW-Programmen wie beispielsweise Adobe Audition gibt es die Möglichkeit, den Nachhall oder das Rauschen zu reduzieren. Man darf davon keine Wunder erwarten, aber es zumindest deutlich besser als ohne Nachbearbeitung. Ich habe mir zudem noch den Luxus einer Software bzw. eines Plug-Ins namens „Restauration Suite“ geleistet. Die ist zwar mit rund 100 Euro nicht gerade ein Schnäppchen, bringt aber wirklich hörbare Unterschiede.

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Die Ansprüche an guten Klang sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Früher hätte man einem Podcast- oder Videoproduzenten mangelnden Spund noch halbwegs nachgesehen, weil: Man kann ja Amateure nicht mit Profis vergleichen. Heute hingegen gehören zu vernünftiger Audio- und Multimedia-Produktion auch zumindest semiprofessionelle Ansprüche an den Klang. Von dem her: höchste Zeit, sich mit mehr als mit Mikrofonen zu beschäftigen.

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