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Lead Wolf Dji Osmo Pocket Rgb 1600X900
How to Video Tool

How to: DJI Osmo Pocket

Videos sind ohnehin keine ganz einfache Sache. Wenn dann noch ein wenig Bewegung ins Spiel kommen sollen, wird es vollends komplex – die Bilder sehen dann gerne verwackelt und ruckelig aus. Ein winzig kleines Gerät schafft zumindest teilweise Abhilfe.

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Zumindest die Älteren unter euch erinnern sich vermutlich noch: Vor gut zehn Jahren sorgte die "Flip" für Furore. Für die Jüngeren: Das war eine Kamera in Größe einer Zigarettenschachtel, die für damalige Verhältnisse ganz erstaunliche Dinge konnte. Nämlich Videos in einer sehr ordentlichen Qualität ohne große Einstellungen drehen. So konnte plötzlich jeder zum Videofilmer werden, was in den Anfangstagen des Netzes ein nicht zu unterschätzender Faktor war. Spätestens, als mit dem iPhone 4 das erste Smartphone mit einer ordentlichen Videokamera auf den Markt kam, hatte sich die Sache mit der "Flip" erledigt. Heute sieht man sie bestenfalls noch in einem gut sortierten Technikmuseum.

Jetzt ist die grundsätzliche Idee wieder auf dem Markt. Natürlich nicht als Videokamera. Sondern als Gimbal. Damit, so lautet das aktuelle Produktversprechen, sind die Zeiten des mobilen Wackelvideos vorbei. Professionelle Schwenks und Bewegungen für jeden. Auch ohne ausgeprägte Kamerakenntnisse und auch für kleine Budgets. Und solange es noch kein Handy mit einer Gimbal-Funktion gibt, muss man sagen: gute Idee!

Was ist das überhaupt?

Hersteller DJI macht gerne Werbung damit, dass es sich um den kleinsten Gimbal der Welt handelt. Kann ich nicht nachprüfen, ist aber keineswegs auszuschließen. Das Ding wiegt ganze 120 Gramm und verschwindet in jeder durchschnittlichen Männerhand. Der Osmo Pocket passt damit tatsächlich in jede Hosentasche.

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Die Vorteile

Der Osmo Pocket ist wirklich erstaunlich klein und leicht. Vor allem gemessen daran, dass dort auf sehr wenig Platz vergleichsweise viel Technik untergebracht ist. Man hat also tatsächlich eine ziemlich gute Kamera und einen soliden funktionierenden Gimbal in der Hosentasche. Das ist für jeden, der mobil Videos produziert, ein enormer Vorteil. Vor allem, wenn man daran denkt, wie sperrig und schwer immer noch die Gimbals für Smartphones sind. Das muss man alles in Relation setzen, bevor man bemäkelt, dass die Kamera vielleicht noch Luft nach oben hätte oder das eine oder andere Detail des Gimbals nicht ganz so perfekt ist wie bei einem großen Gerät. So ist das immer, wenn man komplexe Technik auf sehr geringen Platz komprimiert. Und noch dazu auf einen vergleichsweise kleinen Preis (ca. 350 Euro).

Und, als weiterer Vorteil nicht zu unterschätzen: Der Pocket ist innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit. Anschalten, per Knopfdruck zentrieren, ggf. noch einen anderen Modus als den des Standard-Videos auswählen – das war es schon. So schnell bekommen selbst erfahrene Filmer ihren großen Gimbal nicht kalibriert.

Was noch dazu kommt: Generell sind Gimbals immer dann, wenn sich in einem Video etwas bewegen soll, eine gute Sache. Die Bewegungen im Bild sind flüssig und stabil, das bekommt man selbst bei viel Routine aus der Hand nicht so hin.

Ich habe den Pocket in diversen komplexen Situationen getestet, in einer wüsten Achterbahn und unter Wasser beim Tauchen. Die Resultate waren durch die Bank zumindest sehr, sehr ordentlich. Weiterer Pluspunkt: Der Akku hält mühelos ein paar Stunden durch.

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Die Nachteile

Liegt in der Natur der Sache: Bei einem briefmarkengroßen Display ist das Drehen manchmal reine Glückssache. Man ahnt eher, was man da dreht, als dass man es wirklich wüsste. Man kann natürlich später in der Nachbearbeitung noch einiges korrigieren, aber das Risiko, dass man einen eher unpassenden oder ein womöglich sogar völlig ungeeignetes Motiv gedreht hat, kann man nicht restlos ausschließen.

Zugegeben: Mit einem mitgelieferten Adapter kann man den Pocket auch an das Handy andocken und dann über eine leidlich funktionierende App steuern. Und wenn man dann noch ein Tripod…aber ihr ahnt, das ist ein wenig absurd, weil man dann ja auch gleich mit einem großen Gimbal und dem Smartphone drehen könnte. Zumindest als Behelf ist das in Ordnung, zumal sich der Pocket damit wie ein Hybrid-Gerät einsetzen lässt. Die eigentliche Stärke ist aber nach wie vor der Einsatz als Gimbal für die Hosentasche.

Was die Qualität der Bilder angeht: Das ist bei jeder Kamera dieser Welt immer ein Streitpunkt, was auch daran liegt, dass Geschmäcker und Erwartungen sehr unterschiedlich sein können. Ich finde die Bilder des Pockets sehr zufriedenstellend. Zumindest dann, wenn man von einigermaßen normalen Lichtverhältnissen spricht. Dass ein 300-Euro-Gerät nie das leisten kann, was man mit einem Kamera-Objektiv im fast vierstelligen Bereich schafft, ist auch klar. Wenn du also für ein Hochglanzprojekt drehen willst, lass den Pocket zuhause.

Jakubetz empfiehlt

Grundsätzlich: Daumen hoch. Der Pocket ist eine feine Sache und nicht nur ein Spielzeug für Technik-Nerds. Auch wenn mir allmählich Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Digitalisierung kommen und ich beim Blick auf meine Fototasche feststelle, dass sich neben der DLSR, dem Smartphone, der GoPro der 360-Grad-Kamera und dem "großen" Gimbal jetzt noch ein Gerät dazu gesellt hat. Vermutlich also so wichtig wie nie zuvor: Vorher genau überlegen, was man drehen will und wofür. Sonst schleppt man am Ende so viel Gewicht mit sich wie nie zuvor.

Die Ergebnisse sieht man in diesem Video vom LEAD-Autor Christian Jakubetz:

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