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How to Blog Medien

How to: Blogs

Blogs haben sich nie zum Massenmarkt entwickelt und sind trotzdem einer der Standards, wenn es um digitales Publizieren geht: Die meist in einem persönlichen Stil gehaltenen Beiträge sind längst nicht mehr nur semiprofessionellen Bloggern vorbehalten.

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Ein kleiner Exkurs in die nun doch schon beachtlich lange Geschichte dieses Internets: Vor knapp zwei Jahrzehnten galten Blogs als ungefähr das, was heute Facebook ist.

Also als eine Art neue Weltmacht des Publizierens. Alle werden bloggen, Blogs werden den konventionellen Journalismus ablösen. Klingt absurd? Mag sein. Aber damals gab es nicht wenige Menschen, die das geglaubt haben.

Okay, 2018 kann man sagen: Natürlich haben Blogger nicht die publizistische Weltherrschaft übernommen.

Aber das Thema zu einem irrelevanten Gequassel von ein paar Nerds abtun zu wollen, wird der Sache dann auch wieder nicht gerecht. Tatsächlich können Blogs in ihren diversen Ausprägungen nicht nur großartige Inhalte produzieren, sondern auch richtig Reichweite generieren.

Diverse Ausprägungen? Aber ja, es gibt einige. Was uns zur ersten Frage führt:

Was ist ein Blog überhaupt?

Früher war nicht alles besser, aber manches zumindest leichter. In den Anfangstagen der Bloggerei gab es dabei häufig die wunderbar sperrige Antwort, bei einem Blog handle es sich um ein „Internet-Tagebuch“.

Das war ungefähr so nett wie „Internet-Zeitung“ oder eigentlich alles, bei dem man vor einen aus analogen Zeiten bekannten Begriff einfach den Zusatz „Internet“ packte. Internet-Fernsehen, Internet-Radio. Und eben: Internet-Tagebuch.

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Aber so, wie es ein „Internet-Fernsehen“ oder eine „Internet-Zeitung“ nie wirklich gegeben hat, war auch der Begriff des „Internet-Tagebuchs“ nie ganz falsch, aber eben auch nicht wirklich treffend. Die Idee des "Tagebuchs" kann man immerhin darauf zurückführen, dass die Beiträge eines Blogs in der Regel chronologisch angelegt sind.

Ansonsten assoziiert das Wort Blog, das ja tatsächlich aus den Begriffen „Web“ und „Log“ entstanden ist, dass da jemand Tagebuch führt. Was auch nicht komplett verkehrt ist und ein paar Grundlagen der Bloggerei aufzeigt.

Special: Creativity

Für Glücksforscher Mihaly Csikszentmihalyi ist "eine kreative Errungenschaft (...) so gut wie nie das Ergebnis einer schlagartigen Erkenntnis, eines plötzlich aufflackernden Lichts in der Dunkelheit, sondern das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit." Wir versuchen in diesem Special herauszufinden, was Kreativität heute in der Werbung bedeutet.

Was geht – und was nicht

Personality: Blogs werden von einem (oder mehreren) Menschen geschrieben. Ein gutes Blog verzichtet also erstmal auf Neutralität und Objektivität, die man ja vor allem von Journalisten gerne fordert. Blogs sind strikt subjektiv.

Wer ein Blog liest, weiß das auch (oder sollte es zumindest wissen). Man darf beinahe nach Belieben in der Ich-Form erzählen und man darf (soll sogar!) tatsächlich erzählen. Klassische Darstellungsformen haben in einem Blog nichts verloren.

Stil: Das Thema Stil schließt unmittelbar an das Vorgänger-Thema Personality an. Ein gutes Blog braucht Persönlichkeit und einen eigenen Stil. Hast du bemerkt, dass da „eigener“ und nicht „guter“ Stil steht? Pure Absicht. Weil man über den Begriff „guter Stil“ vermutlich endlos streiten kann. Also, trau dich, deinen eigenen Stil zu entwickeln und vergiss die Sache mit dem „gut“.

Hier enden dann naturgemäß auch die Möglichkeiten des guten Ratschlags. Ich kann dir nicht sagen, wie du deinen eigenen Stil findest. Außer: immer wieder ausprobieren.

Vorsicht: Versuch nie, irgendjemanden zu imitieren. Das klappt meistens nicht. Im Zweifelsfall ist das Original immer besser und du bist unnötig frustriert. Ein Blog ohne Konturen, ohne Ecken und Kanten und ohne Stil ist zu einem drögen Dasein in der Mitte des Long Tails verdammt.

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Haltung: Ich weiß nicht, wie viele Blogs es auf dieser Welt gibt. Gefühlt: Milliarden. Noch mal irgendeine Wordpress-Baustelle braucht kein Mensch. Hast du eine Haltung, hast du wirklich was zu erzählen? Wenn ja, mach es. Wenn nicht, blogge lieber nicht. Nichts ist schlimmer als einerseits-andererseits-Geschichten.

Regelmäßigkeit: Vermutlich bist du am Anfang euphorisch und ballerst die Beiträge nur so raus. Aber der Punkt, an dem dir die Geschichten und Ideen ausgehen, kommt zwangsläufig. Zumindest vorübergehend. Bloggen erfordert also Ausdauer.

Wenn du dein Blog also nicht gerade von vornherein als ein zeitlich befristetes Projekt anlegst, muss dir klar sein, dass du über Jahre hinweg ganz schön Output leisten musst. Die vergangene Woche verstorbene Blogger-Ikone Robert Basic hat es angeblich in ein paar Jahren auf rund 12.000 Einträge gebracht.

So viel muss es zwar nicht gleich sein. Aber ein Blog, das nur sehr unregelmäßig bespielt wird, hat nicht sehr viele Erfolgsaussichten.

Tagebuch, Unternehmenskommunikation, Live-Blog

Bevor du loslegst, solltest du dir noch eine andere Frage stellen: Was willst du mit einem Blog überhaupt erreichen? Und wen und warum und wie? Ein Live-Blog ist was ganz anderes als das bereits hinlänglich besprochene Tagebuch. Wenn du für ein Unternehmen schreibst, musst du ein paar andere Dinge berücksichtigen, als wenn es um deine Einsichten zu Gott und die Welt geht.

Erste Frage also: Hast du was zu erzählen – und wenn ja, was? Tagebücher und anderen Plauderkram gibt es im Netz zu gefühlten Fantastilliarden, noch eine lustige Quasselbude braucht kein Mensch. Lieber kein Blog als eines, das irgendwo zwischen Peinlichkeit und Belanglosigkeit changiert. Niemand will wissen, was es heute in eurer Kantine gibt oder was der Redaktionshund gerade so treibt.

Definiere also dein Blog, gib ihm eine klare Struktur, eine eindeutige Aufgabe. Das kann Krisenkommunikation sein, Echtzeit-Berichterstattung oder ein Multiautoren-Projekt von und mit Menschen, die in ihrem Thema einfach gut sind und etwas zu sagen haben.

Zweite Frage: Trägt das Thema, das Konzept? Schließlich soll (siehe auch „Regelmäßigkeit“) viel Gutes über lange Zeit in deinem Blog stehen. Wie schwierig das ist, zeigt übrigens auch die Tatsache, dass zahlreiche Blogs schon bald nach ihrem ersten, euphoriegetragenen Erscheinen veröden.

Es sind nicht so wahnsinnig viele, die sich über Jahre hinweg mit guten und regelmäßigen Beiträgen halten (man nannte solche Menschen übrigens „Alpha-Blogger“ und weil der Deutsche ja klare Regeln liebt, gab es sogar mal eine ernsthafte Debatte, wie viel Reichweite man denn machen müsse, um sich mit diesem großartigen Titel schmücken zu dürfen, aber das nur nebenbei).

Welche Software für was?

Ich kann es nicht mit Zahlen belegen, aber ich vermute, Wordpress ist nach wie vor das Maß aller Dinge für Blogs. Dafür gibt es auch gute Gründe, denn Wordpress lässt nicht allzu viele Wünsche offen. Andere schwören auf Medium, während man aktuell von den einstigen Geheimtipps und Newcomern wie Tumblr oder Serendipity nicht mehr so wahnsinnig viel hört.

Bei Liveblogs mag ich persönlich „Scribblelive“ am liebsten, aber auch da gilt: Die Mitbewerber sind zumeist völlig ok.

Das Gute also bei dem Thema: Mit der Auswahl der Software kann man nicht so wahnsinnig viel falsch machen. Und falls man mit dem Programm seiner Wahl dann doch nicht glücklich werden sollte - es gibt für alles eine derart große Auswahl, dass man sich nicht allzu große Sorgen machen sollte.

Der oder das Blog?

Keine Ahnung. Auch heute noch nicht. Darüber streiten sich die Gelehrten vermutlich noch in 20 Jahren. Spielt aber, wenn man ehrlich ist, keine echte Rolle. Ich nutze persönlich immer „das“, bin aber niemandem gram, wenn er es anders hält.

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