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(Grafik: LEAD)
How to Kolumne Audio

How to: Audacity

Professionell Audios produzieren, ohne dafür gleich große Investitionen zu tätigen und sich intensiv mit einer Software auseinandersetzen zu müssen – für diese Anforderung ist ein alter Bekannter immer noch erste Wahl. Heute im How to: das Audio-Schnittprogramm Audacity. Es hat mit seinem neuesten Update eine kleine, aber wesentliche Verbesserung erhalten hat.

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In den letzten Wochen haben wir in dieser Rubrik immer wieder mal Tools und Apps vorgestellt, mit denen sich Audios und Podcasts vergleichsweise simpel, schnell und mobil herstellen lassen. Das Problem dabei liegt auf der Hand: All diese Apps sind zwar einfach zu erlernen und zu verwenden. Sie sind in ihren Möglichkeiten aber naturgemäß eingeschränkt. Umgekehrt haben professionelle Schnittprogramme zwei Nachteile. Meistens sind sie komplex und haben viele Funktionen, die man als Einsteiger gar nicht braucht. Dazu kommt, dass sie häufig auch ordentlich teuer sind.

Audacity ist in solchen Fällen ein guter Kompromiss: besser und funktionsreicher als Handy-Apps, trotzdem noch halbwegs übersichtlich und zudem weiterhin kostenlos. Weiterhin? Das steht hier, weil Audacity eigentlich ein alter Hut ist. Die Software gehört zu den Urgesteinen von hochwertiger Freeware im Netz. Ihre Berechtigung hat sie bis heute aber nicht verloren.

Vorweg auch gleich noch ein Geständnis: Ich habe Audacity vergleichsweise lange nicht mehr benutzt. Weil ich über eine ganze Zeit den Eindruck hatte, dass die Software ein wenig aus der Zeit gefallen war. Gut, etwas angestaubt kommt sie optisch immer noch daher, aber nur nach Äußerlichkeiten sollte man nicht gehen. Was mich mehr gestört hat: Mit dem Format mp3 konnte Audacity bis ins Jahr 2019 (ernsthaft!) nicht vernünftig umgehen; man musste dazu erst vergleichsweise umständlich eine zusätzliche Datei installieren. Das hatte mit fehlenden Rechten und Patenten zu tun, war aber dennoch für den Nutzer ein steter Quell des Ärgernisses.

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Das hat sich mit dem Release der neuen Version im Sommer geändert. Somit ist das – erstaunlich genug – die wichtigste Nachricht: Audacity kann mp3!

Was kann Audacity?

Nachdem das jetzt geklärt ist und Audacity-Verächter ein Argument weniger für ihre Verachtung haben, können wir zusammenfassen, was das Tool kann. Sehr verknappt gesagt: alles, was man für eine ordentliche Audio-Produktion können und haben muss. Wer jemals schon mit einem Audio-Schnittprogramm gearbeitet hat, wird sich schnell damit zurechtfinden. Auch Audio-Einsteiger sollten gut klarkommen.

Ein paar Dinge finde ich trotzdem zumindest gewöhnungsbedürftig. Dass Audacity beispielsweise für jede importierte Datei automatisch eine eigene Tonspur anlegt, ist eher so naja...aber gut, das kann man ja mit zwei Mausklicks wieder korrigieren.

Audacity Artikelk

Wie man also sieht: Audacity könnte ein paar Designer gebrauchen, die das Tool in eine ansprechende Optik und etwas leichtere Bedienbarkeit bringen. Ich fühle mich bei dem Anblick immer in das Jahr 2007 zurückversetzt. Aber das ist eher ein Schönheitsfehler.

Ansonsten bietet die Software solides Handwerk. Im Gegensatz zu den Handy-Apps lassen sich hier Tonspuren detailliert bearbeiten. Es gibt hinreichend viele Filter und Effekte und zudem Möglichkeiten, Aufnahmen nochmal nachzubessern, indem man beispielsweise Rauschen zumindest unterdrückt. Audacity beherrscht beim Export alle gängigen Formate, man kann also alle Schritte bis hin zur sendefähigen Datei vornehmen.

Was kann Audacity nicht?

Manches, was nur echte Profis benötigen, wirst du bei Audacity vergeblich suchen. Das sind im Regelfall nur Dinge, die man für "normale" Podcasts oder andere Audio-Beiträge nicht braucht. Von dem her wirst du deren Fehlen vermutlich ohnehin nie bemerken. Was mich am Meisten stört: Audacity verfügt leider nicht über eine Funktion, mit der unterschiedliche Lautstärken verschiedener Tonspuren angeglichen werden können. Das wäre vor allem dann hilfreich, wenn man beispielsweise bei Podcasts verschiedene Eingangsquellen hat. Bei einem Programm wie Adobe Audition kann ich das vergleichsweise einfach mit zwei Mausklicks ausgleichen.

Man kann das zwar auch bei Audacity bewerkstelligen, leider aber nur vergleichsweise umständlich. Wenn ich mir also was wünschen dürfte für das nächste Update: genau das! Der große Vorteil von Audacity ist also gleichzeitig sein kleines Manko: Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit sind prima, setzen dem Leistungsumfang des Tools aber natürliche Grenzen.

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Audacity ist ein mächtiges Tool, das auch für Semi-Profis kaum Wünsche offenlässt. Vor allem, wenn man sich noch gar nicht sicher ist, ob man das Thema Audio vertiefen will, ist es ein sehr guter Einstieg. Es kostet nichts, man ist schnell im Thema - und wenn man wirklich aufwändige Profi-Produktionen machen will, kann man immer noch umsteigen. Bei Tools beispielsweise von Steinberg oder Adobe wird es aber schnell ziemlich teuer.

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