Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Pod Trends Lisa Geiger

Hört, hört!

Vom Trend zum Must-Have: Ob Business-Kasper oder Hobbyfunker, die Podcast-Welle schwappt nach Deutschland.

Foto: Lisa Geiger
Anzeige
Anzeige
Anzeige

In den USA ist schon Standard, was in Deutschland noch vorsichtig als Trend beschrieben wird. Drei Beispiele: Likeable Media-CEO Carrie Kerpen produziert seit 2014 den Branchen-Talk "All the Social Ladies", David Sable von Young & Rubicam ist Herausgeber des Podcasts "Madison & Culture" und auch die Social-Media-Agentur Evōk mit Sitz nördlich von Orlando hat seit einem Jahr einen eigenen Podcast, "Provōk". Der Macher: Brian Wilder, ein Manager mit Radioerfahrung.

Ein Technik-Setup für wenige Dollar, wöchentlich wechselnde Interviewpartner, die über Trends und aktuelle Projekte berichten plus ein engagierter Moderator - und schon klopfen potenzielle Talente und Neukunden an die Tür.

Podcast-Hörer sind die loyaleren Nutzer

Sind Podcasts als ein Trend in den USA? Brian Wilder schmunzelt: "Podcasts gibt es schon seit Anfang der 2000er. Inzwischen hat jeder einen, egal ob er im Bereich Sport, Entertainment oder Nachrichten unterwegs ist." Sein Podcast "Provōk" gewinnt seit seinem Start kontinuierlich Hörer dazu.

Es ist kein plötzlicher Trend, eher ein wachsender Markt. Audio-Inhalte drängen nachhaltig in die Massenunterhaltung: In den USA gehören Podcasts inzwischen ganz selbstverständlich zum Medien-Mix. Laut einer Studie von Edison Research and Triton Digital haben 40 Prozent der US-Amerikaner schon mal einen Podcast gehört, 24 Prozent lauschen monatlich und wöchentlich sind es immerhin 15 Prozent. Zum Vergleich: Ins Kino gehen nur drei Prozent der Amerikaner wöchentlich. Laut der ARD/ZDF Onlinestudie von 2017 liegt die Zahl der gelegentlichen Podcast-Hörer in Deutschland bei 13 Prozent der Gesamtbevölkerung, wöchentlich verfolgen ausbaufähige 3,8 Prozent einen Podcast. Laut Webradiomonitor 2017 hat fast jeder Fünfte bereits Erfahrungen mit Podcasts gesammelt (17 Prozent).

Anzeige

Die Zahlen der Studie The Podcast Consumer 2017 verraten weitere spannende Details für Werbungtreibende: In den USA sind Podcast-Hörer tendenziell gebildeter, wohlhabender und unter 34 Jahre alt. Sie nutzen häufiger Social-Media-Plattformen, vor allem auf LinkedIn, Twitter und Instagram sind sie aktiver als der Durchschnitts-Amerikaner. Dort folgen sie auch häufiger Marken-Accounts, haben meist Videostreaming-Dienste abonniert und interessieren sich stärker für Smart-Home-Assistenten wie Amazon Echo und Google Home. Laut Tech Lab des Interactive Advertising Bureau (IAB) sind Podcast-Hörer die loyalsten und interaktivsten unter allen Nutzern digitaler Medien.

Das Bild aus dem Zahlenkrieg macht deutlich: Wer Podcast-Nutzer als Zielgruppe ignoriert, verpasst kaufkräftige Medien-Junkies. Vielleicht sollten Marketer zukünftig stärker über Podcast-Platzierungen als über Kinospots nachdenken.

Podcasts als Ersatz für Corporate Blogs

Brian Wilder und seine Kollegen konnten mit "Provōk" Medien, Bewerber und Kunden auf ihre Agentur aufmerksam machen. Das Konzept ist so simpel wie spannend: Sie eröffnen mit einem fast persönlichen Gespräch über die Werbewelt. Authentisch, menschlich und sympathisch geben sie der Agenturmarke so eine Stimme. Das klingt, als ob Podcasts als neue Form des Corporate Blogs funktionieren könnten.

Obwohl der gesprochene Text (noch) nicht von Google durchsucht werden kann, machen klug gesetzte Meta-Tags den Podcast auffindbar. Auf Social Media gestreut, findet er zusätzlich Zuhörer, die über das gesprochene Wort einen menschlicheren, direkteren Einblick in das Innenleben einer Agentur erhalten. Mehr als es eine Bleiwüste erlaubt. "Ich würde jedem Unternehmen einen Podcast empfehlen", sagt Brian Wilder.

Nicht nur Matcha-Latte-Hipster lauschen Lebenstipps und Nachrichten beim Bügeln ihrer Vintage-Hemden. Auch der Trucker auf der Route 66 lässt sich gerne was aus dem Nähkästchen erzählen. Von einem Trend kann also keine Rede mehr sein. Podcasts gehören längst fest zum digitalaffinen Lifestyle der jungen Generation. Weil es ihnen gelingt, die Lücke zwischen Text und Video mit unanstrengendem Informationskonsum zu füllen.

Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote