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Shaun Ellis inmitten seines Wolfsrudels (Foto: Andrea Artz)
Unternehmenskultur HR Management

Heul doch!

Shaun Ellis hält weltweit Vorträge über das Verhalten von Wölfen - und identifiziert so die Lücken im Team-Management vieler Unternehmen.

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Eines vorneweg: Ja, Heulen ist ausdrücklich erlaubt. Auch im Büro. Manchmal ist es sogar nötig. Davon ist Shaun Ellis überzeugt. Nicht, weil der 53-jährige Wolfsforscher Dramen am Arbeitsplatz toll findet. Sondern weil Tränen eine Bedeutung haben. Und Kollegen wie Vorgesetzte diese Bedeutung oft nicht oder zu spät erkennen.

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Schmeckt's? LEAD-Redakteurin Iris Spiegelberger unterzieht sich der Wolfsanalyse

Aber von Anfang: Für eine Geschichte in der aktuellen Printausgabe hat LEAD den Briten auf seiner abgelegenen Farm in Cornwall besucht. Hier lebt Ellis mit seiner Familie und insgesamt sieben Timberwölfen. Gleich nach dem Militärdienst zog es Ellis in die Natur - fast seit gesamtes Leben hat er seither mit Wölfen verbracht, ihr Verhalten studiert, zeitweise sogar als Teil eines Rudels gelebt, mit allem, was dazu gehört. Die Tiere akzeptierten ihn.

Seine Erfahrungen brachten vor allem eine Erkenntnis: Es gibt verdammt viel, was Menschen von Wölfen lernen können. Die Idee für das Wolf and Dog Development Centre war geboren. Hier können Privatpersonen genauso wie Teamleiter lernen, ihre Mitmenschen und Mitarbeiter besser einzuschätzen, Hindernisse frühzeitig zu erkennen und Kollegen nach ihren Stärken einzusetzen.

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Ein Beispiel: das Heulen. Wenn Wölfe heulen, klingt das für uns Menschen gleich. Die Tiere selbst hören genau hin - der Ton spielt die Musik. Es gibt unterschiedliche Heullaute, je nachdem, ob ein Wolf zum Jagen ruft, vor einer Gefahr warnt oder sich einfach rückversichern möchte, ob alle Mitglieder der Wolfsfamilie in Ordnung sind. Wölfe analysieren und bewerten alles: Mimik, Gestik, Gerüche, Töne, Geschmack. Und vor allem: Sie verstellen sich nicht, sondern handeln so, wie es ihrem natürlichen Charakter entspricht. Menschen hingegen machen gerade im Berufsalltag häufig gute Miene zum bösen Spiel. Kollegen sprechen Konflikte nicht offen an, Chefs nehmen die Körpersprache ihrer Mitarbeiter nicht wahr. Noch viel fataler aber: persönliche Eignung, fachliche wie menschliche Stärken werden oft verkannt oder bei der Aufgabenverteilung nicht berücksichtigt. Das rächt sich, auch bei leistungsfähigen Mitarbeitern.

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    Alles okay? Wenn alle mitheulen, heißt das: ja (Fotos: Andrea Artz)
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    Kümmert sich um Wölfe und um Menschen: Shaun Ellis mit Partnerin Kim und Sohn Jasper (Fotos: Andrea Artz)
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    Speicheltest: Wölfe nehmen Lebewesen in verschiedensten Formen wahr. Anhand des Speichels kann das Tier beispielsweise feststellen, ob sein Gegenüber ihm freundlich gesinnt oder nervös ist (Fotos: Andrea Artz)
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    Auch, wenn es niedlich aussieht: Ellis muss seine Loyalität zur Wolfsfamilie täglich aufs Neue unter Beweis stellen (Fotos: Andrea Artz)

Um solche Situationen zu vermeiden, gibt Shaun Ellis sein gesammeltes Wissen nicht nur in seinem Ausbildungszentrum, sondern auch auf Seminaren weltweit weiter. Die Vorträge des Wolfsforschers führen mithin zu erstaunlichen Reaktionen der Teilnehmer, die jahrelang in Unternehmen verbracht haben, bei denen Erfolg und das Streben nach Positionen als Gradmesser für Engagement galten - auch, wenn dies gar nicht ihrem Wesen entspricht.

Kommunikation sei auch hier der erste Schritt zur Besserung. Mit anderen Worten: Heul doch!

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Die neue LEAD ist da!

Welcher Mitarbeiter-Typ bist du? In der aktuellen Print-Ausgabe der LEAD erklärt Shaun Ellis die neun häufigsten Sozialcharaktere innerhalb eines Teams und erklärt, warum eine Zuordnung zu diesen Gruppen für den Gesamterfolg so hilfreich und wichtig ist. Außerdem spricht Ellis über die häufigsten Fehler in unternehmerischen Organisationsstrukturen. Fehler Nummer eins: falsche Selbsteinschätzung.

LEAD 02/18 erhältst du ab sofort am Kiosk, als E-Paper oder im Abo. Weitere Online-Geschichten zum Thema findest du unter #Newwork.

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