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Google Pixel 3 Michael Gronau

Google will die Smartphone-Konkurrenz wegpixeln

Präsentation: Künstliche Intelligenz plus Software plus Hardware ist die Formel, mit der die Pixel-3-Modelle besonders punkten sollen.

Foto: Google
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Operation Geheimhaltung. An dieser Stelle kann Google noch viel von Apple lernen. Zwar fällt es Cupertino auch immer schwerer, die Specs seiner neuesten Modelle bis zur Keynote vor der Öffentlichkeit zu verbergen, doch Google hatte da im Vorfeld der Google-Pixel-3-Präsentation deutlich mehr Schwierigkeiten: Pressebilder wurden schon lange geleakt, Vorserien-Modelle gestohlen und auf YouTube imUnboxing vorgeführt. Auch die finale Verpackung tauchte schon vor Wochen auf.

Als dann auch noch vor Tagen in Hongkong und Kanada ein erstes Pixel 3 in Schwarz auftauchte und sogar zu kaufen war, hätte Google die heutige Veranstaltung in New York eigentlich fast schon absagen können…

Doch dazu ist einfach das Weihnachtsgeschäft zu wichtig: Apple hat mit iPhone XS und dem iPhone XS Max bereits zwei potenzielle Bestseller in den Handel gebracht, Ende Oktober folgt dann noch das iPhone XR, das mit einem etwas günstigeren Preis (dafür nur LCD- statt OLED-Bildschirm) fürs Apple-Hauptgeschäft im Smartphone-Segment zwischen Oktober und Dezember sorgen dürfte. LG meldet mit dem neuen VG40 ThinQ Ambitionen an (Verkaufsstart wohl noch im November) und OnePlus teasert sein neues T6 bereits seit Tagen weltweit an.

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Obendrein hatte Google ja noch einiges über die Pixel 3 zu erzählen - und ein paar andere durchaus interessante Geräte auf Lager. Darunter das Ladegerät Pixel Stand. Während des Aufladens wird Pixel 3 dadurch zu einem von Google Assistant unterstützten intelligenten Display und Lautsprecher. Das Stand hat durchaus Potenzial, sich zum heimlichen Star der Google Geräte zu entwickeln. Wie bei sämtlicher Hardware #madebygoogle wird auch hier eine Art Mountain View Mantra: Künstliche Intelligenz plus Software plus Hardware soll das Paket sein, mit dem Google die Konkurrenz aus dem Feld schlagen will. Tatsächlich ist die volle Integration des Google Assistent ein ganz starker Trumpf der Geräte.

Hinzukommt eine sehr klare Design-Sprache, mit der Google in der jüngeren Vergangenheit eine ganze Reihe von Preisen eingeheimst und sich damit beispielsweise bei den Smart Speakern deutlich sichtbar von Amazons Echo abgehoben hat.

Premium-Klasse mit entsprechenden Preisen

Wer das Pixel 3 und 3 XL verstehen will, muss zunächst kurz zurückschauen: 2016 entschied sich Google, die Nexus-Serie endgültig einzustellen und statt Mittelklasse auf Premium-Klasse zu setzen – mit Preisen, die schon mal vierstellig sein können.

Mit dem Pixel wollte Google den Spagat schaffen, eigene Hardware anzubieten, ohne eigene Hardware zu bauen. Klingt kurios: Doch „Made by Google“ hieß bis heute, dass sich Google bekannte Hersteller ins Boot holt, um seine „eigenen“ Geräte zu produzieren. Das erste Pixel wurde von HTC fabriziert. Pixel 2 und Pixel 2 XL stammten aus den heiligen Hallen von LG und erneut HTC.

Die Ambitionen sind dennoch groß und für Android-User vielversprechend, denn beim Pixel garantiert „Made by Google“ bis zu drei Jahre System-Updates und monatliche Patches – bei Android-Geräten in dieser Größenordnung unüblich.

Pluspunkt: Das gerade erst erschienene Android 9 Pie ist bei den neuen Pixel-Modellen vorinstalliert. Damit gehören sie zu den ersten Geräten, die unter Pie laufen.

Das Pixel 3 wird 849 Euro kosten, das Pixel 3 XL 949 Euro, jeweils mit 64 GB. Mit 128 GB wird es teurer: 949 bzw. 1049 Euro. Zu haben sind die Geräte ab 2. November, vorbestellt werden können sie ab sofort.

  • Lensgoogle Pixel3 Sand Vorne Brille Cmyk 1
    Jetzt integriert: Google Lens Foto: Google
  • Pixel Stand Small
    Smart Ladegerät: Pixel Stand Foto: Google
  • Gruppenselfie
    Das Pixel 3 verspricht quasi ein Selfie Deluxe Foto: Google

Pixel 3: Zahlen und Daten

Das Pixel 3 bietet ein 5,5“-OLED-Display (14 cm) bei einem Seiten-Verhältnis von 18:9 mit 2160 x 1080 Pixeln. Die Maße des Gehäuses liegen bei 145,6 x 68,2 x 7,9 Millimetern. Dies entspricht nahezu den Abmessungen des Vorgängers Pixel 2. Überraschend: Endlich mal ein Premium-Smartphone ohne Notch. Aber nur in der 3er-, nicht der 3-XL-Version.

Zwar ist das Display gegenüber dem Pixel 2 größer, aber der Form-Faktor bleibt nahezu unverändert. Google geht kein Risiko ein. Traut sich sogar, mit nur 2915 mAh einen eher kleinen Akku zu verbauen.

Die Hauptkamera ragt, wie bei den iPhones, aus dem Gehäuse heraus.

Neu ist auch, dass das Pixel 3 mit IP68 zertifiziert ist, zuvor war es IP67. Gilt auch für das XL, das mit 6,3 Zoll statt 6 Zoll (Pixel 2 XL) einen leicht größeren Bildschirm bietet(16 cm Diagonale), aber nicht an die 6,5“ des iPhone XS Max heranreicht. Das Pixel 3 XL, natürlich ebenfalls mit OLED-Display, löst mit 1440x 2880 Pixeln bei 494 ppi auf und bietet die Maße seines Vorgängers: 157,9 x 76,7 x 7,9 Millimeter. Überraschend: Die Notch ist beim Pixel 3 XL vorhanden und deutlich größer als bei den neuen iPhones.

Die Farben: Schwarz, Weiß, Pink. Oder wie Google es nennt: Just Black, Clearly White, Not Pink. Beide Modelle setzen auf einen Snapdragon-845-Prozessor mit je 4 GB Arbeitsspeicher. Der interne Speicherplatz bietet 64 bzw. 128 GB.

Angebote und Funktionen: Von Stand bis Top Shot

  • Schnellzugriff auf Google Assistant: Die Pixel-Geräte sind wieder mit einem drückbaren Rahmen ausgestattet, über den der Google Assistant aktiviert werden kann. Diese Option war auch schon bei den Vorgängern integriert.
  • Bonus für Vorbesteller: Google packt bei den Kurzentschlossenen den Pixel Stand dazu, der aus dem Smartphone sozusagen Smart Home macht, Speaker und Steuerungsfunktionen inklusive.
  • Flip to Shhh: Die neue software-seitige Funktion sorgt dafür, dass Benachrichtigungen nicht zugestellt werden, wenn du das Gerät aufs Display legst. Auch eine Push kommt dann nicht. Dieser DND-Modus ist sehr praktisch, aber nicht komplett neu, sondern schon von anderen Android-Geräte-Herstellern bekannt.
  • Google Lens in die Kamera integriert: Mit Lens könnt ihr Texte scannen und übersetzen, ähnliche Kleidungsstücke finden oder unbekannte Pflanzen und Tiere identifizieren – durch langes Drücken des Kamerabildes in der Pixel 3-Kamera. Wenn ihr die Kamera auf beispielsweise eine URL, einen QR-Code auf einem Flyer oder eine E-Mail-Adresse auf einer Visitenkarte richtet, schlägt Google Lens die nächste Aktion vor, wie zum Beispiel einen neuen Kontakt erstellen.
  • Top Shot: Die neue Funktion erlaubt beispielsweise die Aufnahme von Selfies mit mehreren Personen und schließlich wird dann von der KI das beste Foto ausgewählt. Außerdem hat Google eine Funktion eingebaut, die Apple-Nutzer von den Live-Fotos kennen. Bei einem Foto werden mehrere Bilder gemacht, die dann ausgewählt werden können. Extraweite Selfies lassen sich mit der 8-Megapixel-Dual-Kamera schießen (während die Front-Can mit 12 MP auflöst). Ziemlich stolz ist Google offensichtlich auch auf Night Sight, eine Funktion, mit der Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen trotzdem gelingen sollen. Selbstbewusst präsentierte man hier zur Illustration einen Vergleichsshot mit dem iPhone Xs, bei dem das Pixel 3 sichtbar besser abschneidet - zur tatsächlichen Beurteilung können da neutrale Tests sicher nicht schaden.
  • In der Box selbst findest du neben dem Charger einen USB-A-Adapter, einen USB-C-zu-3,5mm-Klinke-Kopfhörer-Adapter sowie die USB-C Pixel Buds, In-Ear-Kopfhörer, die beim Vorgänger Pixel 2 noch keine Gratis-Zugabe waren.

Die Pixel-Konkurrenz

  • Neben den drei neuen iPhones duellieren sich Pixel 3 und Pixel 3 XL vor allem mit dem LG VG40 ThinQ und dem OnePlus T6 (ab 30. November).
  • Beim neuen LG-Premiummodell stehen Preis und Termin für den Deutschland-Start noch nicht fest. Der US-Preis liegt bei900 Dollar. Dafür gibt es gleich fünf Kameras. Neben der 5- und 8-Megapixel-Frontkamera spendieren die Asiaten dem Smartphone auf der Rückseite eine Triple-Kamera: 12 Megapixel (78-Grad-Blickwinkel), 16 Megapixel mit 107-Grad-Winkel und eine Tele-Kamera mit 12 Megapixel. Das OLED-Display umfasst 6,4 Zoll. Weiter an Bord:DTS-3D-Surround-Speaker und eine Extrataste für den Google Assistant. Die Farben: Aurora-Schwarz und Marokko-Blau.
  • Das neue OnePlus-Spitzenmodell löst das erst Mitte 2018 erschienene OnePlus 6ab. Der chinesische Hersteller bietet beim T6 einen ins Display integrierten Fingerabdrucksensor, einen im Vergleich zum Vorgänger größeren Akku und besseren Schutz gegen Wasser und Staub. Preislich liegt das OnePlus T6 dem Vernehmen nach deutlich unter dem LG. Ab 550 Dollar soll es bereits losgehen.


Pixel 3 zum Anfassen

Google will Interessenten die Wartezeit verkürzen und die Möglichkeit geben, das Pixel 3 ausgiebig zu testen. Dazu werden am 18. Oktober so genannte Google Pixel Studios in Berlin, Hamburg und München eröffnet. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm mit Workshops und Vorträgen von Gästen zu verschiedenen Themen wie Wellbeing, Fotografie, Fashion, Sport und Gaming. Anmelden könnt ihr euch bei Interesse unter g.co/googlepixelstudios.

Noch mehr Hardware

Fast schon traditionell findet weitere Hardware aus der Google-Reihe zumindest vorerst nicht den Weg nach Deutschland. Das ist durchaus bedauerlich, den gerade ein Geräte wie das Pixel Slate Chrome OS, potentieller Konkurrent für das iPad Pro, machte einen recht guten Eindruck. Zumindest im kommenden Jahr wird es Home Hub nach Deutschland schaffen, mit dem Google wohl vor allem Amazons Echo Show attackieren will.

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