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Google Games
Das Logo von Stadia (Foto: Google)
Google Games Cloud

Google Stadia: Lasst die Spiele neu beginnen

Google will das Game-Business neu erfinden. LEAD stellt die Pläne vor, die der Tech-Riese am Dienstag bei der Keynote auf der Games Developer Conference (GDC) verkündet hat.

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Die traditionelle Spiele-Konsole ist tot. Jedenfalls, wenn es nach Google geht. Der Konzern hat bei seiner Keynote auf der Games Developer Conference (GDC) verkündet, dass er exzessiv ins Gaming einsteigt, genauer ins Cloud Gaming. Die Cloud Gaming-Plattform von Google soll Stadia heißen.

Was wie ein revolutionäres Erlebnis klingt, ist aber schon länger auf dem Markt. Vortex Cloud Gaming, Nvidia Cloud Gaming – nicht neu, aber bisher vor allem an der Netzinfrastruktur mehr oder minder gescheitert. Das liegt unter anderem daran, dass das Display und die Bandbreite der Leitung die Qualität eines solchen Game-Streamings abstecken.

"No boxes, no downloads, no limits"

Oder nehmen wir die Plattform Shadow, die gerade schwer angesagt ist: Dort liegt als Alternative zu Google ein kompletter Windows-Rechner in der Cloud. Shadow bietet besonders fürs Gaming eine gute Rechenleistung: 12 GB RAM, 8 Kern CPU, Nvidia Quadro P1500. Parallel lässt sich in der Cloud Software installieren, etwa zum Schreiben von Texten.

All das will "Google Gaming" mit Stadia beiseite schieben. Versprochen wurde auf dem Event am heutigen Dienstag nichts weniger als eine Revolution: "No boxes, no downloads, no limits". Lasst die Spiele neu beginnen…

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"Capture Button" erlaubt Teilen von Spiele-Inhalten direkt auf YouTube

Der Cloud-basierte Dienst ist "nur einen Klick entfernt". Bedeutet: Stadia ist keine Standalone-Konsole, sondern das Projekt lebt im Inneren des Chrome-Browsers. Quasi alle Arten von Bildschirmen werden unterstützt: Smartphone, Tablet, TV-Geräte, PCs, Desktop-Rechner, Laptops. Aber alles natürlich abhängig von der jeweiligen Internet-Leistung: Je höher die Auflösung und Framerate, desto schneller muss die Leitung sein. Und wir wissen ja, wie es um den Netzausbau in Deutschland bestellt ist - nun ja.

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"Project Stream reloaded"

Zur Ausstattung des Spielers gehört der von Google produzierte Stadia-Controller. Er verbindet sich mit dem WiFi-Netzwerk und damit mit einem Spiel deiner Wahl. Er ist allerdings optional. Denn jeder bereits vorhandene Controller kann mit Stadia kombiniert werden. Mittels des "Capture Buttons" lassen sich Spiele-Inhalte direkt auf YouTube, das als Google-Unternehmen auch mit im Boot ist, teilen. Neue Schaltflächen ermöglichen mehr Interaktion oder auch Sprachassistenz. So bietet der Controller unter anderem einen Google-Assistant-Button.

Stadia ist unterm Strich die Weiterentwicklung des 2018 gestarteten "Project Stream". Schon damals konnten Beta-Tester Games wie das mächtige Assassin’s Creed Odyssee im Chrome-Reiter spielen.

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"Auflösungen bis zu 8K möglich"

Ein 4K-Spiel mit 60 Bildern pro Sekunde mit HDR soll bei Stadia Standard sein, verspricht das Unternehmen. Google will aber noch einen Schritt weitergehen: Auflösungen von bis zu 8K sollen beim Zocken in der Cloud möglich werden. Die weltweiten Rechencenter von Google sind gerüstet, heißt es. So werden die Datencenter für Stadia von einer GPU mit 10,7 Teraflops angetrieben, die Technik stellt Advanced Micro Devices (AMD).

Zum Vergleich: Aktuell gilt die Xbox One X als die Konsole mit der meisten Power. Sie bringt es nur auf die Hälfte der Leistung von Stadia. Google erklärt, es sei möglich, dass auf Stadia "bis zu tausend Gamer" Battle-Royal-Games spielen – plattformübergreifend. Die Core-Gamer, soviel ist klar, hat man im Visier. Also all jene Zocker, die einfach keinen Gaming-PC oder gar eine Konsole kaufen wollen.

Eigenes Gaming-Studio von Google

Google selbst will mit einem eigenen Game-Studio, das Jade Raymond leitet, die viele bekannte Games großer Firmen wie EA oder Ubisoft verantwortet hat, auch neue Standards bei Game-Entwicklungen setzen.

Wo liegen die Tücken?

Derzeit ist völlig unklar, was Google für eine Stadia-Mitgliedschaft pro Monat verlangen wird. Möglicherweise wird eine Flatrate angeboten oder aber Gamer können ein Spiel einzeln kaufen. Alles offen. Genauso wie die Frage, welche Spiele zum Start überhaupt dabei sein werden.

Kommt Stadia auch nach Deutschland?

Google versprach bei dem heutigen Event, dass Stadia noch 2019 "in den USA, Kanada, Großbritannien und Europa" startet. Ein genaues Datum blieb Google noch schuldig. Ob unter Europa auch Deutschland zu verstehen ist, bleibt zu hoffen, aber auch das wurde nicht bestätigt.

Und was macht die Konkurrenz?

In den vergangenen Tagen kamen wieder mysteriöse Gerüchte auf, Konkurrent Nintendo plane nach den großen Erfolgen seiner mobilen Spiele Pokémon und Super Mario ein eigenes Gaming-Smartphone. Bisher sind das nur nervöse Spekulationen im Gaming-Markt. Nervös, aber verständlich: Stadia ist der Startschuss von Google in eine neue Gaming-Zukunft.

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