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Kaum aufgewacht und schnell Instagram, Facebook und Whatsapp checken: Ohne unser Smartphone geht fast gar nichts mehr (Bild: iStockphoto)
Instagram Gesundheit Studie

Gesundheitsrisiko Instagram: Wer zu viel scrollt, wird krank!

Wie gefährlich ist Instagram? Eine Studentin hat ihre Altersgenossen gefragt und festgestellt: Unsere Gesundheit leidet ziemlich unter dem ständigen Scrollen durch die App. Social Media Burnout, Fomo und der Vergleich mit anderen können zum Gesundheitsrisiko werden.

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Kaum aufgewacht, ist der erste Griff zum Handy. Instagram, Facebook und Whatsapp kurz checken. Schwups, 30 Minuten weg. Ohne unser Smartphone geht fast gar nichts mehr. Die Vorteile überwiegen, und doch klagen immer öfter Menschen über Nervösität, Gemütsschwankungen und das Gefühl, etwas zu verpassen. Vor allem Instagram lässt die Fomo (Fear of missing out) wachsen. Ist die App also gesundheitsschädlich?

Vanessa Häusler hat das untersucht. Als Absolventin des Medien- und Kommunikationsmanagementstudiengangs an der SRH Fernhochschule hat die
33-Jährige in ihrer Bachelorarbeit "Auswirkungen von sozialen Netzwerken auf die Gesundheit der Nutzer der Generation Y am Beispiel des Social Media Tools Instagram" das Gesundheitsrisiko Instagram unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Wir sind alle abhängiger als wir denken!

LEAD: Wie sind Sie auf das Thema "Gesundheitsrisiko Instagram" gekommen?

Vanessa Häusler: Da ich beruflich auch für meinen Arbeitgeber Instagram nutze, war klar, dass auch meine Bachelorarbeit das Thema Instagram behandeln sollte. Im vergangenen Jahr habe ich dann viele Artikel zum Thema Instagram und Social Media Burnout gelesen, dass ich mich entschlossen habe, selbst das Thema Gesundheitsrisiko Instagram anzugehen.

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LEAD:Sie haben für ihre Studie 300 Frauen und Männer befragt. Können Sie mehr zu den Teilnehmer*innen sagen?

Häusler: Die Teilnehmer*innen waren alles junge Menschen der Generation Y. Geboren zwischen 1981 und 1995 sind sie die jungen Menschen, die heute das Smartphone beruflich wie privat am meisten nutzen und sich auch in der Masse auf Instagram tummeln. Tatsächlich hatte ich aber mehr weibliche Untersuchungsteilnehmerinnen. 80 Prozent der Befragten waren Frauen. Außerdem waren es hauptsächlich Student*innen sowie Menschen mit akademischen Titel.

Was waren die Kernpunkte, die sich aus der Untersuchung ergaben?

Häusler: 75 Prozent aller Teilnehmer*innen gaben an, Instagram täglich zu nutzen. Für die meisten dient die App zur Vernetzung mit anderen, aber auch zur Selbstverwirklichung und fürs Gemeinschaftsgefühl. Jedoch stach heraus, dass für die meisten durch das Nutzen der App die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und dem eigenen Leben gewachsen ist. Andere klagten über Schlafmangel, seelische Problem, aber auch Gefühle der Einsamkeit und Unerfülltheit. 47 Prozent gaben zu dem an, dass sie denken, sie verbringen zu viel Zeit in der App. 36 Prozent bestätigten, dass sie das verstärkte Gefühl haben, etwas zu verpassen, wenn sie Instagram nicht regelmäßig checken. Und tatsächlich meinten 60 Prozent, dass sie die Gefahr sehen, ein Social Media Burnout zu erleiden. Viele sind sich dem Gesundheitsrisiko also bewusst, reflektieren ihre Nutzung - und ändern aber trotzdem nichts.

LEAD: Welche überraschenden Ergebnisse konnten Sie noch feststellen?

Häusler: 64 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die App noch im Bett beziehungsweise sofort nach dem Aufstehen öffnen. Gleichzeitig sagten 70 Prozent, dass sie ohne Probleme auf Instagram verzichten könnten.

LEAD: Ein Widerspruch in sich, nicht?

Häusler: Definitiv. Ich glaube, viele können gar nicht wirklich einschätzen, wie groß der Einfluss von Instagram und anderen sozialen Medien wirklich auf sie ist. Natürlich denkt man, klar, ich brauche diese App gar nicht, aber eigentlich sind wir bereits alle ziemlich abhängig.

LEAD: Warum glauben Sie, lassen wir uns so sehr von den sozialen Medien unter Druck setzen?

Häusler: Der Vorteil der sozialen Medien ist die schnelle Verbreitung von Informationen, das gemeinsame Sammeln von Wissen und auch das Teilen von tollen Erlebnissen. Jeder Prominente, jedes Unternehmen und unsere Freunde sind in diesen Netzwerken vertreten, jeder von uns wird auf irgendeine Art und Weise angesprochen.

LEAD: Und dann kommen uns FOMO und Social Media Burnout in die Quere?

Häusler: Genau. Durch die vielen schönen Bilder von tollen Orten, von schönen Menschen und jederzeit nur guter Laune, stellen wir unser eigenes Leben infrage. Die Folge: Fomo – und im schlimmsten Fall ein Social Media Burnout.

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LEAD: Wie äußert sich das denn beim Einzelnen?

Häusler: Bei der Fear of missing out, also der Angst, etwas zu verpassen, entsteht der Druck, dass man immer in die App reinschauen muss, immer auf dem Laufenden bleiben will. Außerdem haben wir so viele Wahl-Möglichkeiten, wem wir beispielsweise folgen, dass wir permanent in der Sorge sind, die falsche Entscheidung zu treffen. Gleichzeitig kann sich die FOMO auch noch anders äußern – nämlich in Bezug auf unser eigenes Leben. Wenn man ständig das vermeintlich tolle Leben anderer auf Instagram betrachtet, kommt einem das eigene Leben plötzlich schrecklich normal vor. Man fühlt sich ausgeschlossen, hat Angst davor, abgelehnt zu werden und wünscht sich plötzlich das Leben eines Influencer-Stars. Gebündelt kann das Auswirkungen auf die Psyche haben.

LEAD: Und beim Thema Social Media Burnout?

Häusler: Das Social Media Burnout ist die Weiterentwicklung des normalen Burnouts. Instagram fordert ständig unsere Aufmerksamkeit, gleichzeitig sind wir dazu angehalten, immer wieder neuen Content zu liefern. Hält man diesem Druck nicht stand, gerät man schnell in eine Abwärtsspirale von Konzentrationsverlust, Nervösität und auch Selbstwertzweifeln. Der Druck frisst einen förmlich auf. Gerade Influencer*innen brauchen immer öfter Social Media Pausen, da das ständige Online-Sein seinen Preis hat.

"Es ist erschreckend, welchen Einfluss diese App auf unser Leben hat"

LEAD:Aber Instagram kann ja nicht nur für uns zur Gefahr werden, sondern auch für andere. Inwiefern wird das problematisch?

Häusler: Genau. Gerade der Tourismus klagt über Instagram. Viele Orte erleben nur dank der App einen Hype, der Massentourismus zieht ein, an Orte, die überhaupt nicht dafür gemacht sind. Gleichzeitig – und das ist das Absurde – gibt es mittlerweile Hotels, die anbieten, dass man dort entspannen kann und sie für einen das Posten von Fotos auf dem Instagram-Kanal übernehmen. Es ist erschreckend, welchen Einfluss diese App auf unser Leben hat.

LEAD: Was raten Sie denn jungen Menschen, die Instagram lieben, dennoch merken, dass sie unglücklich sind?

Häusler: Unbedingt das eigene Nutzungsverhalten reflektieren und sich fragen: Warum bin ich unglücklich? Wenn ich die Antworten darauf habe, muss ich reagieren und mein Verhalten ändern. Es gibt ja beispielsweise Apps, die andere Apps nur für eine gewisse Zeit freischalten. Auch kann man die App in einem Untermenü verstecken, sodass der Zugriff nicht ganz so leicht fällt. Die Benachrichtigungen lassen sich ausschalten, man kann bestimmte Kanäle deabonnieren und grundsätzlich einfach bewusster mit der App umgehen.

LEAD: Wohin geht die Zukunft ihrer Meinung nach?

Häusler: Ich denke, langfristig werden wir uns alle einen bewussteren Umgang mit den sozialen Medien antrainieren. Der Vorstoß von Instagram, die Likes zu verbergen, geht schon in die Richtung Social Wellbeeing. Auch Instagram ist sich bewusst, dass sich was ändern muss.

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