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Die Chancen für die E-Sports-Branche stehen bestens (Foto: Kölnmesse/Thomas Klerx)
E-Sports Games gamescom

Gamescom: E-Sports ist auf dem Vormarsch

Die boomende E-Sports-Branche ist ein Schwerpunkt der Gamescom 2018: Nach Jahren in der Schmuddelecke hat sich die Branche inzwischen professionalisiert. Spätestens 2020 wird E-Sports ein Milliardenmarkt sein. Allein in Deutschland sind dann 130 Millionen Euro Umsatz möglich. Bis dahin ist der Weg aber nur schwer planbar.

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Marc Förster erinnert sich noch genau: „Ich habe mehr als zehn Jahre E-Sports-Erfahrung als aktiver Spieler, bin damals durch Asien gereist, habe vor Ort meinen Tisch noch selbst aufgebaut und wurde 2015 sogar Vize-Weltmeister.“

Interessiert hat das damals noch keinen. Heute ist Förster „Product Owner E-Sports“ beim TV-Sender Sport1 und somit einer der wichtigen Hauptakteure der Branche in Deutschland. Er verantwortet und konzipiert die E-Sports-Veranstaltungen für den Sender.

Förster hat aus seinem Hobby einen ernsthaften Beruf machen können. Auch weil E-Sports-Ereignisse, vor Jahren wegen First-Person-Shootern noch in der Schmuddelecke, inzwischen boomen. Im E-Sports duellieren sich inzwischen gut bezahlte Gamer in Computerspielen, in der Regel im Mehrspielermodus. Und immer mehr Menschen interessieren sich dafür.

Auch auf der Gamescom 2018.

„Überall spielen“ ist das E-Sports-Motto der Gamescom. Und es trifft zu: Das Smartphone ist erstmals die wichtigste Gamer-Plattform geworden und hat den PC überholt.

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Diesen Trend wollen TV-Sender, Experten und Publisher nutzen, um E-Sports auf ein neues Level zu heben. Wer selbst spielt, sieht besonders gern Game-Profis bei ihren Duellen zu.

Die Chancen für die E-Sports-Branche stehen bestens

Erst am Montag trafen sich beim „SPOBIS Gaming und Media 2018“-Kongress Vertreter der Branche. Die Themen: E-Sports, Digitalisierung und E-Sport-Sponsoring.

Aus gutem Grund saßen Vertreter von Bundesligisten wie Hertha BSC und Borussia Dortmund, Programm-Verantwortliche von ZDF, DAZN, Deutscher Fußball-Liga (DFL), Digitalisierungs-Experten und Marketing-Verantwortliche großer Spiele-Publisher an einem Tisch.

Früher konnten die Kids Fußball meist nur übers Fernsehen erleben. Heute schauen sie zwar auch Fußball, können aber ebenso in virtuelle Sporterlebnisse eintauchen. Die Computer-Spiele-Generation würde wohl eher FIFA 2018 zocken, als ein womöglich langweiliges Bundesliga-Spiel zwischen Freiburg und Leverkusen anzuschauen.

Die neue Zielgruppe ist jung, männlich, gut ausgebildet und setzt in der Freizeit zunehmend auf On-Demand- und Online-Formate. Selbst bei der Altersgruppe 65+ steigt das Interesse an E-Sports.

Die Chancen für die E-Sports-Branche stehen daher bestens: Die Szene hat sich in den letzten Jahren bereits professionalisiert, es gibt Millionen Spieler weltweit und die Preisgelder sind enorm gestiegen.

Spätestens im Jahr 2020 werde E-Sports ein Milliardenmarkt sein, stellten die Unternehmensberater von Deloitte in ihrer jüngsten Studie fest. Auf knapp 1,3 Milliarden Euro schätzen sie dann den Umsatz.

Dank Sponsoring und Werbung werde auch der deutsche Markt deutlich wachsen. Bis 2020 seien hierzulande 130 Millionen Euro Umsatz möglich, das wäre ein Marktanteil von zehn Prozent am weltweiten Geschäft.

Gamescom: Sport1 und E-Sportschau sind mit Livestreams dabei

TV-Sender wie Sport1 haben den Trend erkannt und waren frühzeitig dabei. Von der Gamescom sendet Sport1ebenfalls mehrere Stunden live im YouTube-Channel. Die Konkurrenz ist groß, auch durch digitale Plattformen wie Twitch, YouTube Gaming oder Smashcast, die extrem hohe Zugriffsraten bei jungen Gamern haben.

Jeder TV-Sender sucht deshalb noch nach dem passenden Konzept und vor allem seinen Vermarktungsweg. Marc Förster sagt: „Digital ist derzeit einfacher als TV. Dort operieren wir noch am offenen Herzen.“ Aber immerhin schon mit drei reinen E-Sports-Redakteuren „und möglichst hohem Produktionsstandard“.

Auch weil die TV-Flächen wegen des eher fragmentierten E-Sports-Kalenders zurzeit wenig planbar seien, gelte: Die Werbeerlöse sind noch verhalten. Die Werbetreibenden hätten „noch Vorbehalte wegen der Langfristigkeit des noch jungen Sports“.

Nicht nur die Privaten buhlen um Marktanteile und Zielgruppen, auch die Öffentlich-Rechtlichen wollen ein Stück vom Kuchen. Die ARD erkannte den E-Sports-Trend schon 2016 in der Doku „E-Sport – vom Schmuddelkind zum Superstar“ und ist mit der E-Sportschau ebenfalls auf der Gamescom vertreten.

Am morgigen Donnerstag übertragen sportschau.de und der YouTube-Channel der Sportschau einen zweistündigen Livestream zu den Themen: Wie weit ist E-Sports auf dem Handy? Wer setzt sich beim Splatoon-2-Turnier auf der Gamescom durch? Und welches Potential haben Spiele wie Battle Royale und Rainbow Six Siege?

E-Sports soll auf allen Ebenen als „Sport“ angesehen werden

Dabei sind die Treiber der Branche natürlich nicht nur Sportspiele. Der Mehrspieler-Shooter PUGB, der erst im März 2017 erschienen ist, meldet für die mobile Plattform aktuell die Rekordmarke von 100 Millionen Downloads weltweit.

PUGB übertrug kürzlich höchst erfolgreich weltweit aus Berlin das „PUGB Invitational“ - mit bekannten Streamern wie Doctor Disrespect oder Ninja.

Übertroffen wird solch ein eSports-Blockbuster nur noch von Fortnite, einem echten Geschenk für die Branche. Das Coop-Survival-Game von Epic Games und dem Studio „People Can Fly“ toppt derzeit alles: Der Third-Person-Shooter (inzwischen 40 Millionen Spieler, die sich einmal im Monat einloggen) zieht die E-Sports-Branche gerade hoch.

Selbst bei der Fußball-WM in Russland spielte Fortnite eine Rolle. Der Top-Stürmer des Weltmeisters, Antoine Griezmann, begleitete seinen Torjubel mit Referenzen an Fortnite in Form von Tänzen.

Leuchttürme, die der Branche zusätzlich guttun. Sie finden sich auch in Deutschland. Fußball-Klubs wie Hertha BSC, Borussia Dortmund oder Schalke 04 investieren bereits in die E-Sports-Szene.

E-Sports bahnt sich langsam den Weg, um auf allen Ebenen als „Sport“ angesehen zu werden: Es entstehen eigene Vereins- und Verbandssysteme, ein eSport-Bund Deutschland (ESBD) ist bereits gegründet worden.

Auch der Verband „game“, Träger der Gamescom, forciert das Thema. Deren Referent für Marketing & E-Sports, Gregory Wintgens, lobt die Passage des Koalitions-Vertrags, die vorsieht, E-Sport als eigenständige Sportart mit Verbands- und Vereinsrecht anzuerkennen.

Die Zeiten sind also vorbei, dass E-Sportler auf eigene Kosten durch Asien reisen und ihren Spieltisch noch selbst aufbauen müssen, so wie damals Marc Förster.

Sendehinweis für Interessierte: Gamescom E-Sport-Highlights bis Sonntag, 26. August, in der Regel täglich ab 23:00 Uhr auf Sport1. Die Finals der ESL Sommermeisterschaft 2018 in FIFA 18 und League of Legends sind am heutigen Mittwoch, 22. August, ab 10 Uhr und am Freitag, 24. August, ab 14.50 Uhr im Livestream auf Sport1.de und YouTube zu sehen.

Am morgigen Donnerstag auf sportschau.de und im YouTube-Channel der Sportschau: Livestream zu den Themen: Wie weit ist E-Sport auf dem Handy? Wer setzt sich beim Splatoon-2-Turnier auf der Gamescom durch? Und welches Potential haben Spiele wie Battle Royale und Rainbow Six Siege?

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