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(Bild: Getty Images)
New Work Karriere Management

Führungskultur: Neue Coaches braucht das Land

Arbeitgeber locken junge Mitarbeiter mit Kickertischen und kostenlosem Mittagessen - das reicht aber nicht, um die Millennials auf Dauer zu halten. Was es braucht, damit Arbeitnehmer ihrem Chef treu bleiben.

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Über die Generation Y lästern Baby Boomer gerne. Angeblich können Millennials nicht ‘hart’ arbeiten, wollen immer nur Spaß haben und Pause machen, und ganz ohne Erfahrung und ein paar Jahre Buckeln gleich alles selbst entscheiden. Sehr anstrengend für altgediente Manager. “Lehrjahre sind keine Herrenjahre”, finden sie, und schreiben das auch besonders oft in die Kommentare zu Artikeln über New Work, flexible Arbeitsplätze und Work-Life-Balance.

Mit dieser Einstellung verbrennen sich traditionelle Arbeitgeber allerdings ruckzuck motivierte junge Kollegen, die sich genauso schnell umorientieren: Laut einer Studie des Gallup-Instituts fühlen sich satte 71 Prozent der Millennials ihrem Arbeitgeber nicht verbunden, und weit über die Hälfte von ihnen bleibt nicht einmal drei Jahre bei einem Unternehmen. Dabei werden in gerade einmal sieben Jahren die Hälfte aller Angestellten Millennials sein. Und die arbeiten in einem Unternehmen, weil sie da sein wollen, nicht etwa weil sie müssen.

Motivation: Hängematten und Kickertische lösen das eigentliche Problem nicht

Wie also die Generation Y motivieren? Mit Kickertischen, kostenlosen Mittagessen, Yogakursen und Hängemattenarbeitsplätzen? Alles gern gesehen, geht aber am Kern des Problems vorbei. Den wiederum drückt eine zweite Binsenweisheit schön aus: “Mitarbeiter verlassen nicht ihren Job – sondern den Chef.” Wenn Millennials also den Sinn ihrer Arbeit vermissen, etwas bewegen wollen, sich eingeengt fühlen, sich entwickeln wollen und eigentlich lieber selbstbestimmt arbeiten würden, dann sind ihre Manager gefragt.

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Diese neuen Chefs und Chefinnen sollten sich als Coaches verstehen, die vor allem erklären und helfen. Die auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern sprechen und sie fördern, mit Rücksicht auf ihre individuellen Stärken und Schwächen. Die fragen: “Wofür brennst du?” und den Brennstoff gleich mitbringen. Und die mit gutem Beispiel vorangehen und die Werte des Teams vorleben. Ganz wichtig dabei: Freiheit und Raum für Entfaltung. Gute Manager geben vor, was erreicht werden muss, aber nicht das “wie”. Und ja, auch Spaß gehört dazu, weil er positive Energien freisetzt.

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Annett Polaszewski-Plath (Foto: Unternehmen)

Wenn diese Basics erstmal gesetzt sind, können Unternehmen zusätzliche Freiräume schaffen mit mobilen Arbeitsplätzen, flexiblen Arbeitszeiten und neuen Jobmodellen. Work-at-home, wenn es eben gerade besser passt. Oder im Büro die Kollegen treffen und brainstormen, wenn das besser funktioniert. Respekt vor der (Frei-)Zeit der Kollegen gehört da dazu, wenn die neugewonnene Flexibilität nicht ins digital ermattende Always-on mutieren soll. Jeder sollte einfach so arbeiten dürfen, wie er am produktivsten ist, inklusive der nötigen Auszeiten.

Ich glaube: Wer es schafft, die Mitarbeiter mit ihren individuellen Bedürfnissen und Eigenschaften in den Mittelpunkt zu stellen, und sie menschlich und ohne Hierarchiegehabe führt, als Coach und Mentor, der schmiedet starke Teams, die zu Höchstleistungen motiviert sind – und zwar nachhaltig.

Zur Autorin: Annett Polaszewski-Plath ist General Manager Germany bei Eventbrite, der weltweit größten Plattform für Ticketing und Eventtechnologie. Seit September 2017 leitet sie das deutsche Geschäft des Techunternehmens aus San Francisco. Davor hat die Wahlberlinerin in verschiedenen globalen Technologiefirmen Führungspositionen besetzt, u.a. bei eBay und PayPal. Ihre Kernkompetenzen liegen in den Bereichen E-Commerce, Unternehmensstrategie und Management.

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