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New Work Serie Arbeitsmodelle

So arbeiten wir heute: Teil 1 - Der digitale Nomade

Der digitale Wandel stellt das Arbeitsleben auf den Kopf. Unternehmen­ ­unterstützen den Wunsch, in der ­Arbeit Sinn zu finden und ­begegnen den ­Ängsten ihrer Mitarbeiter. Das alles ist New Work. LEAD zeigt fünf ganz unterschiedliche Modelle. Teil 1: Das Start-up Sendtask

(Bild: iStock)
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Die Globalisierung fordert nicht nur örtliche, sondern auch zeitliche Flexibilität. Manche Unternehmen verzichten komplett auf einen physischen Standort und treffen sich im virtuellen Raum. Auch die Mitarbeiter haben andere Erwartungen. Es geht nicht nur um Geld. Gerade junge Menschen verbinden das Arbeiten mit der Suche nach Sinn. Freiheit und Individualität sind ihnen wichtig. Ihre Forderung nach "Work-Life-Integration", also maximal individuelle Arbeitszeiten, geht weit über die bloße "Work-Life-Balance" hinaus. Auch Unternehmen wollen sich verändern, versuchen Büros so zu gestalten, dass man sich wohlfühlt. Das alles ist New Work. Und für all das gibt es kein Richtig oder Falsch. Zwar entspannen Twitter-Mitarbeiter auf der Dachterrasse und die Google-Leute golfen auf dem büroeigenen Green. Aber das kann nicht jeder. Und das passt auch nicht zu jedem. LEAD hat fünf völlig unterschiedliche Unternehmen gefragt, wie sie Arbeit heute definieren: Vom digitalen Nomaden über eine genossenschaftlich organisierte Agentur bis hin zum Ex-Staatsunternehmen haben wir uns die verschiedensten Arbeitsplätze angeschaut. Schreibtische haben wir nur wenige gefunden.

Der digitale Nomade: Mit 64 Dingen auf Reisen

Miami, Kuba, Zürich, Berlin, wieder Zürich, danach Tel Aviv: Cédric ­
Waldburger bereist locker mal fünf Länder in zwei Wochen. Im Schnitt bleibt Cédric Waldburger 3,7 Tage an einem Ort. Vor zwei Jahren gab er seine Wohnung auf, seither ist er als digitaler Nomade unterwegs. Ein Träumer, der es sich mit Flip-Flops und Dosenbier am Strand gemütlich macht? Komplett daneben. Waldburgers Mantra lautet Effizienz: im Unternehmen, im Privatleben, beim Besitz. "Ich liebe Effizienz, lebe sehr konsequent und bewusst", sagt er. Der "Productivity-Geek", wie er sich nennt, besitzt nur 64 Dinge. Alle schwarz, von der Zahnbürste bis zum Schnürsenkel; und das nicht, weil er die Farbe besonders gerne mag, sondern weil alles zusammenpasst, ohne dass er Zeit auf Farbkombinationen verschwenden müsste. Vor fünf Jahren hat er aus Spaß seine Besitztümer durchgezählt und begonnen, sie Stück für Stück zu reduzieren. Was nutzlos war, musste weg. Alles, was er jetzt besitzt, verwendet er auch. Der 29-Jährige hängt nicht an Dingen. Drum fühlt er sich frei. Als Waldburger seine Wohnung auflöste, hat seine Mutter noch ein paar Kuscheltiere gerettet. Der Rest landete im Müll. Mit sieben Unterhosen im Gepäck reist Waldburger, der ursprünglich aus der Schweiz stammt, durch die Welt und verhandelt mit Kunden wie Siemens oder KPMG. Es liegt nahe, dass er sich auch beruflich mit Effizienz beschäftigt: Er wollte sich selbst unabhängig von Zeit und Raum organisieren. Und weil er kein System fand, das seinen Ansprüchen gerecht wurde, hat er kurzerhand selbst eines entwickelt. Kein Problem für den Schweizer, der in Zürich und Hongkong Electrical Engineering sowie IT und Computerwissenschaften studiert hat.

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  • Remote Teams Von Sendtask Blog Klein
    Mobile Developer Armen Mkritchianhat stellt seinen Schreibtisch da auf, wo er will (Bild: Sendtask)
  • Bild Druck
    Cédric Waldburger besitzt nur 64 Dinge (Bild: Sendtask)
  • Kopie Von Dsc 7199
    Das Sendtask-Team: Artem Korotkikh, Hamayak Harutyunov, Cédric Waldburger, Ákos Olasz, Trifon Tsvetkov, Bojan Pecˇek. Nicht im Bild: Julius Šakalys und Armen Mkritchian (Bild: Sendtask)

Als Unternehmer schätzt er zeitliche Flexibilität. "Die einen Mitarbeiter kommen erst am späten Abend in Schwung, die anderen stehen am liebsten um sieben Uhr auf und setzen sich morgens an den Schreibtisch", sagt er. Geregelte Arbeitszeiten gibt es deshalb bei Sendtask nicht. Sie wären auch nicht umsetzbar: Seine Mitarbeiter leben in verschiedenen Ländern, zum Teil sogar in verschiedenen Zeitzonen. Um trotz des fehlenden Büros und der flexiblen Arbeitszeiten organisiert zu bleiben, verteilt das Team selbst auch seine Aufgaben über Sendtask. "Natürlich gibt es auch viele Situationen, in denen wir miteinander sprechen müssen", sagt Waldburger. Das passiert dann über Skype oder die Video-App Appear.in. Einmal die Woche finden sich alle zu einem solchen fixen, virtuellen Meeting zusammen. Teams ohne gemeinsamen Standort verschaffen Mitarbeitern Freiräume; Unternehmer sparen Kosten und erhalten Zugang zu den besten und günstigsten Arbeitskräften weltweit.

Unterwegs mit 64 Sachen: Hier geht’s zu Wald­burgers Packliste

Über Sendtask: Mit der Taskmanager-App Sendtask können Unternehmen Aufgaben verschicken. Niemand muss sich registrieren, eine E-Mail genügt. Das Start-up zählt 13  Mitarbeiter, die über den Globus verteilt leben und arbeiten. CEO Cédric Waldburger gründete Sirloin, das Unternehmen hinter der App, 2017. Seine erste Firma hatte er mit 14, seither investierte er bereits in zehn Start-ups. Aktuell widmet er sich komplett Sendtask.

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