Anzeige
Anzeige
Eva Ahr
Foto: Eva Arh
Karriere Tech Gender

„Frauen müssen mehr leisten“

Eva Arh von Capital300 gehört zu den Forbes 30under30. Mit LEAD hat sie über den Weg in die Technologie-Branche, Female-Empowerment und das Überwinden von Hürden gesprochen.

Anzeige
Anzeige

Frauen in einer Führungsposition, noch dazu in einer männerdominierten Branche sind selten. Eva

Arh, gebürtig aus Lettland, aber fest verwurzelt in Wien ist eine von ihnen. Die 28-Jährige hat sich bewusst für den Weg in die Technologie-Branche entschieden. Ein paar Hürden später und mit mehr Selbstbewusstsein ist sie in einer Branche angekommen, die sie gerade wegen der schnellen Entwicklungen fasziniert.

LEAD: Frauen in der Technologie-Branche sind selten - wie sah dein Weg in die männerdominierte Branche aus?

Eva Arh: Ich habe Internationales Management studiert und kurz bevor ich bei einer Bank angefangen habe, kam ein Studienkommilitone auf mich zu, der in einem IoT-Unternehmen arbeitete. Er meinte, dass sie jemanden für den Bereich Finanzen und für die Investorensuche bräuchten. Da ich eine der wenigen war, denen die Finanzkurse in der Uni Spaß gemacht hatten, fragte er mich. Ich dachte: 'Warum nicht? Ich kann später immer noch bei einer Bank anfangen, wenn ich das möchte.' Also begann ich meine Karriere als CFO bei einem Software-Unternehmen, verliebte mich in die Themen Technologie und Unternehmensentwicklung und lernte, wie Angel Investment und Wagniskapital funktionieren. Seither verfolge ich die Entwicklungen in der Technologie-Welt und bin von ihr fasziniert.

Anzeige

Nach ein paar Jahren auf der Unternehmensseite, in denen ich mich mit Finanzen und Unternehmensentwicklung beschäftigt habe, war ich von der Möglichkeit total begeistert, mit Peter und Roman bei Capital300 zusammenzuarbeiten, um Tech-Talente im DACH-Gebiet und in Zentral- und Osteuropa zu unterstützen und neue internationale Champions aufzubauen.

LEAD: Was waren die größten Hürden für dich?

Eva: Um ehrlich zu sein, war es bisher eine wirklich großartige Reise. Ich habe das Privileg, in meiner Karriere auf keine großen Hürden gestoßen zu sein. Allerdings fand ich mich aber in unzähligen Situationen wieder, in denen ich mir den Respekt meines Gegenübers in den ersten Sekunden verdienen musste, weil die meisten zuerst nicht erwarteten, eine tiefergehende Konversation mit mir führen zu können. Was mir diese Momente bewusst machten? Um gleich behandelt zu werden, müssen Frauen oft mehr leisten als Männer.

LEAD:Trotzdem: Welche Vorteile hat das Frau-Sein auch?

Eva: Eigentlich ist es schwierig, das zu verallgemeinern. Aber ich glaube, dass Frauen anders denken und handeln – wir tendieren dazu, eher vorausschauend zu denken und denken über Kausalitäten nach. Wenn wir handeln, wollen wir sicherstellen, dass so viele Menschen wie möglich sich für die Lösung oder den Plan interessieren. Gemischte Teams sind definitiv die besten Performer, sie haben eher einen ganzheitlichen Ansatz. Zudem haben Frauen in Tech definitiv den Vorteil, dass es so wenige von ihnen gibt. Frauen stechen also heraus und bekommen mehr Aufmerksamkeit, was es ihnen etwa erleichtert, wichtige Business-Gespräche führen zu können.

LEAD:Was macht einen guten Female Leader aus?

Eva: Meiner Meinung nach ist es wichtig, nicht zwischen Geschlechtern zu unterscheiden. Letztendlich kommt es darauf an, dass man mit Leidenschaft bei der Sache ist, andere mitreißen kann und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten hat. Es ist wichtig, dass aktuelle und zukünftige Führungskräfte ein inklusives Arbeitsumfeld sicherstellen, so dass Frauen und andere Minorities nicht nur für kurze Zeit in das Unternehmen kommen, sondern auch längerfristig dortbleiben.

LEAD: Welchen Rat würdest du jungen Frauen für ihren Karriereweg mitgeben?

Eva: Denke nicht zu viel darüber nach, was von einer jungen Frau erwartet wird. Mach die Dinge, die dir Spaß machen. Finde einen Mentor, der an dich glaubt, der dir Rat geben und Türen öffnen kann.

LEAD: Wer ist dein persönliches Vorbild als Female Leader?

Eva: Die weiblichen Führungskräfte in unseren Portfolio-Unternehmen - Bozena von Gamee, Tammy von PicsArt.

LEAD: Was sollte sich für Frauen in Führungspositionen noch ändern?

eva: Frauen, die schon Führungspositionen innehaben, sind die mit der stärksten Persönlichkeit da draußen. Jetzt haben sie die Möglichkeit, die Talent-Pipeline zu beeinflussen, in dem sie eine Einstellungsmentalität und Mentorenprogramme etablieren, die Männer und Frauen zugleich fördern und unterstützende Richtlinien für Elternurlaub schaffen.

LEAD: Was bedeutet es für dich, bei Forbes 30under30 zu stehen?

Eva: Es ist definitiv eine Ehre, Teil dieser ambitionierten, inspirierenden und energetischen Gruppe Menschen zu sein. Ich bin sicher, dass wir von einigen 30Under30-Alumni in der Zukunft hören werden.

Das könnte dich auch interessieren: Women in Tech: Die IT-Branche braucht mehr Frauen

Lead 4 Cta Mock Up 1200X1200 V2 40
Dazu stehen wir!

Unternehmen müssen Haltung zeigen und Werte leben. Vor allem was Ethik, Nachhaltigkeit und Diversity betrifft. Das aktuelle LEAD Bookazine 2/2019 zeigt, wieso sich Haltung im Marketing bezahlt macht! Cases wie Recup und Nike machen es vor!

Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote
Anzeige