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Benjamin Bilski
Benjamin Bilski ist Mitgründer und Executive Director der NAGA Group AG (Bild: NAGA Group AG)
Yvonne Göpfert Payment Blockchain

"Bezahlen per Blockchain wird zur Massenbewegung werden"

Benjamin Bilski ist Mitgründer und Executive Director der börsennotierten NAGA Group AG. Die Vision: Sie wollen Trading, Gaming sowie Banking via Blockchain weltweit allen Nutzer zugänglich zu machen. Für seinen innovativen Ansatz wurde der 29-jährige Bilski kürzlich auf die Forbes-Liste "30 under 30 Europe: Technology" gesetzt. Wie so ein Top-Denker tickt? LEAD hat mit ihm gesprochen.

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Benjamin, wie hast du dein erstes Geld verdient?

Da war ich 15 Jahre alt. Ich habe MP3-Player in Asien gekauft und an meine Mitschüler weiterverkauft. Damals gab es zwar noch kein Alibaba, aber eine ähnliche Plattform. Ich habe dort USB-Player eingekauft und in der Schule vertickt. Also erstmal offline. Später auch bei Ebay – das war so um 2000/2002 herum. Daran habe ich ganz gut verdient. Ich hatte auch einen eigenen Shop. Daraus ist dann Angelplatz.de entstanden. Die Seite zählt heute mit mehreren Millionen Euro Umsatz pro Jahr zu den größten Shops für Angelbedarf.

Was bedeutet Geld für dich?

Geld bedeutet Freiheit, Unabhängigkeit, viele Möglichkeiten zu haben. Ich bin nicht jemand, der sein Geld mit teuren Luxusgütern verbrennt. Vielmehr stecke ich das Geld in Projekte, um Neues zu schaffen.

À propos Neues: Seit wann besitzt du Bitcoin?

Ich habe schon einige namhafte Kryptowährungen vor dem Hype gehalten. Viel halte ich vor allem von Ripple und auch IOTA. Zudem habe ich Bitcoin, Ethereum, Bitcoin Cash sowie Stellar Lumen. Eigentlich hat mich unser CTO vor Jahren dazu gebracht, in Bitcoin zu investieren. Und ich habe es bislang nicht bereut. 2017 war ja ein starkes Jahr in puncto Kryptowährungen, wobei ich es auch gerne die "Eisbrecher-Zeit" nenne. Dann ist es ja auch der herkömmlichen Finanzpresse klargeworden, dass das Thema "Blockchain" nicht nur ein Research-Thema ist.

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"Ich liebe Bestenlisten. Ich funktioniere nach dem Leistungsprinzip." Benjamin Bilski, Mitgründer und Executive Director der NAGA Group AG

In der Forbes-Liste zählst du zu den Top-30-Entscheidern in Europa. Was ist dir wichtig?

Ich war ja Hochleistungssportler, mehrfacher deutscher Meister und auch im Nationalkader der Schwimmer. Ganz vorn dabei zu sein war für mich immer wichtig. Ich liebe Bestenlisten. Ich funktioniere nach dem Leistungsprinzip. Als ich mit dem Schwimmsport aufgehört habe, weil das finanziell schwierig war, wollte ich als Unternehmer zu den besten Unternehmern zählen. In die Forbes-Liste aufgenommen worden zu sein und damit zu den innovativsten Menschen in Deutschland zu zählen, ehrt hat mich natürlich sehr. Und es freut mich besonders für unsere Firma NAGA.

Da du dieses Ziel nun erreicht hast, was kommt als nächstes?

Für mich ist die Marktkapitalisierung unseres Unternehmens wichtig. Derzeit haben wir 200 Mio. Euro Marktkapitalisierung erreicht. Doch ich möchte gerne den Unicorn-Status erreichen: Das bedeutet eine Milliarde Euro Marktkapitalisierung. Denn ich träume schon immer davon, ein Milliardenunternehmen gegründet zu haben.

Und außer Geld – was ist dir noch wichtig?

Neben dem Geld ist es mir wichtig, etwas zu bauen, was das Leben der Menschen einfacher oder besser macht. Beispiel Banken: Bislang ist der Bankensektor noch kompliziert und wenig transparent. Hier gibt es viel Verbesserungspotenzial. Aktien sollen meiner Meinung nach für jedermann zugänglich werden. Ich möchte den Handel für jedermann ermöglichen. Daher habe ich NAGA mitgegründet. Wenn Leute an Aktien denken, sollen sie in Zukunft an NAGA denken.

Du vertrittst eine These, die viele erschrecken dürfte: Mobile-Payment-Lösungen werden die Finanzwelt in ihren Grundfesten erschüttern und diese nachhaltig verändern, da sie insbesondere Menschen in das globale Finanzsystem integrieren werden, die über kein Bankkonto verfügen.

Ich denke, dass Überweisungen relativ veraltet sind. Über eine Bank Geld von A an B überweisen dauert heute zwei bis drei Tage. Zudem ist es sehr teuer - zumindest wenn das Geld weltweit überwiesen wird. Die Computersysteme der Banken können das Geld heute jedoch binnen weniger Sekunden transferieren. Was passiert also in den zwei bis drei Tagen mit dem Geld? Wir wissen es nicht.

Und das, wo doch heute alles in Echtzeit funktioniert…

Genau. In unserer Gesellschaft ist heute alles Real Time. Nur im Bankwesen nicht. Keiner weiß, was die Banken in den zwei bis drei Tagen mit dem Geld machen. Die Blockchain ist da transparent und es geht viel schneller. Ich glaube, dass Mobile Payment obsolet wird, sobald Bezahlen per Blockchain Alltag wird. Und Bezahlen per Blockchain wird zur Massenbewegung werden. Dann gewinnt, wer das Geld am schnellsten transferieren kann, wer also die schnellsten Server und Algorithmen hat. Kürzlich hat Ripple beispielsweise 80 Mio. Euro binnen einer Sekunde für 14 Cent Gebühr überwiesen. Junge Fintechs, die auf die Blockchain setzen, arbeiten ergo an Schnelligkeit und Effektivität.

"Ich glaube, dass Mobile Payment obsolet wird, sobald Bezahlen per Blockchain Alltag wird. Und Bezahlen per Blockchain wird zur Massenbewegung werden." Benjamin Bilski, Mitgründer und Executive Director der NAGA Group AG

Viele Menschen haben Angst, dass das System manipuliert werden könnte. Sind diese Ängste begründet?

Bei einer Geldüberweisung via Blockchain ist es schwierig, die Zahlen zu sehen, denn sie werden ja als verschlüsselte Zahlenkolonnen verarbeitet. Doch die Zahlenkolonnen lassen sich offen nachverfolgen und können nicht gefälscht werden. Bei den Banken dagegen weiß ich nicht, was mit dem Geld passiert. Denn Banken verlangsamen den Zahlungsprozess, sie verzögern ihn, sie verleihen das Geld. Weil die Menschen den Banken vertrauen, funktioniert das Bankenwesen seit vielen hundert Jahren. Doch auch in der Blockchain haben wir eine Trusted Society. Und dadurch, dass Zahlungswege eindeutig nachvollziehbar sind, entsteht Vertrauen.

Gibt es auch Risiken für Blockchain-Nutzer?

Das größte Risiko besteht eigentlich darin, den privaten Schlüssel (Private Key) zu verlieren. Dann kommt der Nutzer nicht mehr an sein Geld.

Wann glaubst du wird Bezahlen per Kryptowährung und Blockchain Standard sein? In drei Jahren? In 13 Jahren? Oder in 30 Jahren?

Ich gehe davon aus, dass das in zwei bis drei Jahren der Fall sein wird. Voraussetzung dafür ist, dass die Volatilität, also die starken Schwankungen bei Kryptowährungen aus dem Markt verschwinden und dass Investoren nicht mehr nur schnelles Geld machen wollen. Ich glaube, dass es dann verschiedene Währungsräume geben wird. Ich schätze, es werden sich in etwa 50 Währungsräume etablieren. Drei bis vier davon werden Zahlungsräume sein, also die Währung wird dazu genutzt werden, um shoppen zu gehen oder essen zu kaufen. Für Reisen wird es ebenfalls spezielle Coins geben, ähnlich wie heute die Meilensysteme der Bahn oder Lufthansa. Sie werden also das heutige Meilensystem ersetzen und zum Kauf von Flug- oder Bahntickets einsetzbar sein. Und es wird Investment Coins geben wie zum Beispiel NAGA Coin.

Wir werden in Zukunft also nicht mehr eine Währung für ein oder mehrere Länder haben wie heute. Sondern wir werden Geld für bestimmte Einsatzgebiete haben. Zudem werden in den nächsten Jahren viele Tokens vom Markt verschwinden, weil sie von Leuten entwickelt wurden, die die Blockchain-Technologie nicht wirklich verstanden haben. Und damit das mit den verschiedenen Währungen auch funktioniert, werden alle Währungen - egal für welchen Zweck der User sie einsetzen will – interchangeable, also umwechselbar sein. Ich kann also jede Währung in eine beliebige andere Währung umtauschen.

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Die neue LEAD ist da!

Wenn es ans Bezahlen geht, hört bei vielen Onlineshops der Einkaufsspaß auf. Mit neuen Technologien wie Gesichtserkennung oder Sprachsteuerung könnte frischer Wind in die stiefkindlich behandelte Check-out-Zone kommen. Und wie funktionieren die einzelnen Bezahlsysteme eigentlich?

LEAD 02/18 erhältst du ab sofort am Kiosk, als E-Paper oder im Abo. Weitere Online-Geschichten zum Thema Influencer Marketing findest du unter #Payment.

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