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KI Start-up Mobilität

Flugausfälle: Wie eine KI die Erfolgschancen von Klagen ermittelt

Die Plattform für Fluggastrechte Myflyright macht Ansprüche auf Erstattungen bei Airlines geltend. Der Gründer Igor Maas spricht im LEAD-Interview über künstliche Intelligenz und Legal Tech.

Viele Fluggäste wissen oft gar nicht, dass sie in zahlreichen Fällen von stornierten oder verspäteten Flügen einen Anspruch auf Erstattung hätten (Foto: iStockphoto Web)
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Viele Fluggäste wissen oft gar nicht, dass sie in zahlreichen Fällen von stornierten oder verspäteten Flügen einen Anspruch auf Erstattung hätten. Was die meisten Menschen abhält, ist der administrative Aufwand: sich mit den Airlines herumschlagen, Schriftverkehr führen und ständig seinem Geld hinterherrennen. Genau da setzt die Plattform für Fluggastrechte Myflyright an. LEAD sprach mit Firmengründer und Geschäftsführer Igor Maas.

LEAD: Herr Maas, welche Vorteile bietet mir Myflyright als Nutzer?

Igor Maas: Der größte Vorteil ist sicher, dass man sich nicht mehr selbst mit den Airlines auseinandersetzen muss. Der ganze administrative Aufwand fällt weg, man braucht weder die Dokumente zusammenzusuchen, noch sich um die Recherche zu kümmern. Darüber hinaus minimiert sich das Kostenrisiko signifikant. Wir übernehmen alles für unsere Kunden, selbst bei Unrecht, etwa vor Gericht, fällt nichts auf die Nutzer zurück.

Igor Maas
Igor Maas ist Firmengründer und Geschäftsführer der Plattform für Fluggastrechte. (Bild: Myflyright)

LEAD: Sie haben Ihre KI ja hausintern entwickelt. Was waren da die größten Herausforderungen?

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Igor Maas: Zum einen die Technologie. Ein solch komplexes System zu entwickeln, erfordert gleichermaßen viel Know-how von den Technikern, aber eben auch die richtige Vision, wie es realisiert werden kann. Zum anderen die Finanzierung, was ja viele Start-Ups am Anfang vor Probleme stellt. Da waren es vor allem die laufenden Kosten, die wir decken mussten. Wir gehen für unsere Kunden immer in Vorleistung und sind die Prozessfinanzierer, wenn ein Fall vor Gericht landet. Bis wir letztendlich unsere Provisionen bekommen, können im Durchschnitt neun bis zwölf Monate vergehen.

LEAD: Worauf stützt sich Ihr System? Wie arbeitet es?

Igor Maas: Im Prinzip gleicht es einem Ampelsystem. Die einfachen Fälle sind grün, die kann das System komplett autonom abwickeln. Bei den etwas schwierigeren Fällen, den gelben quasi, ist es nicht sicher, ob der Anspruch des Kunden auch wirklich durchgeht. Rot sind dann sozusagen die Härtefälle, die auch mal vor Gericht landen. Das System hat für die Einschätzung verschiedene Prüfkriterien, etwa Wetterdaten, Maschinentyp und die Historie des Flugs.

Es prüft auch, ob es vielleicht Streiks der Fluglotsen oder des Bodenpersonals gab. Je nach Einzelfall kommen hier auch unsere Anwälte ins Spiel. Dann wird der Prozess initiiert und “durchgedrückt“, mit Mahnungen, gegebenenfalls Inkasso und schließlich Gericht.

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LEAD: Sie haben sehr viele positive Bewertungen. Gibt es auch Kritik?

Igor Maas: Wir beobachten hier zwei Extreme. Es gibt oft unzufriedene Kunden, die im Falle einer Ablehnung einfach sehr dickköpfig sind und unsere Einschätzung nicht verstehen wollen. Die andere Gruppe sind diejenigen, die nicht ewig auf ihr Geld warten können. Wenn ihr Anspruch angenommen wurde, freuen sie sich natürlich auf ihre Entschädigung. Dass das auch mal sehr lange dauern kann, stößt auf Unverständnis. Da kommt dann oft der Vorwurf, dass wir das Geld eingesteckt hätten. Leider ist in unserer Gesellschaft das Wissen über juristische Prozesse eher lückenhaft. Die Leute reagieren dann natürlich auch oft emotional, weil es um Geld geht.

LEAD: Wer ist denn eigentlich Ihre Hauptzielgruppe? Junge, internetaffine Gruppen?

Igor Maas: Tatsächlich unterscheiden wir hier zwei spezifische Zielgruppen. Die Leute, die auf unsere Seite kommen, um sich nur zu informieren, sind eher die jüngeren zwischen 25 und 35 Jahren. Wer unseren Service aber am meisten nutzt, ist die Generation zwischen 40 und 50 Jahren, die wirklich gezielt nach so etwas suchen.

"Das Problem bei der KI ist immer unser Rechtssystem" Igor Maas

LEAD: Legal Tech ist ja noch eine relativ junge Branche. Wo sehen Sie das größte Entwicklungspotential?

Igor Maas: Meine These ist da etwas extrem: Ich meine, dass Legal Tech unser Rechtssystem nachhaltig verändern wird. Zwar sind Flugrechtssysteme der bekannteste Vertreter, aber es gibt eben auch Anbieter, die sich etwa mit Mietrecht auseinandersetzen oder auch mit Hartz 4. Die Struktur der Systeme ist da recht ähnlich, es wird immer mehr Bereiche geben.

Wir beobachten auch einen regen Zuspruch bei den Fluggastklagen. Das große Problem an der Sache: Unser Rechtssystem ist für diese Digitalisierung nicht ausgelegt. Die Gerichte haben da massive Probleme mit dem “Ansturm“ der Klagen. Ich habe keinen Zweifel, dass Legal Tech zunehmen wird, gleichzeitig stellt es unsere Justiz vor enorme strukturelle Schwierigkeiten.

LEAD: Was meinen Sie - wird die KI irgendwann einen Rechtsexperten ersetzen können?

Igor Maas: In gewissen Bereichen, ja. Es gibt einfache Fälle, in denen es ohne Experten geht und das System eigenständig den Schriftverkehr führen kann. Das Problem ist aber immer unser Rechtssystem, das uns da einige Steine in den Weg legt und einfach oft Experten verlangt. Ich würde sagen, es kommt immer auf den Einzelfall an. Je nachdem, wie sich Legal Tech weiterentwickelt, wird in Zukunft einiges möglich sein.

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