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FIFA 19
Beinahe wie in echt: So sieht der FC Bayern im neuen FIFA 19 aus (Foto: Electronic Arts)
FIFA Video PlayStation

FIFA 19: Im Gespräch mit Buschi und Fuss - den Stimmen des Spiele-Hits

Anstoß auf der PlayStation. Heute ist FIFA 19 erschienen, das beliebteste, das kultigste, das meistverkaufte Videospiel der Welt. FIFA ist quasi das Real Madrid und der FC Bayern des digitalen Fußballs, ernsthafte Konkurrenz gibt es keine mehr. 24 Millionen Exemplare hat Hersteller Electronic Arts allein vom Vorgänger FIFA 18 verkauft. Aushängeschilder der neuesten Ausgabe sind wie gewohnt Weltfußballer Luka Modrić, Barça-Legende Lionel Messi oder Weltmeister Kylian Mbappé – aber auch die Kommentatoren Frank Buschmann und Wolff-Christoph Fuss.

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Die beiden Sky-Kommentatoren sind mittlerweile im vierten Jahr die deutschen Stimmen von FIFA, sie schildern die Spiele (fast) wie im echten Fernsehen. Und der Hype rund um FIFA ist dermaßen groß, dass Fuss, sicherlich einer von Deutschlands prominentesten Fußballkommentatoren, im Gespräch mit LEAD verrät: "Es gibt jede Menge Menschen, die mich nur von FIFA kennen. Und die fragen mich dann, was ich sonst so mache im normalen Leben, wenn ich nicht FIFA kommentiere."

Buschmann ergänzt: "Gerade die Jungen verbinden mich heute eher mit FIFA als mit Sky."

Frank Buschmann und Wolff Fuss
Ohne Frank Buschmann (links) und Wolff Fuss bliebe FIFA 19 stumm – und wäre nur das halbe Vergnügen (Foto: frank-buschmann.com)

Wie die Spielkommentare von FIFA entstehen, erinnert doch sehr an Sisyphos – nur dass der schwer geprüfte griechische Steineroller einen deutlich einfacheren Job hatte. Für eine neue FIFA-Ausgabe sitzt jeder der beiden Kommentatoren, einzeln oder gemeinsam, rund 20 Tage sechs bis acht Stunden lang im M-Sound-Studio in der Münchner Innenstadt – und redet und redet und redet und redet.

"Allein für unser erstes FIFA-Spiel haben wir 45.000 Sequenzen eingesprochen", verrät Fuß – mal Wortfetzen, mal ganze Sätze, die seither die Grundlage für ihre FIFA-Kommentierungen bilden.

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600 Mal Eckball

Seitdem kommen jedes Jahr neue Spieler, neue Wettbewerbe, neue Kommentare dazu. "Dann hast du zum Beispiel 600 Sequenzen, bei denen es nur um Eckbälle geht", erklärt Buschmann. "Eckbälle von rechts, von links, flach reingeschlagen, hoch reingeschlagen, Volleyabnahme mit dem Fuß, auf die Brust gelegt. Du erzählst einfach alles, was auf diesem Planeten bei einem Eckball nur passieren kann."

Und nach einem Vormittag voller Eckbälle und einem Nachmittag voller Einwürfe, so Buschi, "weißt du nicht mehr, wie du heißt, und wie alt du bist. Da siehst du irgendwann weiße Mäuse über den Bildschirm laufen".

Spaß macht’s trotzdem, vor allem bei den gemeinsamen Sessions. Buschmann: "Wir haben eh einen an der Waffel, und nach vier, fünf Stunden haben wir mindestens drei an der Waffel. Dann reden wir schon mal Unsinn, der höchstens für die Outtakes taugt."

Cristiano Ronaldo
Last-Minute-Änderung in FIFA 19: Natürlich steckt Cristiano Ronaldo schon im Trikot seines neuen Klubs Juventus Turin (Foto: Electronic Arts)

Wolff Fuss ist der Mann für die Spielernamen. In diesem Jahr ist dieser Job noch aufwändiger geworden, weil in FIFA 19 als neue Attraktion erstmals auch die Champions League vertreten ist.

8.000 neue Namen hat Fuss dieses Jahr eingesprochen: "Das ist das Telefonbuch einer mittleren deutschen Stadt." Unterschied zum Telefonbuch: Jeder Name ist nicht nur einmal vertreten. Es reicht nicht, einmal "Cristiano Ronaldo" vorzulesen.

Denn in FIFA gibt es mindestens 20 Cristiano Ronaldos. Kurzer Ausschnitt aus dem Originalton Fuss: "Ronaldo. Cristiano Ronaldo. Hier läuft Cristiano Ronaldo. Ronaldo am Ball. Pass von Ronaldo. Cristiano Ronaldo mit der Riesenchance. Die Möglichkeit für Ronaldo." Und so weiter, und so Ronaldo.

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Stadion-Fachkraft Buschmann

Frank Buschmann ist unter anderem der Stadionbeauftragte – und kennt jetzt weltweit jeden größeren Fußballplatz: "Ich lerne Stadien kennen, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt. Aber die Menschen in Nischni Nowgorod haben es verdient, dass auch wir ihr Stadion mal erwähnen."

Wichtig bei den Kommentaren, die die beiden auf einem Bildschirm sehen, der vor ihnen steht, so Fuss: "Wir lesen nie 1:1 vom Skript ab, sondern wir versuchen, bei jedem Satz unsere persönliche Note einzubringen."

FIFA-19-Synchro
Vorgegebener Text für die FIFA-Synchro – an den sich Buschmann und Fuss aber nicht Wort für Wort halten müssen (Foto: Electronic Arts)

Und: Allzu abgefahrene Formulierungen, wie sie auf Sky durchaus vorkommen können, sehen/hören die Autoren von Electronic Arts nur ungern. "Wenn du acht Stunden am Tag FIFA zockst, und der Fuss oder der Buschmann hauen zum fünften Mal den gleichen Gag raus, dann nervt das irgendwann tierisch", weiß Wolff Fuss.

Apropos nerven: Wenn Frank Buschmann mit seinen Töchtern FIFA zockt (und meistens verliert), schaltet er nach spätestens zehn Minuten den Kommentar ab: "Mir geht’s wie so vielen", lacht er, "ich kann den Buschmann auch nicht hören".

Ein Gefühl wie Justin Bieber

Lohn der Mehr-als-Sisyphos-Arbeit am Mikrofon (neben den wahrscheinlich nicht allzu kargen Tagessätzen des weltgrößten Spieleherstellers) ist die kaum vorstellbare Popularität, die mit FIFA verbunden ist.

Fuss erinnert sich: "Als wir damals auf der Gamescom als neue Kommentatoren vorgestellt wurden, standen unten 8.000 Leute, die total ausgerastet sind. Wir sind mit drei, vier Securities durch die Menge gelaufen, weil die Leute total am Rad gedreht haben. Das hatte schon was von Justin Bieber."

Weil offenbar die halbe Welt FIFA zockt, bleibt Kritik an den Kommentatoren nicht aus – die aber meist nicht gerechtfertigt ist. Buschmann amüsiert sich: "Ich hab schon wieder Beschwerden: 'Ey Buschi, du quatscht am Spielanfang in die Hymne rein!' Da muss ich den Leuten dann immer sagen: Freunde, ich seh die Spiele nicht, die ich da kommentiere. Wenn der Ball knapp übers Tor geht, und ich sage, dass er meilenweit drübergeht, dann bin nicht ich doof, dann passt die Programmierung nicht ganz."

Sein Verdacht: "Manche Leute glauben, wir beide hocken in ihrer PlayStation drin, und schauen dem Spiel zu.“ Aber: "Das ist nicht so! Schraubt die Kiste auf, wir sitzen da nicht, wir würden ja gar nicht reinpassen!"

FIFA 19
FIFA 19 – das Spiel gibt's jetzt für PlayStation 3 und 4, für Xbox 360 und Xbox One, für Switch und PC (Foto: Electronic Arts)

In den FIFA-Spielen bekommen die Zocker eine Kombination zu hören, die es im richtigen Leben gar nicht gibt. Denn bei Sky kommentieren Buschmann und Fuss nie gemeinsam. Buschi: "Das würden die Zuschauer nicht ertragen, dann wäre keine Sekunde Ruhe."

Ein alternatives Einsatzgebiet hätte das Kult-Duo aber noch parat – ein Buschi-Fuss-Navigationssystem fürs Auto! "Das könnte lustig sein", lacht Wolff Fuss, "rechts, reeeeeechts, nein, stop, links!" Und wer 8.000 Fußballernamen je 20mal vorlesen kann – der schafft auch sämtliche europäischen Straßen- und Ortsnamen.

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