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Tunnel Cr Fanta4
Für ihre neueste Single-Auskopplung haben die Fantastischen Vier ein AR-Musikvideo produziert (Bild: Fanta 4)
AR Musik Apple

Schwabens spektakulärste Tiefbohrung

Abenteuerlich wie Stuttgart 21, nur populärer und umweltschonender: Deutschlands bekannteste Hip-Hop-Kombo Die Fantastischen Vier hat für ihre Single "Tunnel" das erste AR-Musikvideo der Welt produziert. LEAD hat einen Blick hinter die Kulissen geworfen.

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Wer hat Lust, einen 158 Meter tiefen Tunnel in seinen Fußboden, in seinen Schreibtisch oder seinen Garten zu bohren? Das klingt zwar nicht übertrieben sinnvoll, macht aber Riesenspaß. Und möglich gemacht werden die Tiefbohrungen von den Fantastischen Vier, Deutschlands bekanntester Hip-Hop-Kombo, die auch 29 Jahre nach ihrer Gründung immer noch auf der Suche nach wegweisenden Ideen ist. Und diesmal weist der Weg steil nach unten: Zu ihrer neuen Single "Tunnel", in der es um die Lust geht, sich einfach nur noch zu verkriechen, haben die Fanta 4 das erste Augmented-Reality-Musikvideo der Welt produziert. Die alten Hasen aus Stuttgart, und dazu die neueste Technik von Apple – das ergibt die kostenlose App "Tunnel AR", die auf allen iPhones ab dem 6S läuft, und die das Zeug hat, nicht nur Fanta-4-Fans zu begeistern. Wer die App lädt, erlebt Schwabens spektakulärste Tiefbohrung – weit vor Stuttgart 21, und auch noch umweltschonender.

Denn wirklich gebohrt wird hier natürlich nicht, der Schreibtisch bleibt heil. Dass das Video aber tatsächlich verblüffend danach aussieht, als würde einem der Boden unter den Füßen aufgerissen, haben sich die Macher hinter "Tunnel AR" ausgedacht: Regisseur und Art Director Lars Timmermann, Regiestudent an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, sowie Julian Weiß, Fabian Fricke, Eliottt Deshusses und ihr Team von der Hamburger Produktionsfirma Headraft. "Eigentlich hatten die Fanta 4 zunächst an ein klassisches Musikvideo gedacht", verrät Lars Timmermann im Gespräch mit LEAD. Durch seine Kontakte zu den Hamburger Virtual-Reality-Experten wurde dann aber ein Aufsehen erregendes Projekt daraus – für das das Team nur rund zweieinhalb Monate Zeit hatte.

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"Wie ein Elfmeter"

Eine kleine Demo reichte, um die Band zu begeistern, wie sich Smudo erinnert: "Die Möglichkeit, unsere aktuelle Single nicht mit einem schnöden Videoclip zu promoten, sondern mit einer Hightech-Kunstinstallation – das war für mich als ausgewiesener Gaming-Fan wie ein Elfmeter."

Wobei nicht alles Hightech ist bei "Tunnel AR". Im Gegenteil: Das junge Team entschied sich dafür, möglichst viele der Objekte im Video aus der guten alten echten Welt zu entnehmen. Sie kauften ausrangiertes Spielzeug bei Ebay, horteten Schokotaler aus dem Supermarkt und klapperten Schrottplätze ab. Die Ausbeute wurde in den historischen Mauern des alten Wasserschlösschens in der Hamburger Speicherstadt fotografiert, digitalisiert und in die App geladen. "Wir wollten, dass die Grafik etwas Echtes hat, etwas Organisches, und keinesfalls wie perfektes, glattes 3D-Design aussieht", erklärt Lars Timmermann.

Zum Schrott und zu diversen Tonmodellen kommt dann aber die neueste Technik, die Apple derzeit zu bieten hat: Augmented Reality und die Gesichtserkennung Face ID vom iPhone X. Dank AR, der "angereicherten Realität", vermischen sich die Bilder von der iPhone-Kamera des Betrachters, vom Fußboden oder dem Schreibtisch, mit der Computergrafik aus der "Tunnel AR"-App. Die Programmierumgebung ARKit, die Apple seit iOS 11 anbietet, macht das mit überschaubarem Aufwand möglich.

  • Tunnel 2 Cr Fanta4
    Screens aus der App (Bild: Fanta 4)
  • Tunnel 3 Cr Fanta4
    Huch, da ist ein Loch in meinem Tisch! (Bild: Fanta 4)
  • Tunnel 4 Cr Fanta4
    Basteln für die App, danach wurde alles digitalisiert - Teil 1 (Bild: Fanta 4)
  • Tunnel 5 Cr Fanta4
    Basteln für die App, danach wurde alles digitalisiert - Teil 2 (Bild: Fanta 4)
  • Tunnel 6 Cr Fanta4
    Basteln für die App, danach wurde alles digitalisiert - Teil 3 (Bild: Fanta 4)
  • Tunnel 7 Cr Fanta4
    Basteln für die App, danach wurde alles digitalisiert - Teil 4 (Bild: Fanta 4)
  • Tunnel 8 Cr Fanta4
    Gesichter digitalisieren (Bild: Fanta 4)
  • Tunnel 9 Cr Fanta4
    Gesichter digitalisieren - Teil 2 (Bild: Fanta 4)
  • Tunnel 10 Cr Fanta4
    Die Tunnel-Bohrköpfe mit den Fanta-4-Gesichtern (Bild: Fanta 4)

25 Messpunkte ahmen die Mimik der Fantas nach

Mit Face ID wurden die Gesichter der vier Fantas erfasst und digitalisiert. Im Prinzip funktioniert das wie die Animojis auf dem iPhone X: Das virtuelle Gesicht ahmt anhand von 25 Messpunkten genau die Mimik eines Menschen nach. Nur, dass hier keine Einhörner, Schweinchen oder Hühner animiert werden, sondern die Gesichter von Michi Beck, Smudo, Thomas D und And.Ypsilon. Lars Timmermann lacht: "Wir haben die Animojis ein wenig gehackt." Ohne diese Technik hätten solche Gesichtsanimationen einen enormen zeitlichen, technischen und damit auch finanziellen Aufwand erfordert. Dank Face ID waren sie in kurzer Zeit zu realisieren, und Regisseur Timmermann staunt immer noch: "Unglaublich, was damit möglich ist. Da werden einige Schauspieler in den nächsten Jahren arbeitslos."

Die Gesichter der Fantas, die tatsächlich an ihrer Mimik zu unterscheiden sind, sitzen jetzt auf einem Bohrkopf, der sich im Video unerbittlich in die Tiefe frisst. Lars Timmermann und sein Team haben sogar ausgerechnet, wie tief der Tunnel in echt wäre, den sie programmiert haben: 158 Meter. Passend zum Text ("Kommt mit nach unten, denn auf was wartet Ihr noch?") geht es auf eine Reise durch vier Erdschichten – bis der Bohrer dann wieder an die Oberfläche stößt, in den Weltraum abhebt und an Kometen und Planeten vorbeifliegt.

Mehr Spektakel geht nicht? Oh doch!

Mehr Spektakel geht nicht? Geht doch, haben sich die Macher gedacht. Sie haben in die App auch noch ein Spiel eingebaut, bei dem die Fanta-Fans "Mission Patches" als Abzeichen ergattern können – bis sie am Schluss zum "Captain Fantastic" ernannt werden, passend zum Titel des neuen Albums, das am 27. April erscheint. Dafür gibt’s, außer der Ehre, auch noch einen Remix von "Tunnel" zum Download. Aus Spaß an der Freude bietet die App dann auch noch einen herrlich sinnfreien Zerstörungsmodus, in dem die Nutzer ihre Umgebung nach Lust und Laune aufbohren können. Die schönsten "Chaosse" lassen sich dann per Social Media oder E-Mail teilen.

Die App ist quasi ein "360-Grad-Projekt", das auf vielfältigste Weise genutzt wird. Aus dem Material ist auch noch ein klassisches Musikvideo entstanden. Und die Klamotten und viele Designs aus der Produktion verwenden die Fantas auch auf ihrer anstehenden "Captain Fantastic"-Tournee. Spätestens zur Tour tauchen die Fantastischen Vier dann wieder auf der Erdoberfläche auf – mit freundlichen Grüßen aus der Tiefe.

Tunnel Behind The Scenes Cr Fanta4
Hinter den Kulissen (Bild: Fanta 4)
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