Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lead Online Facebook Fotocredit Fotolia
Social Media Messenger

Facebook-Newsfeed: Kommunizieren, nicht konsumieren

Mark Zuckerbergs Erklärung sorgt bei Medien und Marken für viel Aufregung. Doch im Grunde setzt Facebook nur weiter um, womit das Unternehmen längst begonnen hat.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Facebook-Nutzer werden künftig mehr Beiträge von Freunden und Familie statt von Unternehmen, Medien und politischen Gruppen zu sehen bekommen. Damit solle das weltgrößte Online-Netzwerk wieder stärker auf das ursprüngliche Ziel ausgerichtet werden, persönliche Verbindungen zu ermöglichen, schrieb Gründer und Chef Mark Zuckerberg in einem Facebook-Beitrag in der Nacht zum Freitag. Die Änderung gehe auf Wünsche von Nutzer zurück. Mark Zuckerberg will Facebook also nach eigenem Bekunden wieder persönlicher machen: mehr Beiträge von Freunden im Newsfeed - und weniger von Facebook-Seiten, denen man folgt. So sei das besser für das Wohlbefinden, sagt der Facebook-Chef. Für das Wohlbefinden vieler Medien und Marken war zumindest die Erklärung Zuckerbergs nicht wirklich förderlich. Dabei geht der Internet-Gigant genauer betrachtet im Grunde einen Weg weiter, den er längst eingeschlagen hat. 

"Gern gesehene Inhalte produzieren"

29481695430 9283A31A3D K
Foto: Praetorius

"Eigentlich ist es nicht wirklich neu. Es ist jetzt halt von einer anderen Hierarchieebene ausgesprochen worden", sagt Michael Praetorius, der sich als Publizist und Berater schon sehr lange mit Community, Social Media und eben auch dem Newsfeed beschäftigt. Es sei ja schon länger zu spüren, dass Marken und Medien schwächer werden. Das ergebe sich schon allein aus der Tatsache, dass der Algorithmus ja ständiger "work in progress" sei. Trotzdem treffe die Entwicklung viele Marken und Medien jetzt schlecht vorbereitet. Viele Unternehmen hätten sich in der Vergangenheit einfach zu wenig mit dem Thema Community beschäftigt. Die FB-Page sei genutzt worden, um die bestehenden Kundschaft zu bespielen, die Werbung sei auf Neukunden ausgerichtet worden. Facebook sei als Brandbook missverstanden worden. In diesen Fällen habe die Veränderung im Newsfeed dann ziemlich harte Folgen. Für Praetorius ist aber auch klar, dass Facebook für Werber, Marken und Medien in Zukunft eine sehr wichtige Rolle spielen könne und werde. Um dabei erfolgreich zu sei, müssten Unternehmen vor allem echtes Community Management betreiben und die entsprechenden Möglichkeiten, auch durch Sub-Communities mit Gruppen und Events, nutzen. Bei Paid-Inhalten gehe es künftig noch stärker darum, bei bisher nicht erreichte Kunden anzukommen und gleichzeitig die Sichtbarkeit bei den Fans zu steigern. Vor allem aber müsse eines erreicht werden: "Marken müssen schlichtweg gern gesehene Inhalte produzieren!".  Es dürfe nicht länger um Inhalte zum konsumieren gehen, sondern um Inhalte zum kommunizieren, konkretisiert Praetorius und nennt mit Visual Statements auch ein Beispiel, wo dieser Ansatz konsequent verfolgt werde. 

Anzeige

"Facebook geht zurück zu den Wurzeln"

Klein 1 Tk3615 A Ed
Für Kerstin Schiefelbein und Benedikt Böckenförde von Visual Statements sind die Änderungen im FB-Algorithmus "logisch und konsequent". Foto: Visual Statements

Konsequenterweise sehen Kerstin Schiefelbein und Benedikt Böckenförde, die Macher von Visual Statements, die Änderungen am Newsfeed auch eher gelassen.  "Seit der Gründung von Visual Statements gibt es im Abstand von drei Monaten immer wieder Artikel, welche das Ende der organischen Reichweiten hier auf Facebook thematisieren. Bisher haben wir jedes Jahr die Reichweiten massiv ausgebaut und uns auf die Veränderungen eingestellt. Denn am Ende haben sie nur ein Ziel und die Antwort ist immer dieselbe: Hochwertiger und relevanter Content wird immer siegen und weiter organische Verbreitung finden. Denn wenn relevante Inhalte für die Zielgruppe nicht mehr sichtbar sind, ist es das Ende von Facebook."  Die Ankündigung von Facebook zwischenmenschlichen Interaktionen einen höheren Stellenwert im News Feed einzuräumen sei logisch und konsequent, findet das Führungsduo von Visual Statements. So sei Facebook überhaupt erst gross geworden und gehe damit zurück an die Wurzeln des Unternehmens. Gleichzeitig sei klar: "Wir stellen uns auch bei Visual Statements zukünftig auf geringere organische Reichweiten ein. Trotzdem ist die aktuelle Ankündigung kein Grund zur Panik, denn schon heute sind die Interaktionen unter unseren Beiträgen neben Likes und Namens-Verlinkungen vor allem sehr individuelle und persönliche (Lebens-)Geschichten, die unsere User entweder mit ihren Freunden erlebt haben oder sie diese mit ihnen teilen wollen."

Mehner: Messenger werden wichtiger

Mehner
Matthias Mehner, Vice President Strategy & Innovation bei WhatsBroadcast, dem Weltmarktführer im Messenger Marketing und Autor bei LEAD

Für Matthias Mehner, Vice President Strategy & Innovation bei WhatsBroadcast, dem Weltmarktführer im Messenger Marketing und Autor bei LEAD, gibt es ebenfalls keinen Grund zu Panik bei Unternehmen. „Es gibt jährlich zwei bis drei Algorithmus-Updates, die eher negativ für Brands oder Publisher sind", sagt Mehner. Mit den  Änderungen am Newsfeed stärke Facebook seine Messenger-Dienste, allen voran WhatsApp und Facebook Messenger. Diese seien künftig noch attraktiver für Publisher und Brands, "weil sie hohe Reichweiten bieten und zugleich ohne Algorithmus auskommen, was gerade für eine nachhaltige Kundenbeziehung elementar ist. Suchmaschinenoptimerung und paid content sind nach wie vor wichtig. Aber gerade im Kundenkontakt gewinnt Messenger Marketing auf allen Plattformen – von Facebook bis zu WhatsApp und Telegram - zunehmend an Bedeutung. Wer seinen Kunden Newsfeeds und Informationen über Messenger anbietet, der kann sich sicher sein, dass er ohne größere Streuverluste seine Zielgruppe erreicht – also diejenigen, die sich auch für die Inhalte des Unternehmens interessieren. Daneben bieten Messenger als Plattform für die Kundenkommunikation einzigartige Öffnungs- und Interaktionsraten", ist sich Mehner sicher. Für LEAD hat sich Matthias Mehner schon vor einigen Tagen mit dem Thema intensiv beschäftigt.

Teilen
Jederzeit top informiert

Die wichtigsten LEAD Nachrichten per Messenger oder Newsletter

Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Das könnte dich auch interessieren
Anzeige
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote