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Libra-Coin: Facebooks Angriff auf die Banken

Facebook hat für seine eigene Kryptowährung "Libra Coin" namhafte Partner wie Visa, Mastercard, Paypal, Spotify und Booking.com für sich gewonnen. Damit erreicht Zuckerbergs Vision eine ganz neue Dimension als bisher vermutet.

Facebooks eigene Kryptowährung "Libra Coin" steht in den Startlöchern - mit namhaften Partnern wie Visa, Mastercard und Paypal (Bild: Getty Images)
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Gerüchte um Facebooks eigene Kryptowährung namens "Libra Coin" gibt es schon seit Anfang des Jahres. Jetzt wird es wohl ernst um Mark Zuckerbergs Plan. Laut mehreren Berichten zufolge soll die digitale Währung schon in dieser Woche - am 18. Juni - an den Start gehen. Wirft man einen Blick auf die Liste von Partnern, wird klar: Zuckerbergs Vision erreicht eine ganz andere Dimension als bisher vermutet.

Worum geht es bei der "Libra Association"?

Ein Whitepaper mit konkreten Details will Facebook in den kommenden Tagen veröffentlichen. Was aber schon bekannt ist: Der Konzern entwickelt eine eigene Kryptowährung, den "Libra Coin". Um diese digitale Währung herum hat sich Facebook mit rund 100 Partnerunternehmen - darunter hochrangige - zusammengetan. Sie bilden ein Konsortium, die Libra Association. Eine vom Wall Street Journal und The Block noch nicht offiziell bestätigte Liste zeigt, welche Firmen dabei sind. Das sind unter anderem: Uber, Spotify, Vodafone, Coincbase, ebay, Andreessen, Horowitz, Visa, Mastercard, Paypal, Booking.com, Faretech und Spotify.

Was will Facebook mit einer eigenen Kryptowährung? Nutzer könnten zum Beispiel in den sozialen Netzwerken Facebook, Instagram und irgendwann auch WhatsApp mit der digitalen Währung bezahlt werden, wenn sie sich Werbung anschauen. Außerdem ist mit einer Kryptowährung eine Geldüberweisung direkt von A nach B möglich - ohne, dass eine Bank dazwischen steht. So können Facebook-Nutzer sich gegenseitig Geld senden und sowohl innerhalb als außerhalb des sozialen Netzwerkes Einkäufe bezahlen.

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Bereits im Mai dieses Jahres hat der Tech-Konzern ein Fintech-Unternehmen namens "Libra Networks" in der Schweiz ins Handelsregister eingetragen. Für die Blockchain-Entwicklung ist David Marcus verantwortlich. Er war früher Präsident von PayPal und wechselte im Jahr 2014 zu Facebook, wo er die Messenger mit weiterentwickelte.

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Was tragen die Partnerunternehmen bei?

Insgesamt investieren die Unternehmen - bisher zwölf - jeweils zehn Millionen Dollar in Facebooks Libre Coin. Genauere Details werden im Whitepaper erwartet. Fest steht wohl, dass die Währung nächstes Jahr offiziell eingeführt wird. Facebook selbst gibt an, die Kryptowährung nicht kontrollieren zu wollen, sondern sie mit der Blockchain dezentral verwalten zu lassen. Die Libra Association würde lediglich als Miner fungieren und Transaktionen verifizieren.

Außerdem wird der Libra Coin an eine Auswahl staatlich ausgegebener Währungen wie dem Dollar gekoppelt werden. Das soll krasse Kursschwankungen wie bei den gängigen Kryptowährungen, etwa Bitcoin und Ethereum, verhindern. Facebook möchte auch keine Bezahlgebühren bei Kreditkartentransaktionen von Verkäufern verlangen.

Der Libra Coin könnte vielen Angst machen

Generell basiert die Blockchain auf einem Prinzip, das "Mittelsmänner" bzw. Vermittler wie Banken, Notare, Versicherungen etc. überflüssig macht. So müssten sich vor dem Libra Coin auch Anbieter von Geldtransfersystemen wie Western Union oder Moneygram fürchten - sollte Facebook mit der digitalen Währung tatsächlich der Durchbruch gelingen.

Facebook und WhatsApp haben immense Reichweiten. Viele Menschen, die vor allem in den Entwicklungsländern leben, besitzen kein Bankkonto - dafür aber einen Account in einem sozialen Netzwerk. Auf den Philippinen zum Beispiel haben vier von fünf Menschen kein Konto - jeder zweite verfügt aber über ein Facebook- oder WhatsApp-Konto oder beides. Der Libre Coin ist für diese Menschen also ein klarer Vorteil.

Die Risiken von Libra Coin

So weit klingt Zuckerbergs Vision sinnvoll und vorteilhaft für viele Einzelpersonen. Der größte Nachteil ist: Die Datensicherheit. Eine wichtige Frage ist nämlich, wie glaubhaft Facebooks Pläne nach vielen Datenschutzpannen noch sind. Geld ist ein intimes Thema. Ob Mark Zuckerberg das Vertrauen der Menschen gewinnt, wird sich zeigen. Immerhin hat sich Facebook entschieden, das Unternehmen nicht in den USA zu registrieren, sondern in Genf.

Ein weiteres Problem ist: Seit den Anfängen von Bitcoin, Ethereum, Ripple und Co. hagelt es an Kritik gegenüber digitalen Währungen. Auch wenn der Libra Coin nicht von Kursschwankungen betroffen ist, ändert es nichts daran, dass viele generell skeptisch gegenüber Kryptowährungen sind. Denn Fakt ist: Sollte es wirklich eine Zeit geben, in der Menschen einer alternativen Währung mehr vertrauen als den herkömmlichen Bezahlmitteln wie Euro oder Dollar, dann wird die gesamte Geldpolitik in Frage gestellt. Das wiederum dürfte jeden Bitcoin-Fan freuen.

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