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Digitaler Nachlass 881171716 Cr Getty Images Web
(Bild: Getty Images)
Facebook Google Nadia Riaz

Facebook, Google und der Tod: So regelst du deinen digitalen Nach­lass

Soziale Netzwerke sind nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Aber was passiert, wenn wir sterben? Nach mehr als fünf Jahren hat der Bundes­gerichts­hof jetzt im Fall eines Facebook-Kontos eine Entscheidung getroffen - die Konten sind vererbbar. Stiftung Warentest zeigt wie sich der digitale Nach­lass regeln lässt.

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Der Fall liegt Jahre zurück: Im Jahr 2012 stirbt eine 15-jährige Schülerin im Berliner U-Bahnhof. Daraufhin wollten die Eltern Zugriff zu ihrem Facebook-Konto bekommen - die Daten hatten sie, konnten sich aber nicht einloggen, weil Facebook das Nutzerkonto bereits in den sogenannten "Gedenkzustand" versetzt hatte.

Das Bundesgerichtshof hat nun entschieden: Unternehmen müssen dem Erben Zugriff auf die Social-Media-Konten gewähren. Daher ist es umso wichtiger, dass man seinen digitalen Nachlass regelt.Stiftung Warentest zeigt, wie man idealerweise vorgeht.

Schritt für Schritt zur digitalen Vorsorge

1. Aufbereiten: Verschaffe dir regel­mäßig einen Über­blick über deine Online­aktivitäten. Liste für jedes Konto die Zugangs­daten und Pass­wörter auf. Dann können Erben oder andere Vertrauens­personen darauf zugreifen. Die Daten können etwa auf einem USB-Stick abge­speichert werden, der an einem sicheren Ort hinterlegt ist, oder in Pass­wort­managern aufgelistet werden. Die Auflistung sollte regel­mäßig aktualisiert werden.

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2. Löschen: Daten, die niemandem in die Hände fallen sollen, löschst du am besten von Zeit zu Zeit. Das können E-Mails oder Fotos sein.

3. Testament: Wer fest­halten will, welche seiner Daten gelöscht und welche vererbt werden sollen, kann das in einem Testament regeln. Er kann auch eine Vertrauens­person zum digitalen Nach­lass­verwalter bestimmen und dies in einer Voll­macht fest­halten.

4. Hand­geschrieben: Formuliere alle Regeln zu Ihrem digitalen Nach­lass persönlich von Hand. Auch für den digitalen Nach­lass gilt: Nur ein hand­schriftliches und unter­schriebenes Testament ist rechts­wirk­sam.

Was Erben beim digitalen Nachlass beachten sollten

In Deutschland sind 87 Prozent aller Menschen ab zehn Jahren online. Laut Stiftung Warentest gehören Informationen, die wir im Internet, aber auch auf Fest­platten, USB-Sticks und Speicherkarten hinterlassen, im Todes­fall zur Erbschaft – genauer: zum digitalen Nach­lass. Der umfasst nicht nur gespeicherte Daten, sondern auch online geschlossene Verträge – ob mit Versandhändler, Reiseanbieter oder Auktions­platt­formen. Rechte und Pflichten gehen auf den Erben über. Dieser muss den Mantel bezahlen, die Kreuz­fahrt stornieren oder die ersteigerte Designer-Uhr abnehmen. Die wenigsten Verträge enden mit dem Tod. Auch Nutzer­konten bei sozialen Netz­werken und Versandhänd­lern bleiben erst einmal bestehen.

Ohne Pass­wörter und andere Zugangs­daten wie Nutzer­namen ist es schwierig, den digitalen Nach­lass zu ordnen und die Pflichten des Verstorbenen zu erfüllen. Kennt der Erbe ein Pass­wort nicht, kann er das dazu­gehörige Nutzer­konto nicht aufrufen und löschen. Er muss sich an den Diens­teanbieter, etwa den E-Mail-Provider, wenden. Die sind nach dem aktuellen Urteil des Bundes­gerichts­hof dazu verpflichtet, den Erben Zugang zu dem Konto zu gewähren.

E-Books können nicht immer vererbt werden

Zwischen einer digitalen Samm­lung von E-Books und einer Biblio­thek aus gedruckten Büchern besteht ein wichtiger Unterschied: Letztere wechselt im Todes­fall unpro­blematisch vom Verstorbenen zum Erben, E-Books hingegen können oft nicht vererbt werden. Das hat mit den allgemeinen Geschäfts- oder Nutzungs­bedingungen der Anbieter zu tun.

Dort steht meist, dass derjenige, der sich ein E-Book herunter­lädt, lediglich ein einfaches Nutzungs­recht erhält, das er nicht über­tragen darf. Oft ist ausdrück­lich ausgeschlossen, dass der Leser Eigentümer wird. Das bedeutet: Der Leser darf das E-Book nicht vererben und auch nicht verkaufen oder verschenken. Pech für die Erben: Was digitale Bücher betrifft, gehen sie leer aus.

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