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Foto: Thomas Dashuber
Facebook Social Media Community

Kommentar zu Facebook: Back to the roots

Mit der Ankündigung, weniger Posts von Unternehmen und Medien in seinem Feed auszuspielen, trifft Facebook endlich mal wieder den Geschmack seiner Nutzer, findet LEAD-Redakteurin Christa Catharina Müller.

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Man kann es nicht anders sagen: dass Mark Zuckerberg Vater geworden ist, ist ein Glücksfall für alle Facebook-User. Diese Aussage ist weder unangebracht noch übertrieben. Der Gründer des sozialen Netzwerks hat es in seinem Post zu den jüngsten Änderungen im Newsfeed, die auf der Plattform anstehen, gegenüber der New York Times selbst so formuliert: "Es ist wichtig für mich, dass wenn Max und August aufwachsen, sie das Gefühl haben, dass das, was ihr Vater aufgebaut hat, gut für die Welt war."

Gut für die Welt? War Facebook längst nicht mehr.

Zwar hat keine andere Plattform weltweit mehr Nutzer, doch die Reichweite allein sagt rein gar nichts über die Qualität der einzelnen Beiträge aus. Für Medien und Unternehmen waren die Entscheidungen, die der 33-Jährige in der Vergangenheit getroffen hat, Gold wert. Wer hoch bot, konnte sich die Pole-Position sichern, um möglichst viel Traffic auf die eigene Seite oder den eigenen Shop zu lenken. Und auch Zuckerberg selbst haben die Werbeeinnahmen der vergangenen Jahre reich gemacht.

Facebook soll wieder persönlicher werden

Das ändert aber nichts daran, wie sich die Situation für praktisch alle Millennials, die ich kenne und zu deren Gruppe ich gehöre, darstellt: Facebook ist zu einem digitalen Tool für Networking verkommen. Einer Datenbank mit Business-Kontakten, die verwaltet und gepflegt werden muss. Private Nachrichten teilt nur mehr ein Bruchteil mit seinen Freunden über Facebook.

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Ein Vergleich: Als ich mich 2006 bei Facebook angemeldet habe, habe ich regelmäßig Updates gepostet. Wie ich mich fühle. Was ich mache. Sogar mit wem ich liiert war, habe ich der Plattform verraten. Diese Zeiten sind vorbei. Ob unwiederbringlich wird sich zeigen.

Mark Zuckerberg will seine Plattform wieder persönlicher machen. Das Motto lautet: back to the roots. Mehr Posts von Freunden und Familie, weniger Beiträge von Facebook-Seiten, denen man folgt, sollen auf der Startseite erscheinen. Diese Entscheidung gehe auf den Wunsch der Nutzer zurück, sagt der Facebook-Gründer. In einem Post auf seinem Profil schreibt er in der Nacht auf Freitag: "Ich ändere das Ziel für unsere Produkt-Teams: Statt sich darauf zu konzentrieren, dich beim Finden relevanter Inhalte zu unterstützen, sollen sie dir helfen, bedeutsamere soziale Beziehungen zu haben."

Klar könnte das Nachteile für Unternehmen und Medienhäuser haben. Vor allem für solche, die sich in der Vergangenheit stark auf Facebook als wichtigsten Traffic-Treiber verlassen haben. Für Privatpersonen ist dieser Turnaround allerdings eine gute Nachricht. Es gibt eine Reihe von Studien, die bestätigen, dass soziale Kontakte mehr zum Wohlbefinden beitragen als passives Konsumieren.

Die Frage ist nur: Kommt die Entscheidung von Zuckerberg zu spät für Max und August?

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