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Faceapp
Mit der FaceApp lassen sich Promis wie die Jonas Brothers altern (Bild: Instagram / jonasbrothers)
Daten Datenschutz Gesichtserkennung

FaceApp: Datenkrake oder harmloser Spaß?

Mit der FaceApp machen Promis und unzählige andere Nutzer gerade eine neue Netz-Challenge mit: Mit einem Filter lassen sie sich altern und teilen die Bilder von ihrem Zukunfts-Ich mit der Welt. Aber wo landen die Nutzerdaten?

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Im Netz gibt es wieder eine "Challenge": Mit dem Foto-Bearbeitungs-Programm FaceApp lassen sich Menschen altern und teilen ihre Bilder mit ihren Followern.

80 Millionen aktive Nutzer hat FaceApp bereits, das im Jahr 2017 zum ersten Mal viral ging. Jetzt wird der Hype wieder auferlebt, weil Promis und viele andere Instagram-Nutzer den Altersfilter der App nutzen. Die App verwendet künstliche Intelligenz, um Nutzern zu zeigen, wie sie in einigen Jahrzehnten aussehen könnten.

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When you take a trip to the Year 3000.

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Da läuten bei vielen sofort die Alarmglocken. Stichwort: Datenschutz. Aber ist die FaceApp wirklich eine Datenkrake? Laut den Ergebnissen von Forbes lautet die Antwort "Nein". Die App aus Russland macht keine Fotos und nimmt die Daten für mysteriöse Projekte in Russland her, so die Entwickler. Einige Menschen auf Twitter warnten, die App könnte möglicherweise alle Fotos auf dem Handy auf ihre Server hochladen, ohne dass der Benutzer das ausdrücklich erlaubt.

Die Fotos landen bei Amazon und Google

Also kein Grund zur Panik? Laut dem Magazin Forbes befinden sich die Hosting-Aufzeichnungen von FaceApp.io nicht etwa in Russland. Sondern: In Amazon-Rechenzentren in den USA und einige Server liegen in anderen Ländern bei Google, einschließlich in Irland und Singapur. Gründer von FaceApp, Yaroslav Goncahrov sagte gegenüber Forbes, dass die Benutzerdaten in der Cloud gespeichert werden.

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"Wir laden nur ein Foto hoch, das von einem Benutzer zur Bearbeitung ausgewählt wurde", sagte er. Ansonsten geraten keine Bilder vom Telefon in die Cloud. Innerhalb von 48 Stunden würden aber auch diese Daten aus der Cloud gelöscht werden.

Feststeht aber, dass die App umfassende Berechtigungen fordert. Unter anderem will sie auf die Handy-Kamera und alle Fotos zugreifen - das würde dem Statement von Goncahrov widersprechen. Screesnshots mit sensiblen Daten sollte man also lieber nicht in der Galerie speichern.

US-Top-Demokrat Schumer will FaceApp vom FBI untersuchen lassen

Der Fraktionschef der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, hat die Bundespolizei FBI zu einer Untersuchung der populären Smartphone-Applikation FaceApp aufgefordert. Die von Russland aus betriebene App könne wegen ihres Umgangs mit persönlichen Daten ein nationales Sicherheitsrisiko sowie eine Gefahr für Millionen US-Bürger darstellen, schrieb er in einem am Mittwoch auf Twitter veröffentlichten Brief.

Die Nutzer müssten dem in St. Petersburg ansässigen Unternehmen uneingeschränkten und unwiderruflichen Zugriff auf ihre persönlichen Fotos und Daten gewähren, schrieb Schumer. Dies könne dazu führen, dass die Bilder künftig öffentlich und privat ohne die Zustimmung der Nutzer gebraucht würden. Dass die Betreiberfirma ihren Sitz in Russland habe, werfe die Frage auf, ob Daten von US-Bürgern an Dritte oder möglicherweise an ausländische Regierungen weitergegeben würden.

"Es wäre zutiefst beunruhigend, wenn die sensiblen persönlichen Informationen von US-Bürgern einer feindlichen ausländischen Macht zur Verfügung gestellt würden, die aktiv an Cyber-Angriffen gegen die Vereinigten Staaten beteiligt ist", schrieb Schumer weiter. Das FBI müsse deshalb untersuchen, ob Daten von US-Bürgern in die Hände der russischen Regierung oder ihr nahe stehenden Stellen gelangten. In dem Brief richtet sich der Senator aus New York auch an die US-Handels- und Verbraucherschutzbehörde FTC. Diese müsse überprüfen, ob US-Bürger - inklusive Regierungspersonal und Angehörige des Militärs - ausreichend gegen eine mögliche missbräuchliche Nutzung ihrer Daten geschützt seien.

Mit Material der dpa

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