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Die Influencerin Desiree Ricks aka "Mandarine Girl" verrät die Tricks der Influencer und welche Unternehmensstrategien funktionieren (Bild: Mandarine Girl/Desiree Ricks)
LEAD 1/2019 Instagram Interview

"Es ist extrem schwer geworden, aus der Masse herauszustechen"

Als "Mandarine Girl" zeigt sie 55.000 Followern auf Instagram traumhafte Destinationen. Desiree Ricks aka Daisy verrät im Interview mit LEAD die Tricks der Influencer und welche Unternehmensstrategien funktionieren.

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LEAD: Desiree, wann hast du für dich persönlich Instagram entdeckt und was hat dich daran interessiert?

Desiree Ricks: Ich habe Instagram das erste Mal im August 2013 benutzt. Um ehrlich zu sein war es mehr eine taktische Überlegung, mich dort anzumelden. Ich hatte 2011 meinen Blog "The Mandarine Girl" ins Leben gerufen und abgesehen von dieser Plattform keine anderen Kanäle genutzt, um meinen Content zu publizieren. Die meisten Blogger nutzen ebenfalls Twitter, Facebook etc., aber da ich noch nie ein Freund von Social Media war (weder beruflich noch privat), habe ich das so lange wie möglich versucht zu vermeiden.

Trotzdem steht man als Blogger natürlich unter einem gewissen Konkurrenzdruck und da Instagram mit der Zeit immer wichtiger wurde, habe ich mich dann im Sommer 2013 doch angemeldet. Rückblickend war das natürlich die richtige Entscheidung, heute nutze ich Instagram sehr gerne. Zum einem um meinen eigenen Content mit meinen Followern zu teilen und sie an meinen Reisen teilhaben zu lassen, zum anderen um mir von anderen Inspiration zu holen.

LEAD: Was ist heute deine Motivation, Instagram zu nutzen? Wie hat sich das über die Jahre verändert?

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Desiree: Instagram ist eine tolle Plattform, um sich mit Menschen zu verbinden und Content zu teilen. Ich nutze Instagram, um meine Follower zu inspirieren, das geht im Vergleich zu einem Post auf dem Blog wesentlich schneller und simpler. Natürlich hat sich über die Jahre aber eine ganze Menge verändert. Früher war es meiner Meinung nach bedeutend leichter, neue Follower zu gewinnen und auch Likes bekam man mehr. Ich denke das hängt unter anderem auch damit zusammen, dass der Markt mittlerweile übersättigt ist und man eigentlich fast alles so oder ähnlich auch schon auf anderen Accounts gesehen hat.

Meine Grundmotivation ist aber nach wie vor dieselbe: Ich möchte meine Bilder mit meinen Abonnenten teilen und ihnen damit Freude bereiten und mich vom Content der Accounts, denen ich folge, inspirieren lassen.

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(Bild: Desiree Ricks)

LEAD: Wie beobachtest du die Dynamik auf Instagram, was hat sich zum Beispiel seit Einführung des Algorithmus verändert?

Desiree: Nachdem der Algorithmus eingeführt wurde und der Feed nun nicht mehr chronologisch angezeigt wird, fällt mir auf, dass es schwerer geworden ist, Reichweite zu erzielen. Die meisten Influencer, die ich kenne, sind nach wie vor nicht gerade glücklich über diese Umstellung - mir eingeschlossen. Was auffällig ist, ist dass Instagram bzw. der Algorithmus verstärkt Beiträge anzeigt von Accounts, mit denen man oft interagiert und die Auswahl der Beiträge, welche man angezeigt bekommt zu einem großen Teil darauf basieren, welche Accounts man in letzter Zeit oft besucht, kommentiert und geliked hat et cetera.

Was mir ebenfalls aufgefallen ist, dass viele Influencer sogenannten "Comment Groups" beigetreten sind, in welchen sie ihre Posts gegenseitig kommentieren, um so eine bessere Sichtbarkeit zu erreichen. Ich höre auch immer wieder, dass es seit Einführung des Algorithmus wichtig oder vorteilhaft ist, wenn die Kommentare, die die User unter den Fotos hinterlassen lang sind (mehr als drei Worte), da Instagram diese Interaktionen wohl positiv bewertet und der Algorithmus das mit mehr Reichweite "belohnt".

LEAD: Was gibt es noch für "Tricks", die Influencer anwenden, um zum Beispiel trotz Algorithmus hohe Reichweiten zu erzielen?

Desiree: Viele Instagrammer versuchen, kurz nach Upload ihres Bildes aktiv bei anderen zu kommentieren, um in schnellstmöglicher Zeit viele Kommentare zurück zu bekommen und natürlich auch vermehrt Likes für ihr Bild. Dies signalisiert Instagram, dass der Content für viele User interessant ist, die Sichtbarkeit dadurch erhöht wird und das Bild dadurch weiter oben im Feed platziert wird.

LEAD: Es gibt Instagram-Nutzer, die sich zum Beispiel an Loop Giveaways beteiligen, Bots betreiben oder über Engagement Pods und regelmäßige Shoutouts ihre Nutzerzahlen steigern wollen. Kennst du Instagrammer in Deutschland, die solche Taktiken anwenden und was hältst du davon?

Desiree: Bots zu nutzen ist natürlich keine faire Sache. Ich weiß dennoch, dass sehr viele Instagrammer dies tun. Von Giveaways und Shoutouts kann man halten, was man möchte, ich denke nicht dass es etwas schlechtes ist zum Beispiel mithilfe von einem "Shoutout" auf seinen Account aufmerksam zu machen. Im Endeffekt ist es einfach eine Form der Werbung und wir alle wissen, dass es heutzutage extremst schwer geworden ist, aus der Masse an Accounts heraus zu stechen und neue Abonnenten auf sich aufmerksam zu machen. Ich persönlich kenne so viele tolle und interessante Accounts, die meiner Meinung nach viel mehr Follower verdienen würden, aber in der Masse einfach untergehen. Wenn diese sich dann ab und an mit anderen zusammenschließen und ein Shoutout machen, finde ich, dass da eigentlich nichts dagegenspricht.

LEAD: Marken und Influencer haben ja eine Art symbiotisches Verhältnis. Von kurzen Produktplatzierungen gegen Honorar über Beteiligung am Umsatz eines verkauften Produkts bis zu langfristigen Partnerschaften: Welche Formen von Zusammenarbeit kennst und nutzt du?

Desiree: Natürlich gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, eine Kooperation mit einer Firma zu realisieren, am bekanntesten sind hier wohl die Direktvergütung für eine Integration und Affiliate Marketing in Form von Pay per Click oder Pay per Lead/Sale. Ich persönlich bin von letzterem aber kein Fan. Ich möchte für meine Dienstleistung eine vorher besprochene Summe erhalten, da ich ja auch eine vorher abgesprochene Leistung erbringe. Als Selbstständiger hat man, genau wie jeder andere auch, seine Kosten zu decken und daher möchte ich hier einfach genau kalkulieren was ich wofür erhalte. Alles andere ist mir einfach zu schwammig.

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(Bild: Desiree Ricks)

LEAD: Wenn dich Marken anschreiben, welche Geschäftsmodelle oder Angebote lehnst du ab oder empfindest du als eher dubios?

Wie bereits erwähnt, lehne ich Affiliate Angebote prinzipiell ab und gehe nur Kooperationen gegen ein direktes, vorher besprochenes Honorar ein. Dubios und sogar recht unverschämt finde ich Anfragen in denen man aufgefordert wird "einfach so" einen Artikel über die Marke bzw. das Produkt zu verfassen, schließlich wäre es ja "interessanter Content für die Leser". So etwas finde ich nicht in Ordnung, denn wer Werbung auf einem Kanal platzieren möchte - völlig unabhängig davon, ob dies nun im Fernsehen, in der Zeitung oder auf einem Blog bzw. Instagram-Kanal passiert - muss dafür einfach bezahlen. Wir sind auch Dienstleister und wollen bzw. können auch nicht von Luft und Liebe leben. Dubios finde ich auch Anfragen zum Linktausch etc., vor allem da diese oftmals auch von dubiosen Domains kommen.

LEAD: Welche Marken fallen dir auf, die besonders gutes Instagram Influencer Marketing betreiben?

Desiree: Es gibt einige Marken, die wirklich toll und sehr fair mit Influencern arbeiten. Cluse arbeitet meiner Meinung nach gut und auch sehr fokussiert mit Influencern zusammen. Ich habe auch schon einige Male mit Daniel Wellington kooperiert, die ebenfalls ein interessantes Influencer Marketing betreiben und damit ja auch recht gut fahren. Auch vergleichsweise "kleine" Accounts wie zum Beispiel @foreo_de und @mionetto_de haben meiner Meinung nach gut verstanden, wie Influencer Marketing funktioniert. Im Allgemeinen kann man sagen, dass es wirklich eine Vielzahl an Marken gibt, die Influencer Marketing gut für sich nutzen und faire Deals mit den Influencern eingehen. Leider sticht mir aber auch immer wieder das Gegenteil ins Auge und ich sehe Labels, die entweder unfair oder unseriös mit Instagrammern arbeiten oder die Wichtigkeit dieses Kanals im Hinblick auf die Steigerung ihrer Bekanntheit durch bekannte Influencern einfach noch nicht verstanden haben.

Wv Report Influencermarketing 2018

Wissenswertes zum Thema findet ihr im Report "Influencer Marketing - rechtskonform und sicher", den W&V zusammen mit dem auf Onlinerecht spezialisierten Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht umgesetzt hat. Der ausführliche Report gibt Checklisten zu Vertragsabschluss und Kosten sowie eine große Übersicht zur Kennzeichnungspflicht an die Hand.

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