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Bild: GettyImages/Michael Blann
Ideen Tipps Idea Challenge

Die Idee alleine ist wertlos: 7 Tipps, wie du sie durchsetzt

Mit eigenen Ideen können sich Mitarbeiter im Unternehmen verwirklichen. Nur an der Umsetzung hapert es oft. Wie deine Projekte nicht im Firmendschungel versumpfen.

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In breit angelegten Kampagnen und mithilfe von Workshops und Incentive-Programmen ermutigen Unternehmen ihre Mitarbeiter und Führungskräfte, Ideen zu entwickeln. Zwar haben viele der Vorschläge das Potenzial, Umsätze zu steigern oder Zeit und Kosten einzusparen. Getestet und umgesetzt werden aber nur die wenigsten, im schlimmsten Fall keine einzige. Und so verkommt das betriebliche Vorschlagswesen immer mehr zum "Ideengrab".

DAX-Konzern: 500 Ideen, 0 umgesetzt

Bestes Beispiel: Ein deutscher DAX-Konzern ruft jährlich die "Idea Challenge" aus, bei der mehr als 400 Führungskräfte Digitalideen entwickeln. In den vergangenen drei Jahren entstanden daraus jeweils 400 bis 500 Ideen – umgesetzt wurde bislang keine Einzige. Kein Einzelfall, sondern leider in vielen Unternehmen die Realität. Zwar ist die Intention hinter Programmen wie der "Idea Challenge" nicht verkehrt, allerdings verpassen es viele Unternehmen, den Ideen dann im nächsten Schritt genügend Raum für Umsetzung und Testing zu geben. Es fehlt einerseits an Ressourcen, andererseits aber auch an Gremien, die unbefangen und vorurteilsfrei entscheiden, was konkret getestet wird. Dabei gilt gerade in Zeiten von Disruption und digitaler Transformation: Die Idee alleine ist nichts wert, auf die Umsetzung kommt es an.

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7 Tipps, wie du deine Idee zur Umsetzung bringst

Gleichzeitig neigen aber auch die Mitarbeiter dazu, ihre Ideen zu schnell aufzugeben, weil sich nicht ernst genommen fühlen. Die Frustration steigt, Innovationskraft und Motivation sinkt. Doch es liegt nicht nur an den Unternehmen, die richtigen Strukturen zu schaffen – auch der Einzelne kann für sich die richtigen Weichen stellen, damit einer "Idea Challenge" in einer "Idea Execution" (Ideenumsetzung) mündet. Mit den folgenden sieben Tipps sorgen Mitarbeiter dafür, dass ihre Ideen nicht versanden.

1. Sei mutig

Natürlich erfordert es viel Mut, deine Idee einzubringen – vor allem, wenn sie auf den ersten Blick radikal anders ist als alles, was bisher gemacht wurde. Und dennoch wird langfristig nur der Erfolg haben, der auch Risiken eingeht. Gerade in deutschen Unternehmen mangelt es oft an einer "Kultur des Scheiterns", die Misserfolge nicht als Niederlage, sondern als Chance sieht, noch besser zu werden. Trau dich also, auch eine vermeintlich verrückte Idee einzubringen und im kleinen Rahmen zu testen. Wer weiß - vielleicht ist sie ja gar nicht so verrückt?

2. Versetze dich in die Lage anderer

Wer im Berufsleben vorankommen will, braucht vor allem eines: Empathie, also die Fähigkeit, sich in die Lage anderer hineinzuversetzen. Auch bei der Entwicklung neuer Ideen solltest du immer die Perspektive derer einnehmen, die von der Veränderung betroffen sein werden. Was braucht der Kunde, damit er unser Produkt noch besser nutzen kann? Wie würde sich der Arbeitsalltag meines Kollegen verändern, wenn wir die Prozesse künftig anders gestalten? Wie profitiert mein Unternehmen, wenn wir effizienter oder schneller arbeiten? Solche Fragen helfen dabei, die Situation der Betroffenen besser einzuschätzen. Dabei hilft es, die einzelnen Zielgruppen direkt zu fragen, wo ihre Schmerzpunkte liegen und darauf basierend die richtigen Ideen zu entwickeln.

3. Beginne im Kleinen

Natürlich möchtest du mit deiner Idee dein Unternehmen völlig umkrempeln, radikal neue Wege gehen, die Welt verändern. Pioniergeist und Macher-Mentalität sind ja auch per se nichts schlechtes und die Grundlage jeder erfolgreichen Unternehmensgründung. Und dennoch hilft es oft, erst einmal im Kleinen anzufangen – auf Abteilungsebene, im Team oder bei einem bestimmten Projekt. In solch einem "geschützten Raum" müssen Entscheidungen nicht gleich über mehrere Hierarchieebenen abgestimmt werden, die Wege sind kürzer und es kann direkt mit dem Testing begonnen werden. Im Idealfall lässt sich das, was im Kleinen bereits gut funktioniert, auch auf das große Ganze übertragen.

4. Sei schnell und agil

Die digitale Transformation fordert von Unternehmen Agilität, Schnelligkeit und Flexibilität. Groß angelegte Jahrespläne und die Entwicklung nach Pflichten-Lastenheft machen schon lange keinen Sinn mehr, weil die Anforderungen der Kunden sich schneller und radikaler ändern als früher. Das gilt auch für dich als einzelnen Mitarbeiter und vor allem für die Entwicklung neuer Ideen: Plane nicht auf dem Papier, sondern in der Realität. Teste deine Idee so schnell es geht in der Praxis und passe sie dann kontinuierlich an. Nur so merkst du, ob sie wirklich Sinn ergibt.

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Bild: GettyImages/Lukas Liebig

5. Vernetze dich

So gut deine Idee auch sein mag – du wirst sie alleine nicht umsetzen können. Auch der fähigste und motivierteste Mitarbeiter kann nur dann erfolgreich sein, wenn er im Team arbeitet. Verabschiede dich von dem Gedanken, dass du alles alleine schaffen kannst. Definiere deine Grenzen und entscheide, wo du Hilfe brauchst, um deine Idee umzusetzen. Finde heraus, an wen du dich wenden kannst und vernetze dich innerhalb und außerhalb deines Unternehmens. Gemeinsam seid ihr stärker, könnt mehr umsetzen und mehr erreichen.

6. Sei hartnäckig

Dass du deine Ideen sinnvoll findest, ist selbsterklärend. Für andere jedoch mag es zunächst schwer nachvollziehbar sein, warum aus all den tollen Entwürfen genau deiner umgesetzt werden soll. Deshalb gehört zum Erfolg auch eine gute Portion Hartnäckigkeit. Wer eine wirklich gute Idee hat und fest an sie glaubt, sollte sich nicht gleich bei der ersten Abfuhr zurückziehen. Platziere sie bei den richtigen Leuten und sorge dafür, dass sie die Intention dahinter verstehen. Bleib dran und hake nach, wenn du kein Feedback bekommst. Wenn du für deine Idee brennst, wird der Funke auch auf andere schnell überspringen.

7. Frage nach Feedback

Warum wurde meine Idee nicht umgesetzt? War sie zu verrückt, zu teuer, nicht umsetzbar? Hätte ich sie an anderer Stelle platzieren sollen? Jeder kennt es: Verbesserungsvorschläge werden beim Chef oder in der Abteilung für Ideenmanagement eingereicht und verschwinden dann irgendwo im Nirvana. Wie sie angekommen sind, ob sie überhaupt diskutiert wurden und warum es niemals zur Umsetzung gekommen ist, erfährt der Ideengeber meist gar nicht. Deshalb gilt: Frag nach, verlange Feedback, lerne aus deinen Erfahrungen. So merkst du schnell, worauf die Entscheidungsträger Wert legen und kannst beim nächsten Mal darauf achten.

Philipp Depiereux ist Gründer und Geschäftsführer der Digitalberatung und Startup-Schmiede etventure. Gemeinsam mit zwei Partnern gründete er die Firma 2010 mit dem Ziel, die Erfahrungen aus Innovationsprojekten in Mittelstand, Konzernwelt und Startups in einem Unternehmen zu bündeln. Sein Rezept für die Entwicklung neuer Digitalkonzepte beschreibt er als schnell, radikal nutzerzentriert und mit unternehmerischem Mindset in der Umsetzung. Dafür nutzt etventure Methoden wie Lean Startup und Design Thinking. Zu den Kunden zählen unter anderem die BARMER, Daimler Financial Services, Franz Haniel & Cie., Schwan-STABILO oder der Stahlhändler Klöckner. Seit Oktober 2017 ist etventure Teil der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY.

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Philipp Depiereux, Gründer und Geschäftsführer von Entventure. Bild: Etventure
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