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Immer mehr Instagram-User wünschen sich Authenzität (Foto: Martin Dimitrov / Getty Images)
Fotografie Foto Digitalisierung

Ein Profi erklärt, welche Fotos bei Instagram & Co. am erfolgreichsten sind

Das perfekte Styling, die perfekte Frisur, der perfekte Hintergrund und dann am besten nochmal photoshoppen – wer solche Fotos in den sozialen Medien postet, hat den Anschluss längst verloren. Wie sich die Zeiten geändert haben und was heute wichtig ist, erzählt Jacqueline Bourke von Getty Images.

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Was sich hinter dem eher mittelspannend klingenden Begriff "Konzeptioneller Realismus" verbirgt, ist in Wahrheit das Gegenteil von langweilig. Jacqueline Bourke ist Senior Manager für Creative Insights bei Getty Images und sieht genau darin den Trend, der derzeit die sozialen Medien prägt.

"Witzig, verrückt, spielerisch und auch einmal unbequem" kommen laut der Expertin die Fotos daher, die den größten Anklang finden. Warum das so ist?

"Die Menschen verbringen immer mehr Zeit damit, sich durch Fotos zu scrollen, sie zu teilen und eigene Bilder aus ihrem Alltag auf verschiedenen Plattformen zu posten." Was sie sehen wollen, sind keine inszenierten Settings, sondern ungekünstelte Fotos, zu denen sie eine Verbindung spüren. "Authentizität ist der Schlüssel", fasst Bourke zusammen.

Das sieht man auch darin, dass sich die Suche nach genau diesem Stichwort im Archiv der Bildagentur Getty Images innerhalb der vergangenen 12 Monate um ganze 104 Prozent gesteigert hat. Jacqueline Bourke und ihr Team beschäftigen sich mit solchen sozialen, kulturellen und technologischen Daten, aus denen sie weltweite Kommunikationsprozesse ablesen.

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Das "nur so tun als ob" interessiert nicht mehr

Exemplarisch für diesenWandel in der visuellen Kommunikation steht für Bourke die Komikerin Celeste Barber. Unter dem Hashtag #celestechallengeaccepted stellt die Australierin Instagram-Fotos von Models und anderen Celebrities nach und nimmt dabei deren Künstlichkeit auf die Schippe.

Wo Rihanna, Amber Rose oder eine der Kardashians sich leicht bekleidet in perfekte Pose schmeißen, tut Barber es ihnen mit ähnlichen Requisiten und so gut es eben geht nach – herrlich uneitel und zugleich entlarvend. "Ihre Fotos sind echt, lebensnah und wahnsinnig lustig", das finden neben Bourke auch 4,8 Millionen Follower.

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"Was heute geht, sind unkonventionelle und ungeschliffene Fotos, die auch einmal peinlich oder unangenehm sein können und die User überraschen", sagt die Expertin. Wie sehr die User sich mittlerweile an allzu gestellten Fotos stören, zeigen Accounts wie #youdidnotsleepthere, #youdidnoteatthat oder #youdidnotskatethat.

Auch, wenn es auf den ersten Blick gut aussehen mag: das "nur so tun als ob" interessiert nicht mehr.

Was ein einziges, wirklich gelungenes Bild bewirken kann, verdeutlicht ein Beispiel aus der jüngsten Zeit, das vielen noch präsent ist: Das Bild des kleinen Mädchens, das an der Grenze zwischen Mexiko und den USA weinend und völlig aufgelöst dabei zusieht, wie ein Grenzpolizist seine in Handschellen gelegte Mutter durchsucht.

"Dieses Foto hat in den USA eine große Debatte über die Praxis entfacht, an der Grenze Familien auseinanderzureißen. Wirklich gute Fotos wie dieses schaffen es, in einem sekundenschnellen Schnappschuss eine wichtige Botschaft zu transportieren", sagt Bourke. Genau darin sieht sie auch den Vorteil, den Fotos bis heute gegenüber allen anderen Medien haben.

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