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Facebook Social Media

Ein Herz für Fake News

Seit letzter Woche bevorzugt Facebook Inhalte von Freunden im Newsfeed. Nun setzt Facebook-CEO Zuckerberg noch eins drauf: Auch über den Wert einer News will er die Community entscheiden lassen

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Mit diesem Post kündigte Mark Zuckerberg am Freitag die weiteren Änderungen im Newsfeed an:

Künftig klassifizieren diese 3 Kriterien eine Facebook-News:

  • News, die die Community als vertrauenswürdig einstuft
  • News, die Menschen als informativ einstufen
  • News, die für lokale Communitys von Wert sind 

Vertrauenswürdigkeit

Kaum haben die Medien den letzten Schock (Freunde werden im Newsfeed bevorzugt) verdaut, lässt Zuckerberg die nächste Hiobsbotschaft los. Kurz gesagt nimmt er den Medien - zumindest auf Facebook - ihre Deutungsmacht. Denn die Community selbst soll bald entscheiden, welche Medien als "trustworthy" gelten. Bald werden also diejenigen Medien mehr Reichweite erhalten, die von den Usern in einer Art Ranking als "vertrauenswürdig" eingestuft werden.

Laut Adam Mosseri, Head of News Feed bei Facebook, hätte das Unternehmen schon in den letzten Monaten ein Set repräsentativer User befragt. Entsprechend gilt das Ranking bisher nur in den USA, soll in Zukunft aber auch international zum Tragen kommen.

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Information

Dass Facebook den Informationscharakter einer News ins Ranking einbezieht, ist nichts Neues, sondern zählt schon länger zu den sogenannten "News Feed Values". Dort steht Information gleichberechtigt neben Kriterien wie Unterhaltsamkeit und Authentizität. Aber was bedeutet "informativ" bei Facebook? Gleiches Spiel wie bei der Vertrauenswürdigkeit: Auch darüber lässt Zuckerberg die Community entscheiden. Schon seit April 2016 führe Facebook, so Hosseini in seinem Blogpost, dazu Userumfragen durch.

Lokale Relevanz

News und Events aus dem direkten Umfeld der User sollen gestärkt werden. Aktuell testet Facebook einen neuen App-Bereich namens "Today In", bisher nur als Testlauf in einer Handvoll US-Städte. Eine begrüßenswerte Änderung. Für viele User hat sich das Netzwerk sowieso zum Eventplanungstool entwickelt.

Vor allem mit dem Punkt Vertrauenswürdigkeit von News will Facebook seinerseits das Vertrauen vor allem von der Politik, aber auch das seiner User zurückgewinnen. Die Neuerung sieht Zuckerberg als Instrument im Kampf gegen Fake-News, gegen "Sensationsgier, Desinformation und Polarisierung".

Elliot Schrage Facebook At Dld Munich Conference 2018  Dominik Gigler For Dld Web
Elliot Schrage, Kommunikations- und Politikchef bei Facebook, am Sonntag bei der DLD in München (Foto: Dominik Gigler)

Dass ein nutzerbasiertes Medienranking genau diese Situation verschärfen könnte, befürchten Beobachter. Facebooks Kommunikations- und Politikchef Elliot Schrage entgegnete darauf am Sonntag auf dem DLD in München, dass das Nutzer-Ranking die Polarisierung nicht verstärken werde. Ließe man über die Glaubwürdigkeit von Medien von einer Expertengruppe entscheiden, gäbe es immer wieder Zweifel an deren Objektivität. Aber statistisch sauber durchgeführte Umfragen könnten zur Lösung des Problems beitragen. 

Noch enthüllt Facebook keine Details über die Befragungsmethodik, die Zusammensetzung der Panels oder ob noch eine weitere Prüfinstanz Mitspracherecht erhält. Die Mehrheit darüber entscheiden zu lassen, was wahr oder falsch ist, war noch nie ein probates Mittel. Facebook wäscht seine Hände in Unschuld. Schließlich wählen die User bald selbst ihre Fake News aus.

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