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Sharing Economy E-Scooter Test

E-Scooter: Darauf fahren wir jetzt ab

In vielen deutschen Städten flitzen Menschen auf E-Scootern durch die Gegend. Wie praktisch sind die Elektroroller und lohnen sich die Preise? LEAD-Autor Johannes Mairhofer hat CIRC, LIME, TIER und VOI getestet.

Geht der eRoller-Anbieter Tier nicht datenschutzkonform mit unseren Daten um? (Bild: Fotolia/Peeradon)
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Glaubt man dem Marketing, geht der Trend weg vom Eigentum und hin zu gemeinsam genutzten Produkten. Autos, Fahrräder, Werkzeuge und andere Dienstleistungen fallen unter dem Aspekt des Sharing Economy. Seit kurzem stehen in vielen deutschen Städten E-Scooter zur Verfügung. Wobei "Sharing" trifft auf die Elektroroller streng genommen aus Kundensicht nicht ganz zu - "Spontane Kurzzeitmiete" wohl eher, denn die Roller gehören immer noch dem Dienstleister.

In München gibt es derzeit vier Anbieter für E-Scooter: CIRC, LIME, TIER und VOI. Prinzipiell funktioniert das System genau wie bei den Leihfahrrädern. Man lädt sich die jeweilige App herunter, meldet sich unkompliziert über diese an, hinterlegt eine Kreditkarte und schon kann es losgehen. Ein Führerschein oder Altersnachweis ist bei den vier Anbietern zumndest nicht nötig.

Ausleihen und Abgeben

Nach Start der App sieht man auf einer Karte wo der nächste Roller steht. Je nach Anbieter kann dieser sofort über die App gestartet oder via QR Code gestartet werden. Eine Reservierungsmöglichkeit fehlt leider bei allen Anbietern. Gerade am Anfang, wo das Interesse an den Scootern groß ist, kann es also leicht passieren dass der gewünschte Roller schon wieder weg ist, wenn man ein paar Minuten entfernt ist und erst zum gewünschten Roller laufen muss.

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Die Rückgabe erfolgt innerhalb des Geschäftsgebietes. Der Roller kann an einer beliebigen Ecke abgestellt werden. Bei manchen Anbietern muss der geparkte Roller fotografiert werden.

Was kostet der Spaß?

Die Preise variieren leicht, im großen und ganzen sind diese aber überall ähnlich. Die Entleihe fällt bei den von mir getesteten Rollern mit 1 Euro pro Fahrt immer an, alles weitere wird nach Minutenpreisen zwischen 15-20 cent abgerechnet und ist damit relativ teuer. Eine Fahrt von 15 Minuten kostet demnach rund 4 Euro - bei den ebenfalls elektrische betriebenen Mopeds von Emmy zum Beispiel kostet die Minute nur drei Cent mehr und die Gebühr für die Entleihe entfällt sogar komplett.

Derzeit kursieren überall im Netz diverse Gutscheine und Test-Coupons, bevor ihr einen E-Scooter testet ist also eine kurze Recherche empfehlenswert.

Die Anbieter im Test

CIRC

Preis: Ein Euro/Grundgebühr. 20 Cent pro Minute.

Die Roller von CIRC machen einen robusten Eindruck. Gefühlt war die Geschwindigkeit hier am Anfang sogar etwas schneller als die 20 km/h, allerdings kann ich dies nicht belegen, denn es fehlt eine Tacho-Anzeige.

LIME

Preis: Ein Euro/Grundgebühr. 25 Cent pro Minute.

Der Roller von LIME wirkt ziemlich "klapprig", gefühlt etwas unsicherer als zum Beispiel der CIRC-Roller. Bei LIME muss der Roller bei Rückgabe fotografiert werden, offensichtlich um den nächsten Kunden zu helfen. In der App gibt es allerdings ein sogenanntes Spiel names "Geparkt oder nicht". Hier werden nach dem Tinder-Wischprinzip Fotos von Rollern gezeigt - der "Spieler" kann entscheiden ob fair geparkt wurde. So ist durch den Gamification-Faktor sichergestellt, dass keine Roller auf unerlaubte Weise abgestellt wurden. LIME gehört zu den teuersten E-Scootern und übersteigen preislich sogar die E-Mopeds von Emmy.

TIER

Preis: Ein Euro/Grundgebühr. 19 Cent pro Minute.

Der Roller von TIER macht einen robusten Eindruck. Mit TIER bin ich bisher am häufigsten gefahren, was vor allem an dem großen Geschäftsgebiet liegt und daran dass sie mit der MVG kooperieren, der Münchner Verkehrsgesellschaft. So werden diese Roller in der MVG-App angezeigt, zusammen mit den ebenfalls verfügbaren Leihfahrrädern und verschiedenen Carsharing-Anbietern.

VOI

Preis: Ein Euro/Grundgebühr. 15 Cent pro Minute.

Der Roller von VOI macht ebenfalls einen sehr robusten Eindruck. Das Fahrgefühl ist gut. In München stehen die VOI Scooter in der Innenstadt an vielen Ecken bereit.

Nachhaltig in die Glaskugel geschaut

Die Anbieter der E-Scooter werben mit Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit und der Entlastung der Innenstadt durch weniger Fahrzeuge. Theoretisch ist das eine wünschenswerte Zukunftsvision.

Praktisch sieht es anders aus, denn leider kommt der Strom für die Scooter nicht aus der Steckdose und muss ebenfalls erzeugt werden.

Hinzu kommt, dass die Roller über Nacht von Mitarbeitern oder freiwilligen "Microjobbern" eingesammelt und aufgeladen werden. Bei einem Gewicht von mehreren Kilos pro Roller sind für Einsammeln und Neuverteilen der Roller am nächsten Tag ebenfalls Fahrzeuge nötig, die wiederum betankt werden müssen.

Dadurch, dass die Roller von vielen Kunden genutzt und der Witterung immerzu ausgesetzt sind, haben sie, je nach Quelle die man findet, eine Halbwertzeit von ungefahr ein bis zwei Monaten, danach müssen sie entsorgt werden.

Entlastung und Verminderung von Fahrzeugen funktioniert nur, wenn ein Austauschen stattfindet. Momentan kommen allerdings immer nur neue Fahrzeuge in Städten dazu, die alten und kaputten bleiben bestehen. Es werden also faktisch immer mehr Fahrzeuge anstatt weniger. Die Straßen werden somit voller.

Fazit

Die neuen Roller stehen erst seit wenigen Wochen auf den Straßen und schon häufen sich Berichte von verletzten, betrunkenen Fahrern und Unfällen. Hier muss man aber auch sagen, dass natürlich Fußgängern und Fahrradfahrern ebenso täglich Unfälle passieren, mit und ohne den Einfluss von Alkohol oder Drogen.

Wenn die Geschäftsgebiete insgesamt noch vergrößert werden, können die Roller für viele eine gute Möglichkeit sein um die "letzte Meile" von der Haustür zur U-Bahn- oder S-Bahn- oder Bus-Station zu überwinden.

Auch wenn die auf 20 km/h gedrosselte Geschwindigkeit im wahrsten Wortsinne den Spaß bremst, bringen die kleinen Roller eine ganze Menge davon mit. Denn Spaß macht es allemal.

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